Herzlich Willkommen
bei der CDU Hessen

Aktuelles

10.11.2014 - Land
Gesundheitsminister Stefan Grüttner: Gesundheitsförderung und Prävention müssen in allen Lebenswelten gestärkt werden

Der Hessische Gesundheitspreis wurde am Montag an vier herausragende Projekte verliehen, die einen wichtigen Beitrag für die Prävention und Gesundheitsförderung in Hessen leisten. Der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner ehrte jeweils ein Projekt in den Bereichen „Gesund Aufwachsen“, Gesund Leben“ und „Gesund Altern“, die sich für die Gesundheit der hessischen Bevölkerung einsetzen. Darüber hinaus verlieh er den Sonderpreis „Gesund altern in der Kommune“.

„Gute Gesundheit und der Erhalt von Lebensqualität sind zentrale Voraussetzungen für alle privaten Aktivitäten und Pläne, ob im Beruf, in der Familie oder in der Freizeit. Neue Herausforderungen in der medizinischen Versorgung und die Veränderungen durch den demographischen Wandel erfordern ein Umdenken bei allen an der Gesundheitsversorgung Beteiligten, bei den Patientinnen und Patienten, aber auch in Politik und Gesellschaft“, betont Grüttner. „Die ausgezeichneten Projekte haben Vorbildcharakter für weitere Unternehmungen in der Prävention und Gesundheitsförderung“, so der Gesundheitsminister.

Der heutigen Ehrung im Landtag war eine Vielzahl von Bewerbungen unterschiedlichster Projekte in der Prävention und Gesundheitsförderung vorausgegangen. Insgesamt waren 76 Projektvorschläge für den Gesundheitspreis form- und fristgerecht eingegangen. „Die Ausschreibung zum Gesundheitspreis 2014 machte deutlich, dass es viele gute Projekte im Land Hessen gibt, die zur Steigerung der Gesundheit und Lebensqualität des Einzelnen beitragen. Sie geben ein weites Spektrum an Engagement wieder, angefangen in den Kinder- und Jugendbereichen über die Arbeitswelt, Vereine und Krankenkassen bis hin zur Kommune“, betonte Minister Grüttner. Die Preisträger erhielten neben einer Urkunde jeweils 2.000 Euro.

Die Gewinner

Bereich „Gesund aufwachsen“: aid-Ernährungsführerschein in Grundschulen des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg
Die Schule ist ein Ort an dem Kinder nicht nur rechnen, schreiben und lesen lernen, sondern an dem sie sich, durch die Aneignung von Lebenskompetenzen, zu selbstbewussten und selbstbestimmten Menschen entwickeln sollen.
Eine Lebenskompetenz die in der heutigen Überflussgesellschaft immer wichtiger wird, ist die Ernährungskompetenz. Dieser Begriff verbindet die Themen Ernährung/Lebensmittel mit Kompetenzbildung und beschreibt die Fähigkeit, den Ernährungsalltag selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und genussvoll zu gestalten. Gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Anzahl an Ganztagsschulen kommt der Förderung der Esskultur und der Stärkung der Ernährungskompetenz im Setting Schule eine große Bedeutung zu. Eine Hilfestellung für die praktische Umsetzung liefert das Unterrichtskonzept des aid-Ernährungsführerscheins für die dritte Klasse. Im Rahmen von sechs bis sieben Doppelstunden lernen die Schülerinnen und Schüler, durch die Zubereitung kleiner Gerichte, den praktischen Umgang mit naturbelassenen Lebensmitteln kennen. Das „Tisch decken“ mit anschließendem gemeinsamen Essen unterstützt eine gesundheitsförderliche Essatmosphäre und bildet einen schönen Abschluss.
Durch die praktische Ausrichtung und das gemeinsame Erleben sollen die Kinder eine positive Einstellung zu gesunden Lebensmitteln und Spaß am selbst zubereiten erwerben.
Aber auch die Theorie kommt nicht zu kurz: Die Schülerinnen und Schüler lernen Ernährungsbegriffe kennen und werden durch die Ernährungspyramide zur Reflektion ihres eigenen Ernährungsverhaltens angeregt. Durch die regelmäßige Durchführung des Projekts in den dritten Klassen einer Schule sollen verbindliche Strukturen geschaffen werden.

Bereich „Gesund Bleiben“: DAVET – Dietzenbach – AOK-Vorsorge Erken Tani TDG e.V.
„DAVET“ ist türkisch und heißt übersetzt Einladung oder Aufforderung. Das ist auch die Intension des gleichnamigen Projektes, das seine türkischstämmige Zielgruppe einladen oder auffordern will an Vorsorgemaßnahmen teilzunehmen.

