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12.10.2012 - Land
17. Fraktionsforum in Wiesbaden - Günter Schork: "Das Wohl von Kindern mit Behinderungen muss an erster Stelle stehen"
„Im Mittelpunkt jeglicher Förderung von behinderten Kindern muss das Wohl des Kindes und dessen Integration in die Gesellschaft stehen. Die Inklusion mag in diesem Sinne für einige der betroffenen Schülerinnen und Schüler gewiss einen erfolgversprechenden Ansatz darstellen, doch ist in ihr keineswegs der alleinseligmachende Königsweg zu erkennen, als den ihn einige Apostel vermeintlicher moralischer Deutungshoheit bisweilen zu verkaufen suchen. Es gibt klare pädagogische Grenzen der gemeinsamen Beschulbarkeit von Kindern mit und ohne Behinderungen und Beeinträchtigungen, so dass auch künftig auf Förderschulen nicht verzichtet werden kann“, fasst der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Günter Schork, die Expertenmeinungen anlässlich des 18. Fraktionsforums der CDU-Landtagsfraktion am 11. Oktober 2012 in Wiesbaden zusammen.

„Unter dem Schlagwort der ‚Inklusion‘ dient die grundsätzlich positive Zielsetzung einer Ausweitung der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderungen seit einiger Zeit vor allem als Vorwand für eine primär ideologisch motivierte Kampagne zur Abschaffung der erfolgreich arbeitenden Förderschulen im Sinne der von SPD, Grünen und Linken betriebenen Einführung einer Einheitsschule. Ebenso wie die Vielfalt der menschlichen Persönlichkeit werden dabei auch die unterschiedlichen Formen von Behinderungen negiert – frei nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf – und Kinder mit körperlichen, sprachlichen, emotional-sozialen, kognitiven, psychischen und geistigen Beeinträchtigungen unterschiedslos unter dem Begriff der ‚Inklusion‘ eingeordnet. Sie alle sollen nach dem Willen der rot-rot-grünen Opposition fortan unabhängig von Grad und Schwere ihrer Behinderung mit Kindern ohne Beeinträchtigung unterrichtet werden, so dass in letzter Konsequenz Förderschulkindern das Recht auf eine individuelle und bestmögliche Förderung geraubt und in eine unverrückbare Pflicht zur ‚Inklusion‘ umgewandelt werden soll. Den Herausforderungen der Inklusion kann jedoch nur mit einer hinreichend differenzierten Vorgehensweise begegnet werden“, kritisiert Schork die Absichten der Opposition zur Abschaffung der Förderschulen

Mit dem Erziehungswissenschaftler Bernd Ahrbeck (Humboldt-Universität zu Berlin), den Schulleitern Gottlieb Burk (Heinrich-Kielhorn-Schule Wehrheim) und Tobias Jost (St. Lioba-Schule Fulda), dem Leiter des Ressorts „Kommunikation und Teilhabe“ der blista in Marburg, Rudi Ullrich, dem Förderschullehrer Sebastian Pulfrich sowie der unmittelbar betroffenen Mutter Sabine Sommer hatten sich während der Veranstaltung zuvor Vertreter aus Theorie aus Praxis der gegenwärtigen Inklusionsdebatte aus einer größtmöglichen Vielfalt an unterschiedlichen Perspektiven genähert. Insbesondere die sehr bewegende und ergreifende Schilderung von Frau Sommer über die positive Entwicklung ihrer Tochter in einer Schule für Praktisch Bildbare ging dabei vielen Zuhörern unter die Haut. Die als Leitmotiv des Abends aufgeworfene Frage „Benötigen wir auch künftig Förderschulen?“ wurde von den Podiumsteilnehmern eindeutig bejaht und eine differenzierte und kritische Sichtweise auf die Inklusionsdebatte angemahnt.
Themengebiet: Bildung, Teilhabe behinderter Menschen, CDU