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08.11.2012 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner verleiht ersten Hessischen Gesundheitspreis
Zum ersten Mal hat der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner heute den Hessischen Gesundheitspreis der Landesregierung vergeben. Preisträger sind vier Initiativen aus Frankfurt, Wiesbaden und Marburg, welche die Gesundheit der hessischen Bürgerinnen und Bürger auf beispielhafte Weise fördern. „Gute Gesundheit und der Erhalt von Lebensqualität sind zentrale Voraussetzungen für alle privaten Aktivitäten und Pläne, ob in Beruf, in der Familie oder in der Freizeit“, betonte Grüttner. Durch den Hessischen Gesundheitspreis sollen vorbildliche Gesundheitsförderungs- und Präventionsprojekte eine Plattform erhalten, um so als Vorbild für eine Umsetzung auch an einem anderen Ort in Hessen zu dienen.

Sozialminister Grüttner unterstrich die Bedeutung des Präventionsgedankens: „Die Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich alle beteiligen sollten. Angesichts des demographischen Wandels wird es künftig noch mehr als bisher darauf ankommen, die Gesundheitskompetenz in allen Lebensphasen zu stärken. Vorbeugende, schützende und stützende Maßnahmen, die dem Erhalt oder der Verbesserung der Gesundheit dienen, werden immer wichtiger“.

Aus über 100 Bewerbungen für den Hessischen Gesundheitspreis hat eine sieben köpfige Jury in insgesamt vier Kategorien innovative Projekte ausgewählt, die Wege zum gesunden Leben aufzeigen, aber auch die Stärkung von Gesundheitsressourcen in den Lebenswelten der Menschen ermöglichen und damit die individuelle Gesundheit und Lebensqualität des Einzelnen stärken.

Die Preisträger im Überblick:

„NULL bis SECHS – Präventive Beratung für Eltern & Kindertagesstätten“
Der Gewinner in der Kategorie „Gesund Aufwachsen“ ist das Projekt „NULL bis SECHS – Präventive Beratung für Eltern & Kindertagesstätten“ vom Kinderzentrum Weißer Stein Marburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Das Projekt geht unter Beteiligung der Städte und Gemeinden des Kreises Marburg Biedenkopf neue Wege in der Vorbeugung, Früherkennung und frühen Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf. Es unterstützt die Kinder, die Eltern und auch die Kindertagesstätten und Tagespflegestellen. Das Projekt ermöglicht eine vorbildliche Vernetzung aller Beteiligten. Es ist niedrigschwellig angelegt, die Beratung findet auf Wunsch anonym statt und Hausbesuche werden angeboten. Dieses Projekt kann auf andere Gemeinden übertragen werden.

„AGILer – Aktivierende Gesundheitsinitiative für Langzeiterwerbslose“
Der Gewinner in der Kategorie „Gesund Leben“ ist das Projekt „AGILer – Aktivierende Gesundheitsinitiative für Langzeiterwerbslose“von der Abteilung Sportmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Das Projekt wendet sich an die Altersgruppe 50 +. In vorbildlicher Weise gelingt die nachhaltige Aktivierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den angebotenen Bewegungs- und Gesundheitskursen. Das Projekt orientiert sich an den Qualitätsstandards der Krankenkassen. Es wurde begleitend evaluiert und ist auf andere Regionen übertragbar.

„Präventive Hausbesuche – Gesundheitsberatung für Seniorinnen und Senioren“
Der Gewinner in der Kategorie „Gesund Altern“ ist das Projekt „Präventive Hausbesuche – Gesundheitsberatung für Seniorinnen und Senioren“ vom Caritasverband Frankfurt e.V. Das Projekt greift die Lebenssituation älterer Menschen im Vorfeld von Pflegebedürftigkeit auf. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren im Wohnquartier soll durch Hausbesuche und Beratung eine möglichst lange Eigenständigkeit der älteren Menschen erreicht werden. Das Projekt ist präventiv ausgerichtet, schließt insbesondere sozial Benachteiligte ein und ist innovativ und vorbildlich.

„Verständliche Medizin – Gesundheitsthema des Monats“
Der Gewinner der Kategorie „Über die Lebensphasen hinweg“ ist das Projekt „Verständliche Medizin – Gesundheitsthema des Monats“, initiiert vom Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden in Kooperation mit dem Praxisverbund Wiesbaden. Das Projekt richtet sich an alle betroffenen und interessierten Bürger in Wiesbaden. Gemeinsam mit dem Praxisverbund Wiesbaden (niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten) unter Beteiligung anderer Berufsgruppen werden in monatlichen Veranstaltungen gesundheitsrelevante Themen verständlich aufbereitet und vermittelt. Das Projekt fördert die Patientensouveränität, die Motivation und die öffentliche Akzeptanz von gesundheitlichen Themen in der Stadt. Die Vernetzungen vor Ort sind vorbildlich und können als Beispiel für andere Städte oder Landkriese dienen. Das Programm wurde inzwischen bereits von Kassel übernommen.

Das Hessische Sozialministerium hat 2010, im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen, den Gesundheitsförderungsplan „GesundLeben – Gesund Bleiben“ mit der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V. (HAGE) entwickelt. Gleichzeitig entstand der Projekt-Atlas „Gesundheitsprojekte in Hessen“. Im Projekt-Atlas werden ähnlich einer Datenbank Informationen zu den Projekten und Akteuren im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention in Hessen gesammelt und unter anderem nach lokalem und regionalem Bezug, Themenbereich, Träger, Zielgruppen und methodischen Ansätzen aufgelistet.

Alle ausgezeichneten Projekte – aber auch die zahlenreichen, qualifizierten anderen Bewerber – haben sich über den Hessischen Projekt-Atlas eingetragen und können über www.adressen-in-hessen.de eingesehen werden.

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Weitere Informationen zum ersten Hessischen Gesundheitspreis finden Sie unter www.gesundleben-gesundbleiben.hessen.de.
Themengebiet: Gesundheit