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23.01.2015 - Land
Staatsminister Axel Wintermeyer: Ausmaß an Solidarität war überwältigend

Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, und Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, haben heute eine Bilanz zu „Hessen hilft den Flutopfern“ gezogen. Nur wenige Tage nach dem Tsunami im Dezember 2004 startete die Spendenaktion – über 1,6 Millionen Euro kamen zusammen. 614 Familien in Indien erhielten Soforthilfe wie Kleidung, Kochutensilien und Lebensmittel. 18 Notunterkünfte wurden errichtet. Beim folgenden Wiederaufbau wurden 424 Häuser finanziert und 187 Boote gekauft. Nach dem Taifun Haiyan im November 2013 wurde das Programm neu gestartet: 900 Nothilfepakete, 400 Bildungspakete und 250 Reparatursets erreichten schnell die philippinische Insel Bantayan, wo die Auswirkungen der Zerstörung bis heute beseitigt werden – auch dank über einer halben Million Euro aus Hessen (weitere Zahlen und Fakten zu den Spendenaktionen im Anhang). Eine Fotoausstellung der Stiftung zeigt, dass die Spenden vor Ort wirken und wie die Menschen ihre Heimat wieder aufbauen.

Scheck über 2.000 Euro an die Karl Kübel Stiftung

Staatsminister Axel Wintermeyer bekräftigte das Engagement des Landes Hessen und überreichte einen Scheck über 2.000 Euro an die Karl Kübel Stiftung. „Rund zehn Jahre sind seit dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean, der mehr als 200.000 Menschenleben in Südostasien forderte, vergangen. Nur wenige Tage nach der Naturkatastrophe, die unsägliches Leid und Zerstörung hinterließ, reagierte unser Land mit einem eigenen Programm zum Wiederaufbau“, sagte Wintermeyer. „‚Hessen hilft den Flutopfern‘ war das Versprechen der Landesregierung, von Radio FFH, dem Verband Hessischer Zeitungsverleger und der Karl Kübel Stiftung, schnell und unbürokratisch zu helfen. Das Ausmaß an Solidarität und Spendenbereitschaft, mit dem die hessischen Bürgerinnen und Bürger antworteten, war überwältigend: Privatpersonen und Unternehmen haben gespendet, aber auch Schüler, die einen Kuchenbasar veranstalteten, um Spenden einzuwerben oder Firmen, die das Geld der Weihnachtsfeier stifteten“, so der Minister.

1,6 Millionen Euro wurden innerhalb von wenigen Monaten gespendet. Die Karl Kübel Stiftung war schon vor dem Unglück als Entwicklungshelfer in Indien engagiert und Garant dafür, dass die Hilfe direkt bei den betroffenen Familien ankam. In Indien waren vorwiegend die südöstlichen Küstenstreifen von den Zerstörungen betroffen. Insgesamt litten dort fast 900.000 Menschen unmittelbar unter den Folgen des Tsunami. In der Region gab es 8.000 Todesopfer, zudem richteten die Fluten massiven wirtschaftlichen Schaden an. Sie zerstörten 123.000 Häuser und Hütten und machten die dort lebenden Familien obdachlos. Zudem wurde den Menschen, die vorwiegend vom Fischfang lebten, die Existenzbasis genommen. „Nach der ersten Phase der unmittelbaren Nothilfe mit medizinischer Versorgung, Nahrungsmitteln, Wasser und Notunterkünften haben wir sehr schnell mit dem Wiederaufbau in Form von Kleinkrediten, Booten und Häusern begonnen. Dabei waren die betroffenen Menschen immer aktiv in den Wiederaufbauprozess einbezogen. Hilfe zur Selbsthilfe war bei diesem Programm ein Grundprinzip“, so Ralf Tepel.

