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17.09.2014 - Land
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Bildung entscheidet maßgeblich über die Möglichkeiten in unserer Gesellschaft

„Die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen entscheidet maßgeblich über ihre Möglichkeiten in unserer Gesellschaft“, erklärte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz am Mittwoch zu Beginn des Bildungsgipfels an der Alexej von Jawlensky-Schule in Wiesbaden. „Und schon mit dieser Erkenntnis haben wir ein gemeinsames Ziel: Wir alle wollen jedes Kind zum bestmöglichen Bildungserfolg führen!“ Und das gehe vor allem über guten Unterricht, Verlässlichkeit und Planungssicherheit, so der Minister. Lorz zeigte sich hocherfreut über die große Resonanz, auf die die Einladung zur Teilnahme am Bildungsgipfel gestoßen sei.

Zur Auftaktveranstaltung hatten sich am Mittwochvormittag Schüler- und Elternvertreter, Vertreter der Lehrerorganisationen, der Kommunen und Kirchen, der Bildungsträger, der Wirtschaft und der Gewerkschaften sowie anderer gesellschaftlicher und an Bildung beteiligter Institutionen und nicht zuletzt Vertreter der Landesregierung und der Landtagsfraktionen auf Einladung des Hessischen Kultusministeriums in Wiesbaden getroffen. Ort der Veranstaltung war die Schulmensa der Integrierten Gesamtschule Alexej von Jawlensky. Schulleiter Rainer Bücher und der Schulchor, der aus allen Schülerinnen und Schülern der 6. Jahrgangsstufe besteht, hatten die Gipfelteilnehmer begrüßt und an ihrer Schule willkommen geheißen.

Hessens Kultusminister Lorz skizzierte zu Beginn den Weg hin zum Bildungsgipfel und formulierte gleichsam das Ziel, das sich die Landesregierung und die sie tragenden Koalitionsfraktionen gesetzt haben: „Ziel des Bildungsgipfels ist es, eine langfristige Verständigung zwischen den Beteiligten über die schulische Bildung in Hessen zu erreichen, um Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Schulträgern Planungssicherheit für die nächsten zehn Jahre zu geben“, erklärte Lorz. Dafür waren im Planungsprozess zuvor rund 100 Institutionen angeschrieben worden, ihre Wünsche und Ziele für die Schulpolitik in Hessen zu formulieren. Über 70 Rückmeldungen sind erfolgt, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kultusverwaltung nach Inhalten geordnet worden sind.

Kultusminister Lorz bedankte sich bei allen Einsendern für die Eingaben und das konstruktive Engagement: „Die Rückmeldungen zielen auf unterschiedliche Bereiche, haben einen unterschiedlichen Umfang und Konkretisierungsgrad – aber sie zeigen allesamt, wie groß das Bedürfnis ist, sich mit Vorschlägen einzubringen und gemeinsam nach Wegen der Verständigung zu suchen“, so Lorz.
Dabei haben sich fünf große Themenbereiche herauskristallisiert:

  • Gestaltung von Schule
  • Herausforderungen der Bildungsregionen
  • Gestaltung individueller Unterstützungsangebote
  • Schule als Vorbereitung auf die Arbeits- und Lebenswelt
  • Lehrerbildung

Unter dem Stichwort „Gestaltung von Schule“ verbirgt sich die Leitfrage, wie sich Schule – unter sich verändernden Rahmenbedingungen – in Zukunft abgestimmt auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler weiterentwickeln lässt. Zu dem Themenbereich gehören die Fragen von Chancengerechtigkeit genauso wie das Schulmanagement und die Stellenversorgung.

Im zweiten Themenfeld „Herausforderungen der Bildungsregionen“ sind die Themen zusammengefasst, die gemeinsam mit den Schulträgern und den Bildungspartnern vor Ort – Kirchen und Vereine, Kommunen und freie Träger – angegangen werden sollen. „Dazu gehören in erster Linie die Antworten auf die demografische Entwicklung und der Weg hin zu mehr Ganztagsangeboten, aber beispielsweise auch die Schulentwicklungsplanung und die Möglichkeiten einer stärkeren Verzahnung und Vernetzung der Angebote“, so Lorz.

Die großen Schlagwörter für das dritte Themenfeld wiederum – „Gestaltung individueller Unterstützungsangebote“ – sind natürlich Inklusion und die individuelle Förderung als solche, zu der beispielsweise auch die Sprachförderung und die Frage der „Seiteneinsteiger“ ins Bildungssystem gehören. Dabei geht es in erster Linie um die Frage, wie die Angebote noch wirkungsvoller gestaltet und zum Beispiel die Übergänge von der frühkindlichen Bildung zur Schule effektiver organisiert werden können.

