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20.03.2013 - Land
Petra Müller-Klepper: "Zusätzlicher Rentenpunkt ist Einstieg – Sorgearbeit muss besser anerkannt werden"
Als Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit bei der Rente hat Petra Müller-Klepper, Landesvorsitzende der Frauen Union der CDU Hessen, den geplanten zusätzlichen Rentenpunkt bezeichnet, den Mütter für jedes vor 1992 geborene Kind erhalten sollen. Auf dieses Rentenplus haben sich die Vorsitzenden von CDU und CSU, Angela Merkel und Horst Seehofer, geeinigt.
 
„Dies ist ein Durchbruch und der Einstieg für die bessere Anerkennung der Kindererziehungszeiten für ältere Mütter. Ein Rentenpunkt bedeutet monatlich rund 28 Euro mehr Rente pro Kind. Dies ist zugleich Anerkennung von Lebensleistung sowie ein substantieller Beitrag zur Stärkung der eigenständigen Alterssicherung von Frauen und gegen Altersarmut“, erklärte Petra Müller-Klepper, die auch Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium ist, heute in Wiesbaden.„Wir wollen, dass diese Erhöhung um einen Entgeltpunkt monatlich für jedes Kind ab 2014 umgesetzt wird“, skizzierte die Unionspolitikerin das weitere Vorgehen.
 
„Für die bisherige unterschiedliche Behandlung im Hinblick auf die Rentenansprüche von Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern und von Müttern mit nach 1992 geborenen Kinder gab es nie eine stichhaltige Begründung. Die erbrachte Leistung ist in beiden Fällen gleich“, so die Landesvorsitzende.

„Rentenlücke schließen – Kindererziehungszeiten stärker anerkennen“ - unter diesem Motto hat die Frauen Union hessen- und bundesweit mobil gemacht. Dabei konnte sie auf eine breite Welle der Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger und von Frauenverbänden bauen.

Derzeit werden jungen Müttern drei Entgeltpunkte pro Kind in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet. Ältere Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern bekommen nur einen Entgeltpunkt. „Als ihre Kinder klein waren, gab es keinen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, kein Elterngeld, keine dreijährige Erziehungszeit mit Rückkehrgarantie, keine Hortbetreuung und keine Ganztagsschulen.“ Vor diesem Hintergrund hätten sich viele Mütter für eine längere berufliche Unterbrechungszeit zur Erziehung ihrer Kinder entschieden. Mit dieser Entscheidung hätten diese Mütter einen wesentlichen Beitrag für die umlagefinanzierte Rentenversicherung geleistet. „Lebensleistung bedeutet nicht nur Erwerbsleistung, sondern auch Erziehung der Kinder. Diese Leistung muss anerkannt werden“, forderte Petra Müller-Klepper. Derzeit bezögen Frauen im Durchschnitt um 60 Prozent geringere Renten als Männer.

„In der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen, die in der Hauptsache von Frauen erbracht wird, leisten diese wertvolle, unbezahlte Arbeit für die gesamte Gesellschaft. Dies sollte sich in der Altersvorsorge angemessen niederschlagen. Etwa 90 Prozent der familienbedingten Erwerbsunterbrechungen erfolgen auf Grund von Kindererziehung“, unterstrich Petra Müller-Klepper. „Dass Frauen, die vor 1992 Kinder geboren und erzogen haben, jetzt einen Rentenpunkt mehr erhalten, ist ein Schritt zur Verwirklichung von Gleichberechtigung. Von einer vollständigen Anerkennung und Aufwertung der Familienarbeit sind wir leider noch weit entfernt.“
Themengebiet: Frauen, Soziale Sicherung