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08.01.2015 - Land
Sozial- und Integrationsminister Stefan Grüttner: Weiterentwicklung des WELCOMECENTERS Hessen unterstützt internationale Fachkräfte, die zu uns kommen

Anlässlich der Fortführung des WELCOMECENTERs Hessen ab dem 1. Januar 2015, betonte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, dass „kompetente Fachkräfte“ aus dem Ausland nicht nur „herzlich willkommen“ seien in Hessen, sondern „dass wir diese auch dringend für uns gewinnen müssen“, um dem Fachkräftebedarf der Zukunft zu begegnen. Deshalb investiere Hessen 127.000 Euro in das Welcomecenter.

„Angesichts des demografischen Wandels ist die Versorgung der Wirtschaft mit Fachkräften eine der großen Zukunftsaufgaben zur Sicherung des wirtschaftlichen und sozialen Wohlstandes. Prognosen zufolge werden wir in Hessen bis 2030 einen Fachkräftebedarf zwischen 400.000 bis 600.000 Menschen haben. Das liegt daran, dass es weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren geben und die Altersstruktur der Belegschaften sich verändern wird. Um diese Lücke zu füllen, bedarf es der Hebung und Nutzung der Potentiale der hessischen Fachkräfte, aber auch weiterer internationaler Fachkräfte. Deshalb ist es wichtig und richtig, internationale Fachkräfte in Hessen willkommen zu heißen und sie mit Rat und Tat zu unterstützen. Es hilft, Hessen als Standort für internationale Fachkräfte attraktiver aufzustellen. Die Kooperation mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, der Regionaldirektion Hessen und der Arbeitsagentur Frankfurt hat sich bewährt. Gemeinsam ist es uns gelungen, auch 2015 den Betrieb des WELCOMECENTERs Hessen sicherzustellen.“, so der Minister.

Effizient und zukunftsorientiert handeln

Der Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Bernd Ehinger, betonte: "Ich freue mich, dass es mit dem WELCOMECENTER vorangeht. Es ist eines der zentralen Ziele des regionalen Handwerks, sich auf vielfältige Weise für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main zu engagieren. Wichtig ist hierbei, alle verantwortlichen Stellen zu verzahnen, um effizient und zukunftsorientiert zu handeln - der Arbeitsmarkt ist ein europäischer, dem müssen wir entsprechend begegnen."

Für Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, ist das WELCOMECENTER in den Räumen der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main ein Beispiel gelebter und erfolgreicher Willkommenskultur: „Das WELCOMECENTER Hessen hat sich erfolgreich als erste Anlaufstelle für Ratsuchende aus dem Ausland etabliert und ich bin froh, dass wir dieses Angebot weiterhin aufrecht erhalten können. Zusammen mit der Anerkennungsberatung, die sich ebenfalls in den Räumen der Agentur für Arbeit Frankfurt befindet, bieten wir Menschen aus dem Ausland auf kurzem Wege schnelle und umfassende Hilfestellungen. Das WELCOMECENTER ist für mich ein unverzichtbarer Bestandteil gelebter Willkommenskultur. Gerade in einer Stadt wie Frankfurt am Main, in der Menschen aus 170 Nationen zusammen leben, brauchen wir eine solche Einrichtung. Auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung in unserem Land und die Tatsache, dass immer mehr Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen zu uns finden, sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder weil in ihrem Land Krieg ist, sollten wir allen einen guten Start in unsere Gesellschaft und die Arbeitswelt ermöglichen.“

Ausdruck einer gelebten Willkommenskultur

Karl-Heinz Huth, Leiter der Arbeitsagentur Frankfurt führt aus: „Seit Juli 2013 haben wir das Glück, das WELCOMECENTER Hessen in unseren Räumen beherbergen zu dürfen. Für uns stellt dies eine Bereicherung unseres Dienstleistungsangebotes dar. Ratsuchende Menschen aus dem Ausland haben die Möglichkeit, sich eingehend beraten zu lassen. Hierbei geht es nicht nur um die Suche nach Arbeit, denn auch alltägliche Dinge wie Kontoeröffnung, Wohnungssuche oder wo man am besten Deutsch lernen kann, werden erklärt. Das WELCOMECENTER in Frankfurt ist Ausdruck einer gelebten Willkommenskultur, die dazu beiträgt, dass sich ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Rhein-Main-Region wohlfühlen und Wirtschaft und Gesellschaft bereichern.“