Denn die Inanspruchnahme von gesundheitsbezogenen Vorsorgemaßnahmen ist bei Versicherten mit Migrationshintergrund geringer als bei der deutschstämmigen Bevölkerung. Deshalb hat sich das Modellprojekt DAVET der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung e.V. und der AOK Hessen zum Ziel gesetzt die Beteiligung von AOK-Versicherten mit Migrationshintergrund an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen zu fördern und dadurch die Gesundheit und die Gesundheitskompetenz der Zielgruppe zu verbessern. In enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Vertragsärzten wurden türkeistämmige AOK-Versicherte in Dietzenbach und Umgebung gezielt angesprochen und über Vorsorgemaßnahmen informiert. Die Ansprache erfolgt über einen Internetauftritt, Aktionsstände z.B. in der ortsansässigen Moschee oder in türkischen Supermärkten, Seminare über Risikofaktoren - durchgeführt von türkischen Ärzten, eine Telefon-Hotline sowie den Einsatz von Botschaftern zur Unterstützung. Die abschließende Evaluation der AOK Hessen sowie Daten der Stadt Dietzenbach zeigten, dass es dem Projekt in der zweijährigen Projektlaufzeit (07/2012-06/2014) gelungen ist, 50 % (900 Personen) der Zielgruppe bei den teilnehmenden Arztpraxen für Vorsorgemaßnahmen zu mobilisieren.

Bereich „Gesund Altern“: Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen – Gründung von moment! – Gruppen in der Region Mittelhessen
Bis zu 1,4 Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland an Demenz erkrankt. In Hessen sind über 71.000 Fälle bekannt, wobei Experten aufgrund der späten oder gar fehlenden Diagnosen von 90.000 Betroffenen ausgehen. Aufgrund des demografischen Wandels werden sich diese Zahlen in den nächsten Jahren vervielfachen. Ein Grund sich um die Versorgung und Integration der Betroffenen in das öffentliche Leben Gedanken zu machen. Denn aufgrund der Krankheitsfolgen und der nur selten an die Bedürfnisse der Betroffenen angepassten sozialen und kulturellen Angebote, nehmen Demenzkranke vielfach nicht mehr am öffentlichen Leben teil. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass insbesondere Sport einen positiven Effekt auf die motorischen und kognitiven Symptome von Demenzerkrankungen ausübt. Auf dieser Grundlage konzipierte die Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen e.V. das Projekt „moment!“. Diese wurde von 6/2013 bis 6/2014 in Landkreis Marburg-Biedenkopf umgesetzt. Das Wort „moment“ steht dabei für motorisches und mentales Training für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Ein wesentliches Ziel von „moment!“ ist die Schaffung erforderlicher Rahmenbedingungen, um Bewegungsgruppen für Menschen mit Demenz in Hessen zu realisieren. Es sollen ambulante und stationäre Angebote zur Verbesserung der Situation alter Menschen, pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger entwickelt und nachhaltig etabliert werden. Die fachliche Grundlage bietet eine speziell konzipierte Zusatzqualifikation mit einem Umfang von 40 Lerneinheiten über einen Zeitraum von 3 Monaten. Die in der Zusatzqualifikation gewonnenen Erkenntnisse sollen schließlich im Wohn-/Arbeitsumfeld der Teilnehmer/innen umgesetzt werden. Das Oberziel des Projekts ist es ein hessenweites Netzwerk entstehen zu lassen, in dem in allen Regionen Hessens moment!“-Gruppen mit niedrigschwelligen Betreuungsangeboten für demenziell veränderte Menschen entstehen.

Sonderpreis „Gesund altern in der Kommune“: GESUND ALTERN im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Der Sonderpreis ging dieses Jahr an den Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf mit dem Projekt „GESUND ALTERN in Marburg-Biedenkopf. Die Gemeinde Lohra wurde im Projektzeitraum 02/2012 bis 05/2013 zur Modellgemeinde dieses Projekts gewählt und ist Teil der Präventionsaktivitäten in der Gesundheitsregion des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Ziel der Initiative ist es, alternde Menschen dabei zu unterstützen, so lange wie möglich gesund, aktiv und selbständig leben zu können. Dies soll über niedrigschwellige Bewegungs- und Gesundheitsangebote für ältere Menschen im Quartier erreicht werden. Nach Ende der Projektlaufzeit werden die Aktivitäten nun durch Vereine der Gemeinde Lohra weiter geführt.

Die Jury des Hessischen Gesundheitspreises setzt sich im Jahr 2014 aus Persönlichkeiten, die professionelle Gesundheitsförderung und Prävention aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zusammen, darunter Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Krankenversicherung, Gesundheitsdiensten und Verwaltung.

  • Dr. med. H. Ernst, ehemaliger Vorsitzender des Hessischen Verbands der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD e.V.,
  • Prof. Dr. Volker Beck, Hochschule Darmstadt
  • Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, Johann Wolfgang Goethe-Universität
  • Dr. med. Harald Herholz, Kassenärztliche Vereinigung Hessen
  • Dieter Schulenberg, (HAGE) Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V.
  • Detlef Lamm, AOK Hessen
  • Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong, Hessisches Sozialministerium
  • Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller, Hochschule Fulda

Alle Projekte sind über den Hessischen Projekt-Atlas einsehbar und können über www.adressen-in-hessen.de eingesehen werden.
Der Hessische Gesundheitspreis wird jährlich vom Hessischen Sozialministerium ausgelobt. 

Themengebiet: Gesundheit