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04.02.2015 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Wichtiger Beitrag Hessens zur Bewahrung und Fortentwicklung der Kultur der Vertreibungsgebiete

Nach 2011 und 2013 schreibt die Hessische Landesregierung zum dritten Mal den im Zweijahresrhythmus vergebenen Landespreis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“ aus. Dies kündigte Staatsminister Grüttner heute in Wiesbaden an. „Mit der Stiftung des Preises erinnert das Land daran, dass fast jede dritte Hessin und jeder dritte Hesse entweder Flucht oder Vertreibung selbst erlebt haben, von Flüchtlingen und Vertriebenen abstammen oder als Aussiedlerin und Aussiedler bzw. Spätaussiedlerin und Spätaussiedler hier leben“, hob Grüttner hervor.

Dieser große gesellschaftliche Anteil der Vertriebenen und Aussiedler übte und übt Einfluss auf das kulturelle, wirtschaftliche und soziale Gefüge Hessens aus. Vielerorts entstanden zur Aufnahme der Angekommen neue Siedlungen und Stadtteile, die z.B.  durch die Straßenbenennung mit den Namen ostdeutscher Städte oder historischer Persönlichkeiten bis heute erkennbar sind. Das kulturelle Leben Hessens erhielt neue Impulse. Denkmäler und Heimatsammlungen wurden aufgebaut, es entstanden Trachtengruppen, Chöre und Vereine zur Pflege der Kultur der ehemals deutschen Ostgebiete. Auch der Hessentag wurde 1961 u.a. aus dem Grunde ins Leben gerufen eine gemeinsame Identifikation der Neubürger mit dem neuen Bundesland Hessen und den Alteingesessenen zu fördern.  Der wirtschaftliche Neuaufbau nach 1945 wurde maßgeblich mitbewirkt durch die Vertriebenen, die sich neue Existenzgrundlagen schaffen mussten. Auch die Spätaussiedler, die in späteren Jahren zu uns gekommen sind und weiterhin zu uns kommen, prägen unser Bundesland positiv. Oftmals bringen sie benötigte Ausbildungen und Berufserfahrungen in technischen Berufen mit.

Bewahrung und Fortentwicklung der Kultur

„Damit diese geschichtliche Entwicklung Hessens nicht aus dem Blickfeld gerät, will das Land Hessen hervorragende kulturelle, literarische oder wissenschaftliche Leistungen durch den Hessischen Preis ‚Flucht, Vertreibung, Eingliederung‘ auszeichnen. Hessen setzt damit gerne auch die an alle staatlichen Ebenen gerichtete Verpflichtung aus dem Bundesvertriebenengesetzes um, seinen Beitrag zur Bewahrung und Fortentwicklung der Kultur der Vertreibungsgebiete zu leisten“, erklärten Minister Grüttner und die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler Margarete Ziegler-Raschdorf.

Nach inhaltlichen Schwerpunkten in den Jahren 2011 (60 Jahre Charta der Heimatvertriebenen) und 2013 (250 Jahre Einladung zur Ansiedlung von Deutschen in Russland) steht der Landespreis 2015 allgemein unter der Überschrift „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“. Um den Preis können sich alle Einwohner und Einwohnerinnen Hessens sowie Institutionen oder Organisationen bewerben, die ihren Sitz in Hessen haben. Es gibt keine Altersgrenze. In besonderer Weise ermutigt Staatsminister Grüttner junge Menschen, sich mit der Geschichte und Kultur unseres Landes oder auch der eigenen Familie und Herkunft zu befassen und  Materialien einzureichen. Berücksichtigt werden kulturelle, geschichtliche, wissenschaftliche, volkskundliche oder sonstige vergleichbare Beiträge. Der Preis wird am Samstag, 30. Mai 2015 im Rahmen des Tages der Vertriebenen auf dem Hessentag in Hofgeismar verliehen und ist mit 7.500 Euro dotiert. Eine achtköpfige Jury entscheidet über die Vergabe.

Einsendeschluss ist der 15. März 2015. Vorschläge oder Bewerbungen sind zu richten an:

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Abteilung IV
Dostojewskistr. 4
65187 Wiesbaden
E-Mail: Landesausgleichsamt-Hessen@HSM.Hessen.de

Themengebiet: Integration, Soziales