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18.04.2013 - Land
Günter Schork: "Praxissemester optimiert praxisnahe und professionelle Lehrerbildung und vermeidet Praxisschock bei Berufseintritt"
"Die heutige Anhörung hat einmal mehr deutlich bestätigt, dass die Optimierung der bestehenden Lehrerausbildung im Sinne einer Erweiterung der Praxisanteile in besonderem Maße den Bedürfnissen der angehenden Lehrerinnen und Lehrer entspricht. Durch die Aufnahme der einschlägigen Durchführungsverordnung in einen Änderungsantrag zum vorliegenden Gesetzentwurf (Drucksache 18/7178) hat die Regierungskoalition dabei bereits im Vorfeld der Anhörung eine umfassende Konkretisierung der Initiative vorgenommen und damit einem zentralen Anliegen der Verbände Rechnung getragen", kommentiert der Bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Günter Schork, die heutige Anhörung zur Änderung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes und zur Einführung eines Praxissemesters in der ersten Phase der Lehrerbildung.

"Immer wieder haben angehende Lehrerinnen und Lehrer in Umfragen die Theorielastigkeit der bestehenden Formen der Lehrerausbildung bemängelt. So haben zuletzt im März 2012 in einer Allensbach-Umfrage 50 Prozent aller befragten Lehrer und 62 Prozent der Junglehrer angegeben, dass sie durch ihr Lehramtsstudium unzureichend auf die berufliche Praxis vorbereitet worden seien. Da die Erwartungen der Lehramtsstudierenden und die Motive ihrer Studienwahl nicht der Realität des Schulalltags entsprechen, erfahren die angehenden Lehrer beim Eintritt in das Referendariat vielfach einen Praxisschock. Aufgrund des späten Zeitpunktes sehen sie sich gleichwohl trotz der zu erwartenden Frustration, Enttäuschung und Unzufriedenheit im späteren Berufsalltag nicht mehr zu einem Studienwechsel und einer beruflichen Neuorientierung in der Lage. Die bisherigen Praxisphasen haben sich demgegenüber als zu kurz erwiesen, um die Studierenden hinreichend mit den Anforderungen des von ihnen anges trebten Berufs vertraut zu machen und ihnen eine verlässliche Selbsteinschätzung zu ermöglichen. Entgegen der von einigen Verbänden leider missverstandenen Wahrnehmung, wonach das von einer breiten parlamentarischen Mehrheit getragene Praxissemester die zweite Phase der Lehrerbildung vorwegnehmen solle, hat die Novellierung der Ausbildungsstrukturen eine gänzlich andere Zielsetzung: Mit dem Praxissemester wird der Praxisanteil bewusst zu einem vergleichsweise frühen Zeitpunkt in der ersten Phase der Lehrerbildung erhöht, um die Studierenden möglichst rasch mit der Realität des Schulalltages aus einer anderen als der gewohnten Schülerperspektive zu konfrontieren und ihnen dadurch eine kritische Selbstüberprüfung ihrer Berufswahl zu ermöglichen", so Schork.

"Das Praxissemester wird als Pflichtmodul ausgestaltet und gliedert sich in zwei Abschnitte, die während des dritten oder vierten Fachsemesters abzuleisten sind. Im ersten Abschnitt besuchen die Studierenden während der vorlesungsfreien Zeit an der Universität im Regelfall an jedem Schultag die Schule, im zweiten sind sie wöchentlich im Regelfall an drei Tagen an der Schule und besuchen an den beiden anderen Tagen fachdidaktische Begleitveranstaltungen an der Universität. Auf diese Weise sollen theoretische Studieninhalte und schulische Praxis über einen längeren Zeitraum miteinander verknüpft werden. Die Studierenden werden dabei auch eigene Unterrichtsversuche unter der Anleitung qualifizierter und entsprechend besoldeter Mentoren durchführen. Hinzu kommt die Teilnahme am gesamten Schulleben, darunter Veranstaltungen außerhalb des Unterrichts wie Gesamt- und Teilkonferenzen, Elternabende, Wandertage, Studienfahrten, Sportveranstaltungen, kulturelle Veranstaltungen und Projekte. Die Studierenden erhalten überdies Einblick in die Tätigkeit von Lehrern als Führungskräften und übernehmen daher während des Praxissemesters auch Aufgaben aus Bereichen wie zum Beispiel Unterstützung der Schulleitung und der Fachgebiete, individuelle Förderung, Medien und Mitgestaltung der Selbständigkeit von Schule. Das Praxissemester ist folglich keine Alternative oder ein Gegenstück zum Referendariat, sondern eine Ergänzung und Intensivierung der Praxisanteile der Lehrerbildung. Im Gegensatz zu den Plänen von SPD und Kommunisten werden wir daher auch das Referendariat nicht zugunsten einer einphasigen Lehrerbildung abschaffen, sondern halten auch weiterhin ausdrücklich an den bewährten Strukturen des Referendariates fest", schließt Schork seine Stellungnahme.
Themengebiet: Bildung