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02.03.2015 - Land
Gastbeitrag von Manfred Pentz in der FNP: Vom Flüchtling zur Fachkraft

Im vergangenen Jahr waren weltweit mehr als 50 Millionen Menschen vor Krieg, Terror und Verfolgung auf der Flucht – so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Hinter dieser nackten Zahl stehen unvorstellbare Einzelschicksale und menschliche Tragödien. Flüchtlinge suchen bei uns einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen können. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 17 000, in diesem Jahr werden wir weitere 20 000 aufnehmen.

Als wirtschaftsstarkes Land kommen wir unserer humanitären Verantwortung selbstverständlich nach und nehmen sie gerne wahr, auch wenn es uns vor große Herausforderungen stellt. Da sind auf der einen Seite die finanziellen Belastungen, die durch Unterkunft, Verpflegung, Kleidung, medizinische Versorgung und den täglichen Bedarf entstehen. Viel wichtiger aber noch ist die emotionale Zuwendung, die für oftmals traumatisierte Menschen so wichtig ist. Das Engagement Tausender gerade auch ehrenamtlich tätiger Helfer ist dabei ein großartiger Ausdruck praktizierter Nächstenliebe.

Der wohl wichtigste Schlüssel für eine gelungene Integration von Flüchtlingen ist die deutsche Sprache. Hier kann jeder von uns einen Beitrag leisten – ein freundliches Wort auf der Straße oder im Kaufhaus, das allein kann schon Brücken bauen, versuchen Sie es mal.

Wir sollten wechselseitig nicht übereinander reden, sondern miteinander ins Gespräch kommen. Viele neue Initiativen und ehrenamtliche Helfer setzen sich aktiv für ein besseres Miteinander ein – und sind Vorbild für uns alle. Es ist unsere Verantwortung, die vielfältigen Integrationsbemühungen zum Erfolg zu führen. Dies erfordert sowohl ein Bemühen derer, die in dieses Land gekommen sind, als auch derer, die schon immer hier gelebt haben. Wer nach den Gesetzen unseres Landes gekommen ist und bleiben darf, der ist herzlich willkommen. Er muss sich dann an die Regeln halten, die hier gelten. Wir wünschen uns, dass alle Menschen in unserem Land die Zukunft unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten, gleich welche religiöse oder weltanschauliche Überzeugung sie vertreten und gleich woher sie gekommen sind.

Dazu kann auch beitragen, wenn junge Flüchtlinge für die Dauer eines Ausbildungsverhältnisses und bei anschließender Weiterbeschäftigung als Fachkraft, eine gesichertes Bleiberecht erhalten. Etliche Berufszweige, etwa in der Pflege, suchen händeringend Personal. Viele der Menschen, die bei uns zunächst Hilfe gesucht haben, könnten hier selbst helfen und so aktiv an einer guten Zukunft unseres Landes mitarbeiten. Vom Flüchtling zur Fachkraft – das wäre doch eine hessische Erfolgsgeschichte, auf die wir dann alle zu Recht stolz sein dürften.

Themengebiet: Integration