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16.06.2016 - Land
Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Gelungenes auf dem Weg zur inklusiven Schullandschaft

„Gelungenes auf dem Weg zur inklusiven Schullandschaft“ lautete der Titel des heutigen Fachtags der Modellregionen Inklusive Bildung, zu dem sich heute knapp dreihundert Akteurinnen und Akteure aus allen neun Modellregionen des Landes getroffen haben. Es ging darum, sich über die bisherigen Erfahrungen auszutauschen, gelungene Praxisbeispiele vorzustellen, Herausforderungen zu identifizieren, Denkanstöße zu geben und nächste Schritte für die Weiterarbeit zu planen. Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz würdigte insbesondere das hohe Engagement, das eigenaktive Handeln und den gelungenen Schulterschluss mit den Schulträgern: „Als bisherige Bilanz der Arbeit in den Modellregionen können Sie mit Stolz auf das bisher Erreichte zurückblicken. Klar ist aber auch, dass wir bisher erst eine Zwischenetappe auf dem Weg zur inklusiven Schullandschaft in Hessen erreicht haben.“ Klar sei, dass noch viele Herausforderungen bevorstünden. „Zum kommenden Schuljahr wollen wir nun mit der Etablierung inklusiver Schulbündnisse beginnen und damit flächendeckende Strukturen für ganz Hessen schaffen.“

Neben den Beteiligten aus den Modellregionen waren als Gäste darüber hinaus Vertreter aus dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, aus der Hessischen Lehrkräfteakademie, aus weiteren hessischen Bildungsinstitutionen, dem Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer, Elternvertretungen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den Schulträgerbereichen eingeladen. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Hessischen Lehrkräfteakademie konzipiert und durchgeführt.

In Hessen sind bis zum Schuljahr 2015/16 in mehreren Tranchen insgesamt neun Modellregionen Inklusive Bildung vom Land gemeinsam mit elf Schulträgern eingerichtet worden. Basis für die Arbeit in den Modellregionen Inklusive Bildung bildet jeweils eine Kooperationsvereinbarung.

Elf Modellregionen Inklusive Bildung aktuell in Hessen

Folgende elf Schulträgerbereiche sind aktuell Modellregionen Inklusive Bildung: Wiesbaden, der Wetteraukreis, der Hochtaunuskreis, der Landkreis Offenbach, die Stadt Frankfurt am Main, die Stadt Kassel, der Main-Kinzig-Kreis, die Stadt Hanau sowie der Landkreis Groß-Gerau mit den Städten Kelsterbach und Rüsselsheim. Die Modellregionen umfassen einen großen Teil Hessen:  44 % aller Schülerinnen und Schüler an öffentlichen hessischen Schulen, deren Eltern und Lehrkräfte werden damit erreicht. Ab dem Schuljahr 2016/2017 werden in den kommenden drei Jahren inklusive Schulbündnisse in ganz Hessen als verpflichtende Netzwerke implementiert und dabei auf zentrale Elemente aus den Modellregionen Inklusive Bildung zurückgegriffen.

Die Stadt Wiesbaden war Vorreiter und hat Anfang des Jahres die bisherige Arbeit im Rahmen einer Großveranstaltung bilanziert. Im Hochtaunuskreis und dem Wetteraukreis werden u.a. neue Modelle der Ressourcensteuerung erprobt, im Landkreis Offenbach können wir von den Erfahrungen aus dem Schulversuch „begabungsgerechte Schule“ profitieren, u.a. im Bereich Leistungsbewertung oder der Nicht-Feststellung des Förderschwerpunktes Lernen. In der Stadt Kassel ist eine umfangreiche Neustrukturierung der Förderschullandschaft auf den Weg gebracht, in Frankfurt wurden vielfältige Maßnahmen in einem breit angelegten Beteiligungsverfahren miteinander diskutiert und sind jetzt in einem integrierten Schulentwicklungsplan zusammengeführt. Das Motto „Inklusion gelingt gemeinsam“ begleitet den Prozess. Im Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau überzeugen die umfangreichen Maßnahmen an der Nahtstelle von Jugendhilfe und Schule, und mit dem Kreis Groß-Gerau und den Städten Rüsselsheim und Kelsterbach haben sich sogar drei Schulträger auf einen Vertrag geeignet und damit nach außen sichtbar gezeigt, dass sie das über Jahre hinweg bewährte Miteinander weiter vertiefen wollen.

„Inklusion, also die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen, ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag“, erklärte Kultusminister Lorz. „Das gelingt nicht von heute auf morgen. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir durch die nun gewählten Strukturen in den kommenden Jahren ein ordentliches Stück vorankommen werden. Das großartige Engagement und die Empathie für die gemeinsame Sache, die hier in Frankfurt heute augenscheinlich wurde, stimmt mich überzeugt darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Themengebiet: Bildung, Schule, Inklusion