‚Hessen hilft‘ nach dem Taifun Haiyan 2013

„Die Karl Kübel Stiftung war auch unser verlässlicher Partner, als der Taifun Haiyan im November 2013 die Philippinen traf. Durch unsere gemeinsame Aktion ‚Hessen hilft‘ konnten wir bereits auf ein bestehendes Netzwerk zurückgreifen, das sich bewährt hatte. Auch hier zeigten die Bürgerinnen und Bürger eine ungebrochene Bereitschaft zu helfen und spendeten weit über eine halbe Million Euro, die den Bewohnern der Insel Bantayan zugutekam“, betonte Axel Wintermeyer.

Nordwestlich von Cebu (Philippinen) gelegen, leben etwa 115.000 Menschen dort. Rund 95 Prozent aller Häuser auf der Insel waren zerstört. Ihre Größe entspricht in etwa der Fläche von Darmstadt. Die Karl Kübel Stiftung hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Entwicklungsprojekte auf der stark verarmten Insel umgesetzt. Zusammen mit ihrem langjährigen Partner, der von den Steyler Missionaren gegründeten Organisation Justice, Peace and Integrity of Creation (JPIC), organisierte sie die Hilfsmaßnahmen. Trinkwasser- und Nahrungsmittelversorgung, Decken und Kleidung sowie medizinische Versorgung und Notunterkünfte standen im Vordergrund. Ebenso mussten Hütten und Häuser repariert und aufgebaut werden. „Es ist zu befürchten, dass diese Region – bedingt durch den Klimawandel – auch zukünftig von Unwettern heimgesucht wird. Daher stand für uns der Bau sturmsicherer Häuser und Gemeinschaftsgebäude wie Schulen und Kindergärten im Vordergrund. Begleitet werden diese Baumaßnahmen von Kleinkreditprogrammen, mit denen wir den wirtschaftlichen Aufbau unterstützen“, erläutert Ralf Tepel. Die Hilfe konzentriere sich auf die vier Gemeinden Guiwanon, Kabangbang, Patao und Bantigue, die die örtliche Verwaltung als mit am schlimmsten betroffen eingestuft hat.

„Hessen hilft“ in Zahlen

Tsunamigebiet, Süd- und Südostindien: mehr als 1,6 Millionen Euro Spendengelder

Soforthilfe:

  • 614 Familien erhielten Kleidung, Betttücher, Schlafmatten, Kochutensilien, jeweils zehn Kilogramm Reis und weitere Lebensmittel
  • Bau von 18 Notunterkünften
  • Verteilung von Schulmaterialien an Kinder
  • Einrichtung einer Elektrizitätsversorgung für 240 Notunterkünfte
  • Einrichtung von Straßenbeleuchtung
  • Befestigung (Böden) für 60 Notunterkünfte
  • Medizinische Versorgung (regelmäßige medizinische Camps) in allen Dörfern (einschließlich psychologischer Betreuung)

Wiederaufbau der Lebensgrundlagen ab April 2005:

  • Bau von 424 Häusern (davon 163 in Devaneri, 44 in Edayurkuppam, 15 in Salvankuppam, 202 in Paramankeni; von den Häusern in Paramankeni wurden 26 von „Hessen hilft“, 75 von der Andheri Hilfe und 101 von der Caritas finanziert)
  • Einrichtung und Betrieb von acht Nachhilfezentren für 541 Kinder
  • Einrichtung und Betrieb einer Schneidereiwerkstatt (einschließlich Ausbildung)
  • Bereitstellung von 187 Booten einschließlich Netzen und Außenbordmotoren
  • Bereitstellung von sechs Wassertanks mit jeweils 500 Litern Fassungsvermögen
  • Bau von drei Gemeindezentren, Brunnen und Handpumpen in Devaneri und Nachbargemeinden
  • Bau von Gemeinschaftslatrinen in Devaneri
  • Organisation und Aktivierung von 20 Selbsthilfegruppen (SHG), die gemeinsam sparen,
  • abrechnen und Investitionen tätigen
  • Einrichtung von Abendschulen für Schulkinder, Anlage eines Spielplatzes

