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16.04.2015 - Land
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Ausbau des Inklusiven Unterrichts in Hessen geht weiter

Die Zahl der inklusiv beschulten Schülerinnen und Schüler in Hessen steigt deutlich. Die Bilanz stellte der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute im Kulturpolitischen Ausschuss des Hessischen Landtags vor. „Hessen kommt auf seinem Weg der inklusiven Beschulung sehr gut voran. Im Vergleich zum Vorjahr werden im laufenden Schuljahr 13,7 % mehr Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf neu an allgemeinen Schulen unterrichtet als im Vorjahr“, erklärte Lorz. „Dies belegt einmal mehr, dass die Schulen in Hessen dem Entwicklungsprozess schulischer Inklusion aufgeschlossen gegenüber stehen und ihre Aufgaben mit großer Verantwortung tragen.“

Die Entscheidung über den Förderbedarf treffen die sogenannten Förderausschüsse, die im Vorfeld des laufenden Schuljahrs 3.205-mal getagt haben. Eltern und Lehrkräfte aus der allgemeinen Schule wie aus den Beratungs- und Förderzentren beraten zusammen mit der Schulleitung der jeweiligen allgemeinen Schule darüber, wie die Schülerinnen und Schüler individuell am besten gefördert werden können. Zum Schuljahr 2014/15 sind insgesamt 2.472 Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung neu an allgemeinen Schulen aufgenommen worden. Bei 350 Schülerinnen und Schülern ergab die Empfehlung des Förderausschusses keinen Anspruch auf sonderpädagogische Förderung.

Eine einstimmige Empfehlung in 332 Fällen

In 332 Fällen gab es eine einstimmige Empfehlung von Lehrkräften und Eltern im Förderausschuss für den Besuch einer Förderschule. „Eltern in Hessen steht also nach wie vor die Wahl einer Förderschule offen“, erläuterte der Kultusminister – und die Akzeptanz dafür sei groß. Grundsätzlich sind Förderschulen als Durchgangsschulen angelegt. Sie fördern Schülerinnen und Schüler gezielt und bereiten sie so auf eine Rückkehr an die allgemeine Schule vor.

Keine einstimmige Empfehlung gab es in 51 Fällen, was einer Quote von lediglich rund 1,8% entspricht. Hier wurde dem Antrag auf inklusive Beschulung nicht stattgegeben. Dies geschah dann, wenn beispielsweise die Schule das Kind nicht entsprechend fördern konnte, oder wenn die für eine inklusive Beschulung notwendigen personellen, räumlichen oder sächlichen Voraussetzungen nicht bestanden. In jedem Einzelfall hat das Staatliche Schulamt die Empfehlung des Förderausschusses geprüft. Das Gros dieser Schülerinnen und Schülern, bei denen die inklusive Beschulung abgelehnt wurde, stellten jene mit dem Förderschwerpunkt Lernen und geistige Entwicklung, gefolgt von Kindern mit Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung. Zudem war  je ein Kind  in den Förderschwerpunkten Sprachheilförderung sowie körperliche und motorische Entwicklung betroffen.

Zusätzliche Stellen für den Ausbau des inklusiven Unterrichts 

Positiv entwickelt hat sich auch die Bereitstellung personeller Ressourcen für den inklusiven Unterricht. „In diesem Jahr konnten wir weit mehr als die in Aussicht gestellten 40 Stellen – nämlich über 120 Stellen – zusätzlich für den Ausbau des inklusiven Unterrichts bereitstellen“, berichtete Kultusminister Lorz weiter. „Wir unterstützen die allgemeinen Schulen inzwischen mit 1.815 Förderschullehrerstellen in der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung oder Behinderung. Der Ausbau des Inklusiven Unterrichts wird auch in den kommenden Schuljahren durch die Zurverfügungstellung von weiteren zusätzlichen Stellen vorangehen.“

Darüber hinaus erfolge eine sonderpädagogische Unterstützung der allgemeinen Schulen nicht nur bei Schülerinnen und Schülern mit festgestelltem Anspruch. „Vor allem legen wir weiterhin einen Fokus auf die präventive Arbeit der Beratungs- und Förderzentren in Hessen“, so Lorz. Derzeit werden mit diesem Angebot über 28.000 Kinder und Jugendliche an allgemeinen Schulen sonderpädagogisch unterstützt. „Dies unterstreicht den hohen Stellenwert der präventiven Arbeit der Schulen, die grundsätzlich sonderpädagogische Unterstützung auch ohne ein aufwändiges Feststellungsverfahren erhalten.“

Dank für die engagierte Arbeit 

„Wir ermöglichen somit immer mehr Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung oder Behinderung in Hessen den Besuch der allgemeinen Schule“, betonte Kultusminister Lorz zusammenfassend. „Dies geht nur durch die engagierte Arbeit unserer Lehrkräfte an der allgemeinen Schule, aber auch den Lehrerinnen und Lehrern der Beratungs- und Förderzentren sowie an den Förderschulen im Sinne einer inklusiven Schulentwicklung, denen ich dafür ganz herzlich danken möchte.“

Themengebiet: Bildung, Förderung