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27.04.2015 - Land
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann: Ursula Gebert-Saltani neue Leiterin der Amtsanwaltschaft Frankfurt

Amtsanwälte bearbeiten über die Hälfte aller Strafverfahren

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat heute Oberstaatsanwältin Ursula Gebert-Saltani als neue Leiterin der Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main in ihr Amt eingeführt. Gleichzeitig verabschiedete sie den bisherigen Leiter, Oberstaatsanwalt a.D. Manfred Oswald.

„Über die Hälfte aller gut 360.000 bearbeiteten staatsanwaltlichen Verfahren in Hessen wurden von den Amtsanwältinnen und Amtsanwälten in Hessen bearbeitet. Damit sind die Amtsanwälte integraler Bestandteil der Strafverfolgung in Hessen. Allein die Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main, als einzige selbständige Behörde im amtsanwaltschaftlichen Bereich in Hessen, hatte im letzten Jahr 65.000 Verfahren zu bearbeiten und ist damit nicht nur was die Anzahl der Amtsanwältinnen und Amtsanwälte angeht, sondern auch im Bereich der Fallzahlen der größte amtsanwaltschaftliche Arbeitsbereich in Hessen“, so die Justizministerin.

Alltagskriminalität effizient und wirkungsvoll begegnen

Die Amtsanwaltschaft Frankfurt ist für weite Bereiche der mittleren und kleinen Kriminalität zuständig, wie zum Beispiel Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung, Diebstahl und Betrug bei einem Schaden bis zu 2.500 Euro sowie Straßenverkehrsdelikte.

„Es sind die vermeintlich kleineren Delikte wie Sachbeschädigungen am eigenen Auto oder Diebstahl beim Einzelhändler, die ganz wesentlich für das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger maßgeblich sind. Dieser Alltagskriminalität effizient und wirkungsvoll zu begegnen, ist ein essentieller Beitrag für die Sicherheit“, so Eva Kühne-Hörmann.

„Gut 14 Jahre hat sich Oberstaatsanwalt a.D. Manfred Oswald dieser Aufgabe bei der Amtsanwaltschaft in Frankfurt am Main gewidmet. Wer ihn kennt, beschreibt Oberstaatsanwalt Manfred Oswald als sympathische, den Menschen zugewandte Persönlichkeit, der seine Souveränität aus seiner ruhigen Art, seiner Lebenserfahrung und seiner juristischen Expertise schöpft“, so die Justizministerin.

„Die hessische Justiz verabschiedet heute einen sehr engagierten und beliebten Behördenleiter, der bereits zum 31. Januar 2015 in den Ruhestand versetzt wurde. Für den kommenden Lebensabschnitt wünsche ich Herrn Oswald alles erdenklich Gute, lange Gesundheit und viel Zeit für die Dinge des Lebens, die bisher für den Beruf zurückstehen mussten“, so die Justizministerin.

Während seiner Amtszeit begleitete und förderte Manfred Oswald die Arbeit der Sonderdezernate „Häusliche Gewalt“ und „Gewalt gegen ältere Personen“.

Auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren

„Mit der Einrichtung dieser Sonderdezernate hat die Amtsanwaltschaft auf gesellschaftliche Entwicklungen reagiert und so auch Impulse für eine rechtspolitische Entwicklung geliefert. Dass wir heute überhaupt Straftatbestände wie ‚Stalking‘ diskutieren und ältere Menschen in den besonderen Fokus unserer Präventionsarbeit nehmen, haben wir nicht zuletzt engagierten Staatsanwältinnen und Staatsanwälten wie Herrn Oswald und Frau Gebert-Saltani zu verdanken“, so Eva Kühne-Hörmann.

„Einer dieser rechtspolitischen Impulse war es, sich frühzeitig des Themas ‚Kriminalität in einer älter werdenden Gesellschaft‘ anzunehmen. Auch wenn wissenschaftliche Studien belegen, dass Menschen jenseits des 60. Lebensjahres - insbesondere auch nach polizeilichen Daten - deutlich weniger durch Kriminalität und Gewalt bedroht sind als jüngere Erwachsene, Heranwachsende oder Jugendliche, gibt es gleichzeitig aber bestimmte Bereiche, in denen ältere Menschen besonders gefährdet sind Opfer einer Straftat zu werden. Die Stichworte sind hier zum Beispiel der sogenannte ‚Enkeltrick‘ oder Vernachlässigung und Misshandlung im Rahmen von Pflegesituationen“, so die Justizministerin.