Bantayan, Philippinen, nach dem Taifun 2013:

bis heute mehr als 550.000 Euro Spenden

Soforthilfe:

  • 900 Nothilfepakete mit Lebensmitteln, Schlafmatten und Decken
  • 400 Bildungspakete mit Ranzen, Stiften und Schreibmaterialien
  • 250 Reparatursets mit Zeltplanen, Nägeln, Seilen und Werkzeug für die notleidenden Familien

Wiederaufbau:

  • Bau und Bezug von 99 Häusern bis Ende 2014, davon wurden 49 komplett neu gebaut und 50 stark beschädigte Häuser repariert und wiederaufgebaut. Bis Ende 2015 sind noch 42 Neubauten und elf Hausreparaturen geplant.
  • Aufbau des Kindergartens in Guiwanon, der nun gleichzeitig Evakuierungszentrum bei eventuellen Katastrophen ist
  • Aufbau zwei weiterer Kindergärten: Day Care Centres Sayao und Gilakgan, mit Spielplätzen und Innenausstattung
  • Reparatur und Wiederaufbau des Gemeindezentrums in Guiwanon, ebenfalls mit Evakuierungsräumen
  • Bau von zehn Toiletten
  • 283 Kleinkredite vergeben: in Höhe von jeweils 150 Euro an 121 Familien, weitere 46 Kreditanträge sind in der Bearbeitung, 116 Anträge werden noch erwartet.
  • Die bisher vergebenen Kleinkredite wurden wie folgt verwendet: 51 Kredite für Bootsmotoren und z.B. Netze für den Fischfang, 60 Kredite für die Wiederaufnahme der Schweinezucht (Kauf von Jungtieren und Futter), vier Kredite für den Wiederaufbau der Geflügelzucht (Jungtiere und Futter), vier Kredite für den Aufbau eines Lebensmittelhandels, je ein Kredit für die Herstellung von einfachen Möbeln und die Fertigung von Kleidung (Näherei) 
  • 1 Großboot

Fotoausstellung zeigt, dass „Hessen hilft“ wirkt

Zehn Bildaufsteller veranschaulichen eindrücklich das Maß der Zerstörung nach beiden Katastrophen, aber auch die enormen Anstrengungen der Frauen und Männer vor Ort und der Menschen in Hessen, nachhaltig zu helfen. Die Ausstellung zeigt in Bildern und Texten die Geschichte von „Hessen hilft“ – von den Zuständen direkt nach dem Tsunami bzw. dem Taifun, über die schnelle Nothilfe in den ersten Wochen, den langfristigen Aufbau der Lebensgrundlagen der Menschen und der Situation heute, zehn Jahre danach. Referenten der Stiftung haben auf ihren Reisen in die Projektgebiete über zehn Jahre festgehalten, wie sich die Menschen nach und nach wieder ein normales Leben aufgebaut haben und wie dankbar sie dafür sind.

Hintergrund zur Karl Kübel Stiftung

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie wurde 1972 von dem Unternehmer Karl Kübel (1909-2006) gegründet. Der erfolgreiche Möbelfabrikant brachte den Erlös aus dem Verkauf seiner 3k-Möbelwerke und den größten Teil seines Privatvermögens in die Stiftung ein. Die im südhessischen Bensheim ansässige Stiftung ist überwiegend operativ tätig und stärkt Familien, Eltern und Kinder, indem sie sich für unterstützende gesellschaftliche, bildungs- und familienpolitische Rahmenbedingungen einsetzt; die Projekte folgen dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und sind präventiv und nachhaltig ausgerichtet. Die gemeinnützigen Aktivitäten der Stiftung gliedern sich in drei Bereiche: Bildung, Entwicklungszusammenarbeit und Inlandsarbeit.

Themengebiet: Hessen