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28.10.2011 - Land
Zukunftsforum "Finanzplatz Frankfurt" diskutiert über Rolle der Ratingagenturen
Für seine aktuelle Veranstaltung hat das Zukunftsforum „Finanzplatz Frankfurt“ (ZFF) ein Thema gewählt, das durch die Ereignisse an den internationalen Finanzmärkten in den letzten Tagen noch einmal enorm an Bedeutung gewonnen hat. Behandelt wurde das Thema „Die Rolle der Ratingagenturen in und nach der Finanzkrise“. Zur Bearbeitung des Themas konnten hochkarätige Referenten gewonnen werden, die das Thema aus verschieden Blickwinkeln beleuchteten.

Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden des ZFF, Herrn Dr. Hans Reckers, gab zunächst Frau Prof. Dr. Christina E. Bannier von der Frankfurt School einen Überblick aus wissenschaftlicher Sicht. Sie ordnete die Rolle der Agenturen aus wissenschaftlicher Sicht ein und verband Empfehlungen zur weiteren Regulierung mit den Erkenntnissen, die sie aus ihren eigenen Forschungsarbeiten in diesem Segment gewonnen hatte.

Dann berichtete Herr Torsten Hinrichs, der Deutschland-Geschäftsführer von Standard & Poor’s Credit Market Services Europe Ltd. (Niederlassung Deutschland) über die aktuelle Lage aus seiner Sicht und nannte dabei auch die Veränderungen innerhalb seines Hauses, die seit Ausbruch der Krise teils aus eigener Erkenntnis, teils auf Druck durch die neuen regulatorischen Anforderungen erfolgt sind. Dabei nannte er aber auch Punkte, die aus seiner Sicht ungerechtfertigt sind oder an denen die Regulierung seiner Meinung nach über das Ziel hinausschießen.

Als Drittes stellte Herr Dr. Markus Krall, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants seinen Vorschlag zur Errichtung einer Europäischen Ratingagentur vor. Sein Vorschlag versucht die aus seiner Sicht bestehenden Interessenkonflikte zwischen den Agenturen, deren Eigentümern, Auftraggebern und Adressaten der Ratings aufzulösen. Dafür schlägt er ein Stiftungsmodell vor, dass von zahlreichen Institutionen unterstützt werden soll. Er plant, die kritische Masse an Teilnehmern zum Jahresende zu erreichen und dann mit dem Aufbau der Infrastruktur nach dem Jahreswechsel beginnen zu können.

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum, das teils aus Studentinnen und Studenten der Frankfurt School, teils aus Führungskräften aus Finanzwirtschaft, Verbänden, Presse und Verwaltung bestand, kamen noch zahlreiche Fragen zur Sprache, welche die Referenten ausführlich beantworteten.

Herr Dr. Reckers schloss die Veranstaltung mit einem Hinweis auf eine am 7. November 2011 stattfindende Veranstaltung der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, die sich ebenfalls mit der Rolle der Ratingagenturen befassen wird und zu der hier weitere Informationen zu finden sind.
Themengebiet: Finanzen und Steuern