Herzlich Willkommen
bei der CDU Hessen

Aktuelles

09.02.2015 - Land
Kultusminister Prof Dr. R. Alexander Lorz: Hessen beschreitet schrittweise Weg zur inklusiven Beschulung

Beim Besuch der Wiesbadener Diesterwegschule hat sich der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz vom Stand und Fortschritt der inklusiven Beschulung in Hessen ein Bild gemacht. „Die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Inklusion ist auch für den Bereich der Schulen eine große Herausforderung“, erklärte Lorz. Der gemeinsame Besuch von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Beeinträchtigung bzw. Behinderung habe hierzulande aber eine lange Tradition. An der Diesterwegschule ist das bereits seit 1989 der Fall. Für die Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung baut das Land Hessen also auf jahrzehntelang gewachsene Strukturen des Gemeinsamen Unterrichts und der präventiven Arbeit der Beratungs- und Förderzentren an allgemeinen Schulen. Die Stadt Wiesbaden ist als Schulträger seit 2013 eine der hessischen Modellregionen Inklusion.

Weiterentwicklung zum landesweiten Inklusiven Unterricht

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention und der neuen rechtlichen Grundlagen entwickelte sich der Gemeinsame Unterricht zum landesweiten Inklusiven Unterricht weiter. Der Umsetzung der UN-Konvention wird eine hohe Priorität zugemessen. „Wir haben in Hessen die Zahl der Stellen für Förderschullehrkräfte zur Unterstützung an der allgemeinen Schule auch im Schuljahr 2014/15 erneut deutlich erhöht“, betonte der Kultusminister. „So stehen in diesem Schuljahr noch einmal 120 Stellen mehr zur Verfügung als im Jahr zuvor.“ Die Gesamtzahl der Stellen für sonderpädagogische Förderung an allgemeinen Schulen liege mittlerweile bei über 1.800. „Die Stellenplanung sieht auch für diesen Bereich einen kontinuierlichen Ausbau über die gesamte Legislaturperiode vor“, so Lorz.

Behutsame und schrittweise Umsetzung

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der inklusiv beschulten Kinder in Hessen um fast 5 % angestiegen. Noch nie waren so viele Förderschullehrkräfte in der allgemeinen Schule im Einsatz. „Die flächendeckende Einrichtung inklusiver Beschulung ist allerdings ein langfristiger Prozess, der nur behutsam und schrittweise umgesetzt werden kann“, erklärte Lorz. In den kommenden Jahren sollen nach Möglichkeit mit allen Schulträgern Vereinbarungen nach dem Vorbild der bestehenden Modellregionen geschlossen werden. Das bedeutet, dass die Ressourcen der Förderschule für die drei Förderschwerpunkte Lernhilfe sowie emotionale und soziale Entwicklung künftig verstärkt an den allgemeinen Schulen eingesetzt werden. „Zur Unterstützung der Förderbedingungen für inklusiven Unterricht stärken wir außerdem die Lehrerfortbildung in diesem Bereich. Die zukünftige Lehrkräfteakademie wird darauf einen besonderen Schwerpunkt legen.“ Den Schulen der Region Wiesbaden biete das Hessische Kultusministerium beispielsweise umfassende Fortbildungsveranstaltungen zum Thema ‚Umgang mit heterogenen Lerngruppen‘ an.

Sicherstellung der individuellen Förderung

„Entscheidend für den weiteren Aufbau inklusiver Beschulung sind für uns die Sicherstellung der individuellen Förderung und der Elternwille als Richtschnur“, sagte Lorz zum Abschluss seines Besuchs. „In der Umsetzung vertrauen wir auf die Schulgemeinde vor Ort.“ Gleichzeitig betonte er, dass auch Förderschulen in Hessen weiterhin ein attraktives Bildungsangebot darstellen werden. Die Förderschule ist mit ihren spezifischen Angeboten und dem vorhandenen Knowhow der Lehrkräfte für viele Schülerinnen und Schüler der geeignete Förderort und wird von vielen Eltern als die für ihre Kinder geeignete Schule aktiv gewählt. „So verfolgen wir das Prinzip der Wahlfreiheit für die Eltern auch in den Fällen, in denen eine sonderpädagogische Förderung notwendig ist. Deren Entscheidung über den Bildungsweg ihrer Kinder sollte, selbstverständlich unter Einbeziehung der pädagogischen Beratung durch die Lehrkräfte, Ausgangspunkt aller Überlegungen sein“, hob Lorz hervor.

Themengebiet: Bildung