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18.11.2010 - Land
Volker Bouffier im Interview: "Ich sehe mich als Mann der Basis"
Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier ist auf dem Parteitag der CDU Deutschlands am vergangenen Montag in Karlsruhe zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung hat mit ihm gesprochen. Lesen Sie hier das ganze Interview:

Hannoversche Allgemeine Zeitung: Herr Bouffier, die CDU hatte eine lange Diskussion um das Konservative. Hat sich das erledigt?

Volker Bouffier: Ich glaube, dass wir diese Diskussion jetzt weniger führen müssen. Konservativ sein ist nicht das Drehen an einer Schraube, nicht ein Thema, sondern eine Haltung, eine Sprache. Genau darum hat sich die Kanzlerin sehr stark bemüht. Die Delegierten haben das positiv aufgenommen.

Hannoversche Allgemeine Zeitung: Es gibt seit Montag eine CDU-Führung ohne Koch, Wulff, Rüttgers. Was hat sich da getan?

Volker Bouffier: Der Wechsel von Personen gehört zur demokratischen Normalität. Das gilt auch für Leute, die lange das Gesicht unserer Partei geprägt haben. Es war weder eine Revolution noch ein Putsch, sondern erklärt sich jeweils aus ganz unterschiedlichen Gründen. Auch wir Neuen sind einen Weg gegangen, haben ein Profil. Ich bin sicher, wirkönnen die Breite unserer Volkspartei zum Ausdruck bringen.

Hannoversche Allgemeine Zeitung: Was ist Ihre Rolle?

Volker Bouffier: Ich verfüge über Erfahrungen in vielen Bereichen. Ich bin ein Mann der Basis. Ich bin der einzige Stellvertreter, der nicht in die Disziplin des Bundeskabinetts eingebunden ist. Daraus entnehme ich die Aufgabe, die Interessen der Länder zur Geltung zu bringen

Hannoversche Allgemeine Zeitung: Ein Mann der Basis: Was heißt das?

Volker Bouffier: Ich bin überzeugt, wir können erfolgreich sein, wenn wir darauf achten, dass unsere Mitglieder und Anhänger verstehen, was wir tun. Wir werden Wähler zurückgewinnen, wenn sie nicht irritiert sind und wir kein dßsonanter Chor sind, wie das zuletzt zu häufig der Fall war.

Hannoversche Allgemeine Zeitung: Was haben Sie gegen Stefan Mappus?

Volker Bouffier: Ich habe nichts gegen ihn. Im Gegenteil: Ich freue mich, dass er in Karlsruhe gefeiert wurde. Ich bin überzeugt, dass die Union mit ihm die Wahl in Baden-Württemberg siegreich bestehen wird.

Hannoversche Allgemeine Zeitung: Warum haben Sie ihm im Vorwahlkampf eine Debatte über Endlager beschert?

Volker Bouffier: Das ist Ihre Interpretation, nicht meine. Ich wundere mich, was aus einer Äußerung gemacht wird, die übrigens Umweltminister Norbert Röttgen in gleicher Weise vor einem halben Jahr gemacht hat. Wir brauchen ein Endlager ganz unabhängig von einer Verlängerung von Laufzeiten. Die Umweltminister Jürgen Trittin und Sigmar Gabriel haben in dieser Hinsicht nichts zuwege gebracht. Jetzt wird der Salzstock in Gorieben erkundet. Sollte er sich als ungeeignet erweisen, stehen wir alle gleichermaßen in der Verpflichtung, einen geeigneten Ort zu finden. Das hat etwas mit Solidarität untereinander zu tun.

Hannoversche Allgemeine Zeitung: Wäre es bei einem Lager, das mehr als eine Million Jahre sicher sein soll, nicht angebracht, mehrere Standorte zu erkunden?

Volker Bouffier: Wenn wir schon jetzt alle Kraft, Zeit und Geld brauchen, einen Standort zu erkunden – der ja nicht von der Politik ausgeguckt wurde, sondern vor vielen, vielen Jahren wissenschaftlich ausgewähltwürde, übrigens jenseits aller Partei färben, da waren alle dabei-dann sollten wir zuerst einmal diesen Standort prüfen. Es ist ja erkennbare Strategie von SPD und Grünen, mit dieser Forderung nun das ganze Land verrückt zu machen. Da machen wir nicht mit.

Das Interview führte Michael M. Grüter.
Themengebiet: CDU, Interview, Bundesparteitag