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02.10.2013 - Land
Neuer CO2-Waldlehrpfad am Rothaarsteig eröffnet
Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich hat heute am Rothaarsteig bei Dillenburg einen CO2-Waldlehrpfad eingeweiht. Der Pfad thematisiert die positiven Wirkungen des Waldes für das Klima und soll Menschen zu nachhaltigem Handeln anregen. Der Lehrpfad besteht aus 18 Schautafeln und mehreren Demonstrationsobjekten. Einige Schautafeln sind interaktiv, bieten Interessierten also die Möglichkeit, sich aktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen. An einer Station können die Besucher beispielsweise ermitteln, wie viele Bäume man pflanzen müsste, um das bei der letzten Urlaubsreise verursachte CO2 wieder der Atmosphäre zu entziehen. „Die Philosophie der hessischen Nachhaltigkeitsstrategie - Lernen und Handeln für unsere Zukunft – wird im CO2-Lehrpfad konkret: Der Pfad soll zu nachhaltigerem Handeln anregen“, so Puttrich. Angesichts der besorgniserregenden Hinweise zur Klimaentwicklung aus der neusten Studie des Weltklimarates müssten auch alle regionalen Chancen zur Senkung der CO2-Wirkung genutzt werden. „Jeder einzelne von uns kann dazu beitragen, den Klimawandel positiv zu beeinflussen“, so die Ministerin, „deshalb sehen wir im CO2-Lehrpfad eine sinnvolle Investition, um den Menschen ein klimabewussteres Handeln näher zu bringen“.

Finanziert wird das Projekt am Rothaarsteig aus Mitteln der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen. Holzprodukte dienen als langfristige CO2-Speicher Nachhaltig bewirtschaftete Wälder sind wichtige Kohlenstoffspeicher: Das in Hessen nachhaltig produzierte Holz erspart der Atmosphäre jährlich ca. 4 Millionen Tonnen CO2. Diese Menge entspricht rund 10 Prozent der hessischen Gesamtemissionen. „Waldpflege und Holznutzung leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst. Die Speicherwirkung sei insbesondere dann besonders wirksam, wenn das nachwachsende Holz langfristig in hochwertigen Holzprodukten gespeichert werde.

Landrat Wolfgang Schuster, Vorsitzender der hessischen Rothaarsteig-AG begrüßte das Vorhaben ausdrücklich. Der Kampf gegen den Klimawandel sei eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. „Als Zusammenschluss der hessischen Anrainerkommunen des Fernwanderwegs freuen wir uns sehr über den neuen Lehrpfad, denn er wird die Attraktivität des Rothaarsteigs und seiner Umgebung, insbesondere im hessischen Bereich weiter erhöhen. Damit die Menschheit überleben kann, braucht sie einen gesunden Boden, gesundes Wasser und eine gesunde Luft. Der CO2-Pfad macht auf diese Tatsachen aufmerksam und lädt zum nachhaltigen Umgang mit der Natur ein. Er bietet darüber hinaus für Schulklassen, zusammen mit dem nahegelegenen Wildpark, ein in sich schlüssiges Naturbildungsangebot“, so Schuster.

Bürgermeister Michael Lotz sieht in dem Lehrpfad eine wichtige Bereicherung des touristischen Angebots rund um Dillenburg. Aber auch für Dillenburg als Schulstandort sei der CO2-Pfad mit einem so zukunftsentscheidenden Thema ein besonderer Gewinn. Man habe daher gerne den Stadtwald Dillenburg zur Verfügung gestellt, auf dessen Fläche etwa die Hälfte des Pfades angelegt worden sei. Die im Bereich der „Sandgrube“ bereits vorhandene Waat-Tret-Anlage und der neue Lehrpfad würden sich gut ergänzen und seien auch außerhalb einer Wanderung entlang des Rothaarsteigs einen Besuch wert. „Deswegen bedanken wir uns an dieser Stelle auch beim Land Hessen und dem Landesbetrieb Hessen-Forst für diese wichtige Investition“, so Lotz.

Auch Roswitha Still, Vorsitzende des Rothaarsteiginfrastruktur e.V., freute sich über das neue Angebot. Es werde sehr gut zum „Kyrill-Lehrpfad“ im nordrheinwestfälischen Abschnitt des Rothaarsteigs passen und den Fernwanderweg um ein wertvolles Element bereichern. Dabei sei es mit dem naturbelassenen Lärchenholz prima gelungen, den Stil der übrigen Rothaarsteigelemente zu wahren.

Hintergrund:

1. Der 5. Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) der Vereinten Nationen von September 2013 zeigt unter anderem folgende Aspekte auf: Es ist sehr wahrscheinlich (zu 95 %), dass der menschliche Einfluss der Hauptgrund für die seit 1950 beobachtete globale Erwärmung ist. Treibhausgasemissionen tragen zur weiteren Erwärmung bei und werden weitere Veränderungen im Klimasystem verursachen.

2. Wer zum Beispiel beim Hausbau Holz verwendet, spart pro Kubikmeter durchschnittlich gut eine Tonne CO2, das ansonsten bei der Produktion anderer Baustoffe freigesetzt würde. Ein ähnlicher, sogenannter Substitutionseffekt entsteht, wenn mit Holz geheizt wird. Man belastet die Atmosphäre in diesem Falle nur mit 1/15 des von Ölheizungen freigesetzten CO2.

3. Neben der CO2-Speicherung leistet der Wald jedoch noch mehr fürs Klima: Als „Nebenprodukt“ wird während des Wachstums jedes Kubikmeters Holz gleichzeitig eine Tonne Sauerstoff an die Atmosphäre abgegeben.

Foto: Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Themengebiet: Umwelt