Das im Juli 2013 in Frankfurt am Main in einem Gemeinschaftsprojekt des Landes und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit/ Agentur für Arbeit Frankfurt am Main in Kooperation mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main eröffnete und zunächst bis Dezember 2014 befristete WELCOMECENTER Hessen dient dieser Zielsetzung. Ab 1. Januar 2015 wird es deshalb unter Beteiligung der Kooperationspartner unter der Federführung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration weiter betrieben. „Neu in Hessen ankommende internationale Fachkräfte und an der Beschäftigung internationaler Fachkräfte interessierte Arbeitgeber sollen auch 2015 in dem WELCOMECENTER Hessen eine zentrale Anlauf-, Beratungs- und Servicestelle für Hessen vorfinden. Mit der Fortführung des WELCOMECENTERs Hessen bekennt sich Hessen auch weiterhin zu einer klaren Willkommenskultur und einer bewährten Willkommensstruktur - ein deutliches und starkes Signal an internationale Fachkräfte.“, erläuterte Grüttner.

Herausforderung der Fachkräftesicherung

Die Herausforderung der Fachkräftesicherung wird in einer gemeinsamen Kraftanstrengung der Gestaltungspartner des Wirtschafts- und Arbeitslebens im Rahmen des vom Land Hessen im Dialog erstellten Gesamtkonzeptes Fachkräftesicherung Hessen mit seinen rund 150 Maßnahmen in drei grundlegenden strategischen Handlungsfeldern (1. Aus- und Weiterbildung, 2. Potenzialorientierte Arbeitsmarktpolitik, 3. Internationalisierung als Standortfaktor) angegangen. Zu den Handlungsansätzen des Handlungsfeldes 3 gehören unter anderem die Stärkung der Willkommenskultur und die Stärkung der Willkommensstruktur.

„Wir haben das Thema der Fachkräftesicherung vielfältig angepackt. So konnten wir im Rahmen eines Projektes spanische Pflegekräfte für Hessen gewinnen, wir haben eine Stabsstelle Fachkräftesicherung in Hessen im Ministerium für Soziales und Integration eingerichtet und damit zuverlässig eine Verabredung des Koalitionsvertrages umgesetzt. Die Arbeit des WELCOMECENTERs ist ein weiterer wichtiger Baustein, um die Herausforderungen der Zukunft anzupacken.“, so Grüttner abschließend.

Ratsuchende Fachkräfte werden im WELCOMECENTER Hessen:

  • willkommen geheißen und begrüßt,
  • zu Fragestellungen rund um ihren neuen Aufenthaltsort, Arbeitssuche und -aufnahme einzelfallbezogen je nach Bedarf auf Deutsch, Englisch, Spanisch oder Arabisch beraten,
  • über die Beratungsangebote zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse informiert,
  • bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche unterstützt,
  • bei Bedarf an Willkommenskurse und Integrationskurse vermittelt,
  • bei der Arbeitssuche unterstützt ggf. auch zur Arbeitsvermittlung begleitet,
  • im Einzelfall bei auftretenden Problemen Hilfestellungen erhalten und ggf. begleitet und gezielt an die im Einzelfall in Frage kommenden Institutionen, Vereine und sonstige Organisationen verwiesen (Verweisberatung).

Unternehmen werden im WELCOMECENTER Hessen:

  • über die Gesamtstrategie des Landes zur Fachkräftesicherung, vor allem zum Handlungsfeld 3, über Fragestellungen rund um die Beschäftigung internationaler Fachkräfte und über bestehende Unterstützungsangebote informiert
  • und gezielt an die im Einzelfall in Frage kommenden Institutionen, Vereine und sonstige Organisationen verwiesen (Verweisberatung).

Das WELCOMECENTER Hessen wirbt als Botschafter für eine gelebte Willkommenskultur in Hessen und dient als Brücke zwischen Wirtschaft, Land und internationalen Fachkräften.

Themengebiet: Integration, Soziales