Der Bereich, der sich am einfachsten von allen anderen abgrenzen lässt: „Schule als Vorbereitung auf die Arbeits- und Lebenswelt“. Fragen der Berufsorientierung und des Übergangssystems, die Berufsvorbereitung und die Studienorientierung sollen hier eine Rolle spielen. „Dabei kommt es uns insbesondere darauf an, die Partner aus der Wirtschaft, aus Gewerkschaften und auch von den Hochschulen mit ihrem Wissen und ihrem Erfahrungsschatz in die Organisation der schulischen Angebote einzubeziehen“, erläuterte Lorz.

Und zu guter Letzt haben sich die Gipfelteilnehmer darauf verständigt, den umfangreichen Komplex der Lehrerbildung als eigenes Themenfeld zu definieren. Das beginnt bereits mit der Ausgestaltung des Lehramtsstudiums in der ersten Phase, geht über die praktische Phase im Vorbereitungsdienst bis hin zu Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im weiteren Berufsleben.

Fünf Themen – zehn Köpfe

Um in der Folge der Auftaktveranstaltung eine konstruktive Arbeitsstruktur zu entwickeln, hat Kultusminister Lorz den rund 40 Teilnehmern und beteiligten Institutionen der Auftaktveranstaltung des Bildungsgipfels eine Arbeitsgruppenebene vorgeschlagen, die sich an den fünf genannten Themenbereichen orientieren soll. Die fünf Arbeitsgruppen – so der Beschluss des Bildungsgipfels – sollen sich nach Möglichkeit bis Mitte Oktober konstituieren, um dann Inhalte zu definieren und Vorschläge für gemeinsame Wege und Ziele in der hessischen Bildungspolitik zu erarbeiten.

Die Teilnehmer des Bildungsgipfels verständigten sich darauf, jeder Arbeitsgruppe zwei gleichberechtigte Vorsitzende zu geben, die die Sitzungen leiten, darunter jeweils ein Mitglied der Hessischen Landesregierung und ein Vertreter der an Bildung beteiligten Institutionen.

  1. Gestaltung von Schule: Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel und die Landesschulsprecherin Fevzije Zeneli
  2. Herausforderungen der Bildungsregionen: Innenminister Peter Beuth und als Vertreter der Schulträger der Erste Vizepräsident des Hessischen Landkreistags, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt
  3. Gestaltung individueller Unterstützungsangebote: Sozialminister Stefan Grüttner und die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Landeselternbeirates, Karen Anschütz
  4. Schule als Vorbereitung auf die Arbeits- und Lebenswelt: Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und die Vize-Präsidentin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Désirée Derin-Holzapfel
  5. Lehrerbildung: Als Vertreter der lehrerbildenden Hochschulen der Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Joybrato Mukherjee sowie ein weiterer Vertreter der Hessischen Landesregierung

In den Arbeitsgruppen sollen sich insgesamt weit mehr Personen und Institutionen einbringen können als die Teilnehmer der heutigen Auftaktveranstaltung des Bildungsgipfels. Beispielsweise sollen auch die sogenannten „Impulsgeber“ – die Personen und Institutionen, die bereits durch schriftliche Eingaben wertvolle Beiträge geliefert haben – aktiv mitarbeiten können. Und die Gipfel-Teilnehmer einigten sich schließlich darauf, bis Mitte Oktober eine Beteiligungsplattform online zu stellen: „Unser Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich mit eigenen Beiträgen direkt am Diskussionsprozess des Bildungsgipfels zu beteiligen“, erläuterte Kultusminister Lorz.

Der Bildungsgipfelprozess ist auf ein Jahr ausgelegt. Für den weiteren Verlauf nach der heutigen Auftaktveranstaltung vereinbarten die Teilnehmer folgende Termine für den Bildungsgipfel:

  • 30. Januar 2015       
  • 24. April 2015
  • 17. Juli 2015 

In den Zeiten zwischen den Bildungsgipfelterminen tagen die Arbeitsgruppen nach Bedarf.

Zum Abschluss der Veranstaltung erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, so viele an Bildung beteiligte Institutionen für diesen Prozess zu gewinnen; und ich bin frohen Mutes, dass wir hier das eine oder andere überraschende Ergebnis werden präsentieren können. Lassen Sie uns nun an die Arbeit gehen – zum Wohle der Schülerinnen und Schüler!“

Themengebiet: Bildung