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31.10.2012 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: "Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist zumutbar"
Dreiviertel der Menschen in Deutschland sind bereit, ein Organ zu spenden, bisher dokumentierten jedoch maximal 25 Prozent ihren Willen. Das unterstrich der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner heute in Wiesbaden: „Fragen, die das Leben und den Tod berühren, sind niemals einfach. Jede und jeder muss bei dem Thema Organspende selbst zu einer Entscheidung kommen und sollte diese dann auch dokumentieren.“

In Deutschland warten immer noch mehr als 12.000 Menschen jährlich auf ein Spenderorgan, hob Grüttner hervor. „Patientinnen und Patienten, die auf ein Organ warten sind darauf angewiesen, dass andere Menschen bereit sind, ihr Organe zu spenden. Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende halte ich für alle Bürgerinnen und Bürger für zumutbar“, sagte der Minister. „Auch Religion oder kulturelle Bräuche stehen einer Organspende in den wenigstens Fällen entgegen.“ Daher begrüße er auch die Neuregelungen zur Organspende, die zum 1. November in Kraft treten und unter anderem vorsehen, dass die Bürgerinnen und Bürger künftig regelmäßig durch die Krankenkassen über das Thema Organspende informiert werden und ihre Entscheidung zur Organspende auf einem Organspendeausweis oder der Gesundheitskarte hinterlegen.

Dass sich in Sachen Organspende nun endlich etwas tue, sei sehr gut, sagte Sozialminister Grüttner. „Ich gehe davon aus, dass sich durch die Neuregelung mehr Menschen mit der Organspende auseinandersetzen“, so Grüttner weiter. „Ziel der nun geltenden sogenannten Entscheidungslösung ist es, die Organspendebereitschaft zu fördern und über dieses wichtige Thema zu informieren. Ich freue mich, dass die Krankenkassen in Hessen ihre Verantwortung hier sehr ernst nehmen. Sie kommen ihrer neuen gesetzlichen Verpflichtung nach und informieren die bei ihnen Versicherten umfassend über die Organspende.“

Sozialminister Grüttner betonte außerdem: „Mir persönlich geht die nun gefundene Neuregelung in letzter Konsequenz nicht weit genug. Es fehlt nach wie vor eine verbindliche Lösung für diejenigen, die sich nicht erklären.“ Die regelmäßige Information zur Organspende durch die Krankenkassen sei zwar ein wichtiger Schritt, wünschenswert wären jedoch weitergehende Maßnahmen gewesen. Sozialminister Grüttner kündigte an: „Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass wir eine lebhafte Diskussion zu diesem wichtigen Thema führen. Nur so können wir sicher sein, dass sich Menschen mit der Organspende auseinandersetzen.“ Grüttner erklärte, es sei aus seiner Sicht sinnvoll, dass die erweiterte Widerspruchslösung als weitergehende Regelung zur Organspende in Betracht gezogen wird. „Das würde bedeuten, dass eine Organspende nach dem Tod erlaubt ist, sofern die Angehörigen nicht widersprechen. Ich halte es für zumutbar, dass sich jede und jeder mit einer Organspende auseinandersetzt und eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende auch verbindlich dokumentiert“, erklärte er.

Er sei sich darüber im Klaren, so Grüttner weiter, dass durch die Geschehnisse in Regensburg, Göttingen und München viel Unsicherheit in das Thema Organspende gelangt sei. Daher forderte der Sozialminister: „Wir brauchen Aufklärung ohne Ansehen von Person oder Institution. Die Vorgänge in Göttingen, Regensburg und München müssen rückhaltlos aufgeklärt werden und auch den gestiegenen Zahlen bei der Vergabe von Organen nach dem beschleunigten Vermittlungsverfahren nachgegangen werden.“ Grüttner warnte jedoch noch einmal davor, vorschnell über Gesetzesänderungen zu diskutieren: „Zuvor muss geklärt werden, ob und an welcher Stelle Fehler gemacht wurden beziehungsweise Fehlerquellen liegen. Sollte sich dabei herausstellen, dass diesen mit einer Gesetzesänderung begegnet werden kann, müssen wir das angehen.“

Grüttner erklärte weiter, dass er es für kontraproduktiv halte in unsachliche Aufregung zu verfallen. „Wir müssen bei den ganzen notwendigen Diskussionen auch immer die Menschen im Blick haben, deren Leben mit einer Organspende gerettet werden kann. Denn das steht fest: Organspenden retten Leben!“ Die Bemühungen und die Erfolge der bisherigen Anstrengungen bei der Organspende dürften nicht konterkariert werden, hob Sozialminister Grüttner abschließend hervor.

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Weitere Informationen zur Organspende finden Sie hier.

Themengebiet: Gesundheit