„Erfolgversprechende Ermittlungen setzen aussagepsychologisches Wissen gerade im Hinblick auf die Einschätzung der Aussagen von Menschen mit Demenz oder sonstigen altersbedingten Abbauerscheinungen voraus. Bei Ermittlungsverfahren im Kontext von Pflegesituationen sind neben medizinischen Spezialkenntnissen insbesondere Kenntnisse einschlägiger Vorschriften der Pflege und des Betriebs von Pflegeeinrichtungen erforderlich. Dieses ‚Know How‘ über die Jahre aufgebaut zu haben, ist ein großer Verdienst aller Beteiligten in der Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main“, so Eva Kühne-Hörmann.

Seit über acht Jahren ist Frau Gebert-Saltani bereits in der Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main tätig.

Erste Frau auf dem Posten der Leiterin der Amtsanwaltschaft

„Sie werden die erste Frau auf dem Posten der Leiterin der Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main und damit Chefin von rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter 39 Amtsanwältinnen und Amtsanwälten sein. Sie kennen die Amtsanwaltschaft nicht nur seit vielen Jahren, sondern haben viele Entwicklungen der Behörde selbst aktiv mitgestaltet. Ich freue mich daher sehr, dass wir Sie für diese Position gewinnen konnten“, so Eva Kühne-Hörmann.

„Derzeit werden drei der insgesamt elf staatsanwaltschaftlichen Behörden in Hessen von Frauen geführt. Hinzu kommen vier stellvertretende Behördenleiterinnen bei den Staatsanwaltschaften. Das zeigt, dass die Justiz nicht nur auf einem guten Weg in Sachen Frauenförderung ist, sondern auch, dass wir beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Justiz in den letzten Jahren ein großes Stück vorangekommen sind“, so Eva Kühne-Hörmann.

„Frau Gebert-Saltani ist eine engagierte Kämpferin für das Recht. Mit ausgewiesener Expertise und großer Erfahrung in der Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main weiß ich die Behörde in guten Händen. Ich wünsche Frau Gebert-Saltani für die Leitung der Amtsanwaltschaft eine stets erfolgreiche Hand“, so die Justizministerin.

Über Ursula Gebert-Saltani

Ursula Gebert-Saltani wurde am 15. Januar 1960 in Dahlbruch geboren. Nach dem Abitur begann sie 1978 das Studium der Rechtswissenschaften an der Justus Liebig-Universität in Gießen und führte es an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main fort. 1984 legte sie das erste juristische Staatsexamen ab. Anschließend war sie als wissenschaftliche Hilfskraft ebenfalls an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main tätig. Ihren Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Frankfurt am Main begann sie im Mai 1987. Drei Jahre später absolvierte sie das zweite juristische Staatsexamen. Nach einjähriger Tätigkeit als Rechtsanwältin wurde sie mit Wirkung vom 2. September 1991 zur Richterin auf Probe bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main berufen und am 11. Juli 1994 zur Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ernannt.

Von Juli 1994 bis Januar 1996 erfolgte eine Abordnung an die Staatsanwaltschaft bei dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main und erneut von November 2000 bis Mai 2001. Am 7. November 2006 wurde sie zur Oberstaatsanwältin als Abteilungsleiterin bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ernannt.

Seit dem 23. Dezember 2010 war sie die ständige Vertreterin des Leiters der Amtsanwaltschaft. Mit Wirkung vom 9. März 2015 wurde sie zur neuen Leiterin der Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main ernannt.

Über Manfred Oswald

Manfred Oswald wurde am 20. Oktober 1949 in Rehlingen geboren. Nach dem Abitur begann er 1970 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Saarbrücken und führte es an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main fort. 1975 legte er das erste juristische Staatsexamen ab. Seinen Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Frankfurt am Main begann er im März 1975. Zwei Jahre später absolvierte er das zweite juristische Staatsexamen.

Mit Wirkung vom 1. November 1977 wurde er zum Richter auf Probe bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main berufen und am 1. November 1980 zum Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ernannt.

Von Februar 1992 bis Mai 1994 erfolgte eine Abordnung an die Staatsanwaltschaft bei dem Kammergericht Berlin und von Mai 1994 bis November 1994 an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Am 1. Juli 1997 wurde er zum Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ernannt.

Am 1. April 2001 erfolgte die Abordnung an die Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main. Die Versetzung an die Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Übertragung des Amtes eines Oberstaatsanwalts als der ständige Vertreter des Leiters der Amtsanwaltschaft erfolgte am 27. Februar 2006.

Mit Wirkung vom 1. September 2010 wurde er zum neuen Leiter der Amtsanwaltschaft Frankfurt am Main ernannt. Mit Erreichen der Altersgrenze trat Manfred Oswald am 1. Februar 2015 in den Ruhestand.

Themengebiet: Justiz, Veranstaltung