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27.04.2016 - Land
Innenminister Peter Beuth: Flüchtlinge gegen mögliche Anwerbeversuche von Islamisten sensibilisieren

Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat bei einem Besuch in der Außenstelle Neu-Isenburg der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) eine Zwischenbilanz zu den Beratungsveranstaltungen für Flüchtlinge gezogen. Seit Dezember 2015 wurden insgesamt 13 Erstaufnahmeeinrichtungen von Polizisten besucht, die in afghanischer bzw. persischer und arabischer Sprache Flüchtlinge gegen mögliche Anwerbeversuche von Islamisten sensibilisieren und zