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09.10.2013 - Land
Kein Abitur-Zwang für Pflegeberufe - Sozialminister Stefan Grüttner und Europamnister Jörg-Uwe Hahn: "Mit guten Argumenten durchgesetzt"
„Hessen hat sich mit guten Argumenten in Brüssel durchgesetzt.“ So das Resümee von Europaminister Jörg-Uwe Hahn und Sozialminister Stefan Grüttner, nachdem das Europaparlament heute beschlossen hat, dass es bei der zehnjährigen Schulausbildung als Voraussetzung für die Ausbildung zur Krankenschwester bleibe. Ursprünglich wollte die EU-Kommission zwölf Schuljahre als Voraussetzung hierfür festlegen. Ebenso bleiben die Notare vom Anwendungsbereich der Berufsanerkennungsrichtlinie ausgenommen.

In einem gemeinsamen Brief an den Binnenmarkt-Ausschuss hatten die Minister Grüttner und Hahn dargelegt, entscheidend sei nicht die Dauer einer vorgelagerten allgemeinen Schulbildung, sondern die Qualität der Ausbildung. Es hat sich zwischenzeitlich in der europaweiten Arbeitsmarktkrise sehr deutlich gezeigt, dass das System der dualen Ausbildung sich bewährt habe. „Eine Anhebung der Zugangsvoraussetzungen von zehn auf zwölf Schuljahre, die zu einer faktischen Akademisierung der Pflegeberufe führen würde, hätte den absehbaren Fachkräftemangel noch verschärft“, so Grüttner. „Das Europäische Parlament hätte gut daran getan, auch für Hebammen an den bewährten Vorschriften festzuhalten“, so Grüttner weiter. Für Hebammen wird die Berufsanerkennungsrichtlinie künftig eine zwölfjährige Schulbildung fordern.

Aufgrund des demografischen Wandels und der damit einhergehenden Alterung der Gesellschaft werde der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften in Zukunft weiter steigen, prognostizierte Grüttner: „Aus diesem Grund setzt sich die Hessische Landesregierung mit einem breiten Maßnahmenbündel dafür ein, mehr Fachkräfte für die Pflege zu gewinnen und damit die Versorgung der hessischen Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.“

Hintergrund:

Im vergangenen Jahr besuchten einer Mitteilung des Statistischen Landesamts zufolge weit über 11.000 Schülerinnen und Schüler in Hessen eine Schule des Gesundheitswesens. Darunter befanden sich mehr als 5.600 Ausbildungsanfänger. Unter den Anfängern war der Bereich der Krankenpflege mit einem Anteil von einem Drittel zahlenmäßig am bedeutendsten. Die Ausbildung in den nichtärztlichen Gesundheitsfachberufen wird von Frauen dominiert; etwa zwei Drittel der Anfänger waren weiblich. Am höchsten war der Frauenanteil unter den Anfängern einer Ausbildung zur Hebamme und zum Entbindungs-pfleger: er lag bei 100 Prozent. Auch in fast allen anderen Berufen gab es mehr Anfängerinnen als Anfänger; nur bei der Ausbildung zum Rettungssanitäter und zum Rettungsassistenten gab es einen deutlichen Männerüberschuss.
Themengebiet: Europa, Ausbildung