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09.12.2013 - Land
Offensive gegen Gewalt sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch - Innenminister Boris Rhein startet Pilotprojekt "Gelbe Karte"

Innenminister Boris Rhein hat heute das Pilotprojekt „Gelbe Karte“ in Frankfurt am Main gestartet. Das Projekt ist ein weiterer Präventionsbaustein in der Offensive gegen Gewalt sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch. Jugendliche und Heranwachsende, die zum Beispiel durch Drogendelikte oder Gewalttaten auffallen, droht zusätzlich zur Strafanzeige auch die „Gelbe Karte“ mit dem Entzug des Führerscheins.

Innenminister Boris Rhein: „Die ‚Gelbe Karte‘ ist das, was wir auch schon aus dem Sport kennen – eine letzte Ermahnung. Sie weist darauf hin, dass bei einer wiederholten Begehung von bestimmten Straftaten führerscheinrechtliche Maßnahmen drohen, die von einer Anordnung zu einer medizinisch-psychologische Untersuchung bis hin zum Verlust des Führerscheins führen können.“

„Gelbe Karte“: Spürbar präventive Wirkung

Ziel des gemeinsamen Projektes der Stadt Frankfurt am Main und des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main ist es, vor allem junge Menschen von der Begehung weiterer Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten abzubringen. Gerade bei jungen Menschen hat der Entzug der Fahrerlaubnis oder auch schon die Androhung dieser Maßnahme einen hohen erzieherischen Wert. Das Projekt „Gelbe Karte“ entfaltet daher eine spürbar präventive Wirkung. Diese positiven Erfahrungen des Pilotprojektes sind der Grund, auch anderen interessierten hessischen Städten und Gemeinden die Teilnahme am Pilotmodell zu ermöglichen. Bislang gibt es die Projekte in Wiesbaden sowie in den Landkreisen Fulda, Gießen, Wetterau, Offenbach, Limburg-Weilburg, Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder.

Innenminister Boris Rhein: „Gerade junge Erwachsene besitzen in der Regel noch nicht oder erst kurze Zeit einen Führerschein. Wenn sie diesen dann verlieren könnten, bedeutet das einen großen Eingriff in ihre Unabhängigkeit, Flexibilität, Mobilität und Lebensqualität. Ich bin mir sicher, dass die ‚Gelbe Karte‘ aufrüttelt und zum Nachdenken anregen kann!“

Die Gelbe Karte soll als weitere Maßnahme auch den unkontrollierten und übermäßigen Alkoholkonsum und damit auch Straftaten und Fahrten im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss eindämmen.

Bemühungen im Kampf gegen Alkoholmissbrauch

Neben den bereits bestehenden Präventionsprogrammen wie beispielsweise „HaLT - Hart am Limit“ und dem Bündnis mit den Kommunen und dem Hotel- und Gaststättengewerbe zur Bekämpfung der Phänomene „Flatrate-Partys“ und „Koma-Saufen“, setzt die Hessische Landesregierung mit der „Gelben Karte“ ihre Bemühungen im Kampf gegen Alkoholmissbrauch weiter fort und verstärkt damit den kommunalen Präventionsansatz zur Frühintervention.

„Frankfurt hat beispielsweise den ‚Runden Tisch Alkohol‘ eingerichtet, bei dem das Drogenreferat der Stadt Frankfurt, das Netzwerk gegen Gewalt, das Jugendamt, der Präventionsrat und die Frankfurter Polizei vertreten sind, um frühzeitig, gezielt und nachhaltig Alkoholexzessen begegnen zu können und gemeinsam Maßnahmen abzustimmen. Das halte ich für eine sehr lobenswerte Geschichte“, so Innenminister Boris Rhein abschließend.

Themengebiet: Inneres