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19.12.2014 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Ich freue mich, dass sich so viele Unternehmen bereit erklärt haben, die Charta zu unterzeichnen

In Hessen ist der Anteil der Menschen, die einen Angehörigen pflegen, größer als in allen anderen Bundesländern: Laut Statistischem Bundesamt waren 2011 etwa 3,3 % der Hessen auf Pflege angewiesen – in absoluter Zahl 199.655 Personen. 76 % von ihnen wurden von Angehörigen betreut. Im Bundesdurchschnitt waren es rund 70 %. Schon in naher Zukunft wird die Zahl der pflegenden Angehörigen deutlich steigen, denn in nur 15 Jahren wird bundesweit mit 3,4 Mio. (2013: 2,53 Mio.) Pflegebedürftigen gerechnet. In Hessen dürften es im Jahr 2030 etwa 272.000 sein. Damit nimmt auch unweigerlich die Zahl der Personen zu, die Beruf und Pflege vereinbaren müssen. Über die Hälfte der Pflegenden sind bereits heute erwerbstätig. Angesichts des steigenden Fachkräftemangels wird der personalpolitische Druck durch das Pflegethema also unweigerlich und schnell zunehmen.

“Ich freue mich, dass sich so viele Unternehmen bereit erklärt haben, die Charta zu unterzeichnen und damit ein klares Signal aussenden, dass sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bspw. Angehörige pflegen, in dieser schweren Lebenssituation helfen möchten. Dass es nach nur einem Jahr schon 51 Unternehmen sind, die mitmachen, zeigt, dass wir mit der Aktion ein wichtiges Thema angepackt haben – für Unternehmen sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärte der Hessische Familienminister Stefan Grüttner.

Eine maßgebliche Unterstützung

Die Familienpflegezeit, die ab dem 1. Januar 2015 u. a. mit dem Rechtsanspruch auf Teilzeit eine wichtige Erweiterung findet, bietet pflegenden Beschäftigten eine maßgebliche Unterstützung. Um den konkreten Bedürfnissen der pflegenden Beschäftigten Rechnung zu tragen, sind aber auch individuelle Maßnahmen durch die Arbeitgeber gefragt. Gerade diese tragen maßgeblich zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit und zur Motivation der Beschäftigten entscheidend bei. Die hessische Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“ möchte vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen, ihre Personalpolitik pflegegerecht auszurichten. Die bundesweit einmalige Initiative leistet dazu auch konkrete Unterstützung – in Form von verschiedenen Informations- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitgeber wie auch für Arbeitnehmer wie etwa Kompetenztrainings und Qualifizierungsmaßnahmen zum Pflege-Guide.

51 hessische Arbeitgeber haben mit der Unterzeichnung der ebenfalls von der Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“ Ende 2013 ins Leben gerufenen Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bereits ein deutliches Bekenntnis für eine pflegegerechte Organisationskultur abgegeben. Viele von ihnen zeigen einen lösungsorientierten Umgang – mit konkreten Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

Mit gutem Beispiel voran – aktive Arbeitgeber in Hessen

Die Arbeitgeber machen dabei deutlich, wie groß die Palette der Unterstützungsmöglichkeiten ist – und das unabhängig von Größe und Branche.

