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29.11.2012 - Land
Christean Wagner: "Der Sozialstaat ist eine Ausprägung des christlichen Menschenbildes"
„Der Sozialstaat ist eine Ausprägung des christlichen Menschenbildes. Das ‚C‘ bedeutet für Unionspolitiker: Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Grundlage hierfür ist das christliche, humanistische und freiheitliche Menschenbild, zu dem Freiheit und Verantwortung des Einzelnen ebenso gehören wie Bürgersinn und Solidarität. Unser Streben ist es, dass es in der Gesellschaft gerecht zugeht und dem einzelnen Menschen Gerechtigkeit widerfährt“, sagte der Vorsitzende der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Dr. Christean Wagner, anlässlich der Veranstaltungsreihe „Was uns leitet – Eine Kultur der Bewahrung und Erneuerung“ am Donnerstagabend vor 500 Teilnehmern in den Kurhaus Kolonnaden Wiesbaden.
 
Bei der Frage nach der Ausgestaltung und der Finanzierbarkeit der Sozialsysteme drehe sich die öffentliche Diskussion häufig um den Begriff der „Gerechtigkeit“. Dies bedeute,dass die Verteilung der Güter den vorherrschenden ethischen Prinzipien der Gesellschaft entsprechen müsse. Hier zeigten sich je nach politischer Ausrichtung unterschiedliche Ansätze. „Linke Parteien verstehen unter Gerechtigkeit irrtümlicher Weise staatliche Umverteilungsprogramme. Wir wollen, dass staatliches Eingreifen die Ausnahme bleibt. Der Einzelne soll selbst in Verantwortung und Freiheit seine Kräfte, seine Talente entfalten und dafür leistungsgerecht belohnt werden. Nur dort, wo seine Kräfte nicht reichen, soll der Staat helfend eingreifen. Damit der Staat seine Kernaufgaben effektiv erfüllen kann, darf er weder mit Anforderungen überfrachtet werden, noch solche Aufgaben behalten oder an sich ziehen, die andere besser oder ebenso gut erfüllen können. Linke staatliche Vollversorgungskonzepte widersprechen den Grundsätzen der Eigenverantwortung, der Freiheit und der Subsidiarität. Sozialstaatliche Daseinsvorsorge darf nicht zur Entmündigung durch den Staat führen“, erklärte Wagner.

Nur Menschen, die für sich selbst Verantwortung übernähmen, könnten auch für das Gemeinwohl Verantwortung übernehmen, so der CDU-Fraktionsvorsitzende weiter. „Nur wenn wir unseren Bürgern etwas zutrauen, sie auch fordern, können wir eigenverantwortliches und solidarisches Handeln bewirken. Der Staat muss in erster Linie Anreize schaffen, die Bürger zum eigenverantwortlichen Handeln bewegen. Unser Verständnis von sozialer Gerechtigkeit orientiert sich daran, den Menschen gleiche Chancen und Möglichkeiten zu verschaffen, am ökonomischen und gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und sich selbst zu verwirklichen. Für die Teilhabe an den materiellen und geistigen Gütern der Gemeinschaft bietet die Chancengesellschaft die besten Voraussetzungen und Möglichkeiten. Das erfordert gleiche Startchancen in Bildungswege und in die Arbeitswelt für jeden Einzelnen. Nur unsere Politik der Freiheit und Verantwortung schafft die Voraussetzung für dieses Miteinander gesellschaftlicher Gerechtigkeit“, stellte Wagner fest.

Mit Dr. Norbert Blüm, Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung von 1982-1998, konnte die CDU-Landtagsfraktion einen der bekanntesten Verfechter des Sozialstaates und profiliertesten Vertreter der christlichen Soziallehre begrüßen. Nach seiner Ausbildung und Tätigkeit als Werkzeugmacher bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim studierte Norbert Blüm Germanistik, Philosophie, Katholische Theologie, Geschichte und Soziologie in Bonn und Köln. Norbert Blüm war von 1968-1975 Hauptgeschäftsführer und von 1977-1987 Bundesvorsitzender der Sozialausschüsse der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Dem Deutschen Bundestag gehörte er von 1972-1981 sowie von 1983-2002 an. Von 1981-1982 war er Senator für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund. Stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU war Norbert Blüm in den Jahren 1981-1990 und 1992-2000.

Mit der Veranstaltungsreihe wolle die hessische CDU-Landtagsfraktion den öffentlichen Diskurs fortsetzen und eine „Kultur der Bewahrung und Erneuerung“ verstärkt in den Mittelpunkt rücken. „Gerade weil die Zeiten so schnelllebig sind, sollten wir alle neben dem politischem Alltagsgeschäft über den Tag hinaus denken. Dies wollen wir mit den acht Vorträgen führender Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Religion, Wissenschaft und Justiz fortsetzen. Wir versprechen uns von den Vorträgen wichtige Impulse nicht nur für unsere eigene politische Arbeit, sondern darüber hinaus auch für eine zukunftsgerichtete Gestaltung von Staat und Gesellschaft in unserem Land“, erklärte Wagner.

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Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe "Was uns leitet – Eine Kultur der Bewahrung und Erneuerung" sowie Impressionen der Veranstaltung mit Dr. Norbert Blüm finden Sie hier.
Themengebiet: Soziales, Werte, CDU