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19.03.2014 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Qualifizierte Zuwanderung lohnt sich für alle
Anlässlich der Integrationsministerkonferenz (IntMK) in Magdeburg stellte der Hessische Integrationsminister, Stefan Grüttner, fest, dass Hessen „auf einem sehr guten Weg“ sei und in vielen Bereichen wie der Sprachförderung bereits Anfang der 90er Jahre „bundesweit maßgebliche Impulse“ gesetzt habe. „Diese Vorreiterrolle ist aber keinesfalls eine, auf der man sich angesichts der Herausforderungen wachsender Zahlen bei der Zuwanderung nach Deutschland ausruhen könnte. Vielmehr verpflichtet sie uns, den in Hessen eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Unser Signal muss sein, dass wir uns in Hessen nicht nur um politisch verfolgte Menschen kümmern. Wir möchten, dass die Menschen im Ausland auch wissen: Wenn sie gut ausgebildet nach Hessen kommen, finden sie hier gute Lebens- und Arbeitsbedingungen vor, die es ihnen möglich machen, sich hier dauerhaft zu Hause zu fühlen und zu bleiben. Wir möchten, dass sie sich hier willkommen fühlen. Denn wir wollen auch gut ausgebildete Menschen mit Migrationshintergrund mit Blick auf den demografischen Wandel und die Fachkräftesicherung für unser Bundesland gewinnen“, führte Grüttner aus.

Land zur Willkommensgesellschaft weiterentwickeln

Deshalb trage Hessen den Leitantrag der IntMK „Unser Land zu einer Willkommensgesellschaft weiterentwickeln“ überzeugt mit. Die nachhaltige Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt und die Weiterentwicklung des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes oder der weitere Ausbau der Sprachförderung seien hier beispielhaft zu nennen, so der Hessische Integrationsminister. So könne Deutschland und konkret Hessen von hoch und gut qualifizierten Arbeitnehmern aus Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, aber auch Rumänien und Bulgarien, für die erst seit diesem Jahr die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gelte, profitieren. Der gemeinsame Antrag von Hessen und  Rheinland-Pfalz zur Bedeutung der Zuwanderung in unserem Land sowie der Antrag des Saarlandes zielten ebenfalls in diese Richtung und forderten Bundesprogramme zur Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten sowie die Einführung von Kompetenzfeststellungsverfahren, um bspw. die Chance von Anerkennungssuchenden gut qualifizierter Antragsteller im Einzelfall zu erhöhen. Wenn zudem heute die deutsche Sprache als Weg zur qualifizierten Erwerbstätigkeit Allgemeinplatz und Teil des Leitantrags sei, „ist Hessen stolz darauf, denn dafür haben wir in uns hier vor über einem Jahrzehnt eingesetzt und damals nicht nur Zuspruch bekommen“, erinnerte der hessische Minister.

Im Zuge der Vorreiterrolle Hessens nannte er es weiterhin „folgerichtig“, dass in der neuen hessischen Landesregierung der grüne Staatssekretär im Ministerium für Soziales und Integration, Jo Dreiseitel, vom Kabinett zum Bevollmächtigten für Integration und Antidiskriminierung ernannt worden sei. „Wir werden gemeinsam viel bewegen für ein solides und gutes Miteinander in unserem Bundesland. Für die, die schon hier sind. Und für die, die zu uns kommen wollen“, so Integrationsminister Grüttner.

Gesamtkonzept für strukturiertes Integrationsmanagement

Dreiseitel betonte, dass Hessen bereits auf einem guten Weg sei. Sein Ziel sei es, ein Gesamtkonzept für ein strukturiertes Integrationsmanagement zu etablieren. Die interkulturelle Öffnung sei hier ein entscheidender Ansatz. Ein effektives Instrument dafür sei das hessische Landesprogramm „WIR“. „Damit stellen wir Mittel für die Einrichtung von Stellen für die Koordinierung der kommunalen Integrationsaktivitäten bereit. Darüber hinaus werden insbesondere Projekte gefördert, die gelebte Anerkennung – in Bezug auf Menschen mit ausländischen Wurzeln – bzw. gelebtes Willkommen – in Bezug auf Neuzuwanderer – zum Ziel haben. Gefördert werden darüber hinaus die bewährte niedrigschwellige Sprachförderung sowie Integrationslotsen“, erklärte der Staatssekretär und Bevollmächtigte.

Vorrangig müsse es darum gehen, das Miteinander der Menschen, die hier bei uns leben, zu fördern. Denn in erster Linie seien es die Bürgerinnen und Bürger selbst, die das Gelingen von Integration in der Hand haben. „Integration gelingt in der Nachbarschaft, im Sportverein, bei Straßenfesten, am Arbeitsplatz oder in den freiwilligen Feuerwehren. Deshalb: Integration geht alle an“, so Dreiseitel.

Grüttner betonte, dass die Hessische Landesregierung vor dem Hintergrund eines denkbaren Fachkräftemangels von zwischen 400.000 bis 600.000 Personen in 2030, bereits ein Modellprojekt aufgesetzt habe, in dem spanische Pflegekräfte für Hessen angeworben würden und die hier spezielle Sprachkurse belegten. „Wir sollten alle in unserem Land verfügbaren Potenziale nutzen. Dazu zählen die von Menschen mit Migrationshintergrund. Hier müssen wir ansetzen und wir müssen darüber hinaus ins Ausland auch vermitteln, dass wir ein attraktives Bundesland für qualifizierte Fachkräfte sind.“

„Qualifizierte Zuwanderung lohnt sich für alle“

„Hessische Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze, Wohlstand und Lebensqualität erhalten wir nur gemeinsam mit ambitionierten und gut ausgebildeten Menschen aus aller Welt. Qualifizierte Zuwanderung lohnt sich deshalb für alle“, ergänzte hierzu Dreiseitel. An dieser Stelle seien die Ausländerbehörden eine der ersten Anlaufstellen für Zugewanderte in Deutschland und ihnen komme eine besondere Bedeutung zu. das gelte insbesondere, wenn wir die Etablierung einer Willkommens- und Anerkennungskultur ernst meinen. Hessen engagiere sich hier in dem Projekt des Bundes „Ausländerbehörden zu Willkommensbehörden“. Mit dem Wetteraukreis wurde ein Kreis als Projektstandort ausgewählt, der aus verschiedenen kleineren Kommunen besteht, gleichzeitig aber auch geprägt wird durch die Nähe zur Großstadt Frankfurt und ihre Anziehungskraft gerade auch auf Zugewanderte. Um möglichst vielen hessischen Kommunen die Erfahrungen aus diesem Projekt zuteilwerden zu lassen, sollen in den nächsten zwei Jahren Musterprozesse herausgearbeitet werden, die als Vorlage dienen können, erläuterte der Integrationsstaatssekretär.

„Damit alle Menschen, die in Hessen leben, schon immer gelebt haben, und die dazukommen, sich wohlfühlen, brauchen wir eine offene Haltung unserer Gesellschaft. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern mit viel Engagement der Politik, aber auch der Einzelnen verbunden. Heute leben In Hessen Menschen aus 184 Nationen. Rund jeder Vierte in Hessen hat einen Migrationshintergrund. Das bringt Herausforderungen und Chancen mit sich. Die erstgenannten müssen wir gemeinsam meistern, die zweiten gemeinsam eröffnen und ergreifen“, so Grüttner abschließend.
Themengebiet: Integration