Herzlich Willkommen
bei der CDU Hessen

Aktuelles

02.05.2011 - Land
Ministerpräsident Volker Bouffier im SPIEGEL-Interview: "Die Autoindustrie und ihre Zulieferer sind ein Kernstück für den Wohlstand."
Der CDU-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Volker Bouffier, spricht im SPIEGEL-Interview über Standortpolitik für die Automobilindustrie. Bouffier bezeichnet darin die Zielsetzung der künftigen baden-württembergischen Landesregierung, weniger Autos zu produzieren als „völlig laienhaft und weltfremd.“

Das ganze Interview mit Ministerpräsident Volker Bouffier können Sie hier nachlesen.

SPIEGEL: Ihr grüner Kollege Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg philosophiert darüber, dass die Autoindustrie des Ländles weniger Fahrzeuge produzieren könnte. In Ihrem Bundesland befindet sich Opel – wie bewerten Sie Kretschmanns Äußerung?

Volker Bouffier: Man kann den Menschen, die zu Recht stolz sind, bei Daimler, Porsche oder auch Opel zu arbeiten, nicht sagen, dass sie weniger Autos produzieren sollen. Das ist völlig laienhaft und weltfremd. Die Folge wäre doch nur, dass dann die Chinesen künftig jene Autos herstellen, die nicht mehr aus Deutschland kommen. Für die Umwelt wäre damit nichts gewonnen. Die Autoindustrie und ihre Zulieferer sind ein Kernstück für den Wohlstand in Baden-Württemberg und in Deutschland. Sie sind zudem unter den innovativsten Branchen, die es in Deutschland gibt.

SPIEGEL: Bei Hybrid-Technologien hinkt die heimische Industrie hinterher, dafür schnellen die Zulassungszahlen für den Prius von Toyota nach oben. Brauchen wir bessere Kaufanreize für Öko-Autos?

Volker Bouffier: Beim Elektroauto sind die Japaner weiter als wir. Trotzdem bin ich gegen Förderprogramme mit staatlichem Geld oder gar Kaufanreize. Das haben unsere Autobauer auch gar nicht nötig. Das Budget für Forschung und Entwicklung bei Daimler allein liegt bei rund fünf Milliarden Euro. Das ist mehr als jedes deutsche Bundesland dafür ausgeben könnte.

SPIEGEL: Hinter Kretschmanns Äußerungen steckt die Idee von einem Wirtschaftsmodell, das weniger auf Wachstum und mehr auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Können Sie sich vor diesem Hintergrund eine schwarzgrüne Regierung 2013 auf Bundesebene vorstellen?

Volker Bouffier: Baden-Württemberg wird dafür zum Labor und Lackmustest: Können die Grünen ein wirtschaftlich erfolgreiches Land regieren? Wenn ich mir die Verteilung der Ressorts anschaue und sehe, dass alles, wo es ein bisschen schwierig wird – Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Soziales -, bei der SPD landet, überwiegen bei mir die Zweifel. Trotzdem gilt: Die Probleme suchen sich ihre Mehrheiten. Daher will ich Schwarz-Grün nicht grundsätzlich ausschließen.
Themengebiet: Wirtschaft, Interview