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11.04.2014 - Land
Innenminister Peter Beuth stellt Verkehrsunfallstatistik 2013 vor: Weniger Verkehrsunfalltote und Verletzte
Nicht angepasste Geschwindigkeit weiterhin die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit schweren Folgen

Im Jahr 2013 registrierte die hessische Polizei 131.597 Verkehrsunfälle. Das sind 1,6 % oder 2.151 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr. Bei Verkehrsunfällen mit Verunglückten, darunter versteht die Polizei verletzte und getötete Verkehrsteilnehmer, fällt der Rückgang mit 5,3 % (minus 1.150) noch deutlicher aus.

Eine Entwicklung in die richtige Richtung

Mit 215 tödlich Verunglückten kamen 64 Menschen weniger ums Leben als im Jahr 2012. „Die Verringerung der Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten und Schwerverletzten ist eine Entwicklung in die richtige Richtung. Jeder tödliche Verkehrsunfall, aber auch solche mit Schwerverletzten, bedeutet jedoch immenses Leid. Daher richtet die hessische Polizei ihre Maßnahmen wie die mobile Verkehrsüberwachung in Zivilwagen, Verkehrserziehung und Radfahrerausbildung für Kinder oder spezielle Verkehrspräventionskampagnen für Jugendliche und Senioren weiterhin auf die Reduzierung der Zahl schwerer Verkehrsunfälle aus“, betonte der Hessische Innenminister Peter Beuth im Rahmen der Pressekonferenz zur Verkehrsunfallstatistik 2013.

Der positive Langzeittrend wird fortgesetzt

Es hängt häufig von verschiedenen Faktoren ab, ob ein Unfallbeteiligter stirbt oder schwer verletzt wird. Deshalb betrachtet die hessische Polizei die Gruppe der Getöteten und Schwerverletzten grundsätzlich zusammen. Deren Gesamtsumme ist im Jahr 2013 (4.928) gegenüber dem Vorjahr (5.354) um 426 Personen zurückgegangen (minus 8 %). Der positive Langzeittrend wird damit fortgesetzt.

Nicht angepasste Geschwindigkeit häufigste Unfallursache

Besonders auffällig ist, dass bei 90 der tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer, also in vier von zehn Fällen, nicht angepasste Geschwindigkeit mit ursächlich für die Unfallentstehung war.

„Leider ist nicht angepasste Geschwindigkeit weiterhin die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit schweren Folgen. Es ist daher wichtig, die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer nachhaltig zu sensibilisieren, nicht nur die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten, sondern die gefahrene Geschwindigkeit am Verkehrsgeschehen zu orientieren“, machte der Minister deutlich.

Fast die Hälfte der tödlich verunglückten Personen ist der Gruppe der schwächeren bzw. weniger geschützten Verkehrsteilnehmer zuzurechnen

Von den 215 bei Verkehrsunfällen getöteten Menschen nahmen etwa 20 % als Fußgänger, 3 % als Fahrradfahrer (2011 und 2012 jeweils etwa 7 %) und 23 % als Motorrad- bzw. Mopedfahrer am Straßenverkehr teil. Beinahe die Hälfte der tödlich verunglückten Personen ist der Gruppe der schwächeren bzw. weniger geschützten Verkehrsteilnehmer zuzurechnen (97). In Stadtgebieten ist der Anteil der Fußgänger und Radfahrer an den Straßenverkehrstoten noch höher.

Beim Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer kommt der Bekämpfung der Hauptunfallursache nicht angepasste Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle zu. „Wissenschaftliche Studien belegen, dass bei 65 km/h acht von zehn Fußgängern bei der Kollision mit einem Pkw sterben, während bei 50 km/h acht von zehn Fußgängern überleben“, erklärte Beuth.

Mit einem gezielten Verkehrssicherheitsprogramm der Bekämpfung der Hauptunfallursache widmen

Auf Basis dieser Erkenntnisse kündigt der Staatsminister für dieses Jahr ein gezieltes Verkehrssicherheitsprogramm der hessischen Polizei an: „Mit der Aktion ,(B)RENNPUNKT Geschwindigkeit‘ wird sich die hessische Polizei im Jahr 2014 konsequent der Bekämpfung der Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit schweren Folgen widmen und dabei vor allem auf vermehrte Geschwindigkeitskontrollen setzen – allen voran dort, wo schwache Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet sind. Damit einhergehend steht der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer im Fokus der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit“, sagte der Innenminister.

Vielfältige Maßnahmen auf Basis der örtlichen Unfallanalyse

Neben der mobilen Verkehrsüberwachung in Zivilwagen, intensiven Geschwindigkeitskontrollen und verschiedenen Verkehrspräventionsprojekten, wie die Aktionen BOB und MAX (siehe verkehrssicher-in-mittelhessen.de) , wird Hessen im Rahmen der Aktion „(B)RENNPUNKT Geschwindigkeit“ im Jahr 2014 wieder an europaweiten Geschwindigkeitskontrollaktionen sowie dem zweiten bundesweiten „24-Stunden-Blitzmarathon“ teilnehmen. Darüber hinaus werden in den Polizeipräsidien je nach örtlicher Schwerpunktsetzung vielfältige Maßnahmen auf Basis der örtlichen Unfallanalyse getroffen. Im urbanen Raum liegt dabei das Hauptaugenmerk auf Fußgänger und Radfahrer, im ländlichen Bereich zielen die Maßnahmen eher auf motorisierte Zweiradfahrer ab.

Risiko auf hessischen Landstraßen tödlich zu verunglücken viermal so hoch wie auf anderen Straßen

Zwei Drittel der insgesamt tödlich verunglückten motorisierten Zweiradfahrer kamen auf Landstraßen ums Leben. Der Verkehrsraum Landstraße wird daher wie auch in den Vorjahren fester Bestandteil der konzeptionellen Ausrichtung bleiben. „Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall tödlich zu verunglücken, war im Jahr 2013 auf hessischen Landstraßen etwa viermal so hoch wie auf anderen Straßen“, so Beuth.

Die Hälfte der getöteten Senioren hat als Fußgänger am Straßenverkehr teilgenommen

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels gewinnen Senioren bezüglich der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit immer mehr an Bedeutung. Die Generation 65plus wird seit 2013 erstmals differenzierter betrachtet, indem eine Unterscheidung in die Altersgruppen 65 - 74 Jahre sowie 75 Jahre und älter erfolgt. Während die Gruppe der 65 - 74-Jährigen eher unauffällig ist, stieg – entgegen dem Trend der anderen Altersgruppen – die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Personen im Alter von 75 Jahren und älter erkennbar an (plus 4,8 %). Bemerkenswert ist, dass fast die Hälfte der getöteten Angehörigen dieser Altersgruppe als Fußgänger am Straßenverkehr teilgenommen hat.

Gefahren zu schnellen Fahrens nachhaltig in das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer bringen

„Insgesamt soll die Aktion, (B)RENNPUNKT Geschwindigkeit‘ die – insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmer bestehenden – Gefahren zu schnellen Fahrens nachhaltig in das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer bringen. Wir setzen darauf, dass die Verkehrsmoral steigt. Denn die trägt entscheidend zum Sicherheitsgewinn für alle Bürgerinnen und Bürger im Straßenverkehr bei“, betonte der Hessische Innenminister Peter Beuth.
Themengebiet: Verkehr