  • Information ist dabei ein dringendes Anliegen der MediClin Reha-Zentrum am Hahnberg und der MediClin Klinik für Akutpsychosomatik am Hahnberg. Die 180 Beschäftigten werden regelmäßig im Rahmen von Fortbildungen und Vorträgen über das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege informiert. Ein fachkundiger Ansprechpartner in der Klinik bietet zudem individuelle Beratung.
  • Individuelle Lösungen stehen bei den Asklepios Kliniken Nordhessen (Bad Wildungen) im Vordergrund. Den 1.500 Beschäftigten stehen theoretische und praktische Beratung sowie Qualifizierungmöglichkeiten offen, die nach Möglichkeit auf die Bedürfnisse des einzelnen abgestimmt werden. Maßnahmen werden entsprechend ebenfalls individuell ausgestaltet.
  • Die Hess-Natur Textilien GmbH in Butzbach – kurz hessnatur – hat als einer der ersten hessischen Arbeitgeber zwei seiner Beschäftigten die von der Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“ angebotene Ausbildung zum Pflege-Guide ermöglicht. Damit stellt hessnatur seinen 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jetzt ausgewiesene Ansprechpartner und Vertrauenspersonen zur Seite, die das Thema Pflege im Betrieb vertreten und bekannt machen sowie ihre Kolleginnen und Kollegen über innerbetriebliche Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege und über das externe Hilfenetz für den Pflegefall informieren. 
  • Die Kommunikationsagentur ansicht in Wiesbaden setzt im ersten Schritt auf eine interne Informationsveranstaltung zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Das relativ niedrige Durchschnittsalter von 33 Jahren und auch die Unternehmensgröße von fünf Mitarbeitern sind dabei keine Gegenargumente. Die Beschäftigten sollen so früh wie möglich für das Thema Pflege sensibilisiert werden und unterstützende Maßnahmen kennenlernen.
  • Die REWE Markt GmbH bietet ihren rund 22.000 Beschäftigten der Zweigniederlassung Mitte mit der Betriebsvereinbarung „Auszeit Pflege“ ein zentrales Untertsützungsangebot. Je nach Modell (drei verschiedene Modelle) erfolgt die Weiterzahlung des Entgeltes. Hinzukommen u. a. die Notfallmappe für Familienangehörige und der Pflegeleitfaden mit Kontakten aus der Region z. B. Pflegestützpunkte Hessens.
  • Beratungs- und Informationsangebote zum Thema Pflege bilden auch beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach einen Kern des Unterstützungsangebotes. Darüber hinaus können die rund 2.400 Beschäftigten flexible Arbeitszeitmodelle nutzen. Auch die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) setzt auf eine bewegliche Arbeitszeitgestaltung im Rahmen der Gleitzeit. Damit bietet sie ihren rund 1.100 Beschäftigten an den Standorten Gießen, Friedberg und Wetzlar gezielte Möglichkeiten zur Flexibilisierung ihrer Tätigkeiten, die durch Telearbeit ebenfalls gegeben ist.
  • Home-Office-Lösungen können bei der G+M Steuerberatung in Fulda genutzt werden. Die 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können zudem in Pflegefragen durch die Zusammenarbeit mit dem Malteser-Hilfswerk profitieren.
  • Kooperation ist auch bei der Taunus Sparkasse in Bad Homburg ein zentrales Stichwort. Zu dem umfassenden Angebot der Taunus Sparkasse gehört die feste Zusammenarbeit mit einem Pflegeheim. Die Taunus Sparkasse ermöglicht ihren rund 800 Beschäftigten, sich jederzeit kostenfrei und ohne Wissen der Taunus Sparkasse als Arbeitgeber an die Pflegeeinrichtung zu wenden. Dort erhalten sie eine ausführliche Beratung zur individuellen Pflegesituation. Darüber hinaus können Plätze in der Einrichtung und das „Essen auf Rädern“ genutzt werden.

Pressekontakt:

 

ICPAHL & GÜTTLER
PR-Beratung
Silke Güttler
Geschäftsführerin
Tel.: 069/66 12 48-52
s.guettler@icpahl.de
„Beruf und Pflege vereinbaren“ –
die hessische Initiative
Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V.
Dr. Cornelia Seitz, Leiterin der Forschungsstelle
Rolf Rudolph, Pädagogischer Mitarbeiter
Tel.: 06032/86958-716,
Fax: -720,
seitz.cornelia@bwhw.de und 
rudolph.rolf@bwhw.de

Hintergrund

Um Arbeitgeber bei den Fragen nach der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu unterstützen, haben das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, die AOK Hessen, die berufundfamilie gGmbH – Eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. im vergangenen Jahr  die hessische Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“ ins Leben gerufen. Die Angebote der Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“ umfassen: Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen, Informationsveranstaltungen für Arbeitgeber, Kompetenztrainings für Beschäftigte und Qualifizierungsmaßnahmen für innerbetriebliche Ansprechpartner („Pflege-Guides“). „Beruf und Pflege vereinbaren – die hessische Initiative“ ist Teil der Seniorenpolitischen Initiative Hessen und wird gefördert aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds.

Neben diese Presseinformation finden Sie im Anhang das Faktenblatt „Pflege“ und das Serviceangebot zur Kontaktvermittlung.

 

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Themengebiet: Pflege