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29.08.2010 - Land
Ministerpräsident Roland Koch im Wortspiel mit der Bild am Sonntag

Nach 11 Jahren als Ministerpräsident ist Montag der letzte Arbeitstag von Roland Koch in diesem Amt.

Die Bilder werden abgehängt, die Bücherkisten stehen bereit: Für den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (52, CDU) haben die letzten Stunden in der Staatskanzlei in Wiesbaden begonnen. In seinem Arbeitszimmer treffe ich den Mann, der lange als möglicher Kanzler nach Angela Merkel gehandelt wurde, und der nun aus freien Stücken seinen Platz räumt. Wir einigen uns auf ein Wortspiel: Ich beginne Sätze, und Koch vervollständigt sie.

Ich sage: Dass Altkanzler Helmut Kohl morgen zu meinem Abschied kommt ... und Koch ergänzt: ... ist für mich nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine sehr große Geste der Freundschaft. Und ebenso ist es eine Ehre, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt.

Und so machen wir weiter: Das Wichtigste, das ich von Helmut Kohl gelernt habe, ist ... sich nicht in den aktuellen Streitigkeiten und Umfrage-Zahlen des Tages zu verfangen, sondern in längerfristigen Perspektiven zu denken.

Dass mir Bundeskanzlerin Angela Merkel nie ein Spitzenamt in Berlin angeboten hat, ist ... das Ergebnis unserer gemeinsamen Gespräche.

An Angela Merkel mag ich ... den faszinierenden Lebensweg und die Fachkunde, mit der sie zu einem der anerkanntesten Führer von demokratischen Ländern in der Welt geworden ist.

Geschämt habe ich mich ... nie öffentlich, sondern im Stillen.

Stolz bin ich auf ... viele Freundschaften, die ich bis heute in meinem Leben schließen konnte und die viele Stürme überstanden haben.

Die Führungspersönlichkeiten mit Zukunft in der Union sind für mich ... all jene, die jetzt dafür im Gespräch sind. Eine Volkspartei lebt davon, die verschiedenen politischen Richtungen auch in Zukunft abzubilden.

Friedrich Merz sollte in der Partei ... weiterhin ein kritisches Mitglied mit guten Gedanken sein.

Konservativ bedeutet für mich ... eine für die Stabilität einer Gesellschaft unverzichtbare Grundeinstellung, die leider im Nachkriegsdeutschland zu Unrecht diskreditiert worden ist.

Eine neue konservative oder rechtsliberale Partei neben der Union ... ist in Deutschland nicht notwendig und nach meiner Überzeugung auch chancenlos.

Dass man mir den Vorstandsvorsitz bei Bilfinger & Berger zugetraut hat, finde ich ... ehrenhaft.

Dass ich künftig voraussichtlich mehr verdienen werde als ein Ministerpräsident, bedeutet mir ... vergleichsweise wenig, sonst hätte ich mich nicht entschieden, so lange Politik zu machen.

Wenn mich mein alter hessischer Gegenspieler Joschka Fischer zu einem Abendessen einladen würde, würde ich ... ihn nötigen, die Preiskategorie des Restaurants nach seinem normalen Lebensstil zu bemessen.

Mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), verbindet mich ... eine gute Zusammenarbeit in der Sache. Ich habe ihn durchaus als einen kundigen Regierungschef kennengelernt.

Was ich wirklich nach meiner Zeit als Ministerpräsident machen werde, sage ich ... wenn ich es selbst weiß, und wenn die Zeit dazu gekommen ist.

Meine Ehefrau Anke ist für mich ... der Mittelpunkt meines Lebens.

Dass SPD-Fraktionschef Frank Walter Steinmeier seiner Ehefrau eine Niere gespendet hat ... ist für mich ein wunderbares Zeichen der Liebe.

Wir sind am Ende unseres Wortspiels. Viele Spitzenpolitiker der Union fordern, Koch müsse später wieder in das politische Geschäft einscheren.

Also bilde ich den Satz: Wenn die CDU irgendwann in der Zukunft nach mir rufen sollte, ... und Koch ergänzt: ... dann wird man mit der Erfahrung leben müssen, dass manchmal auch Rufe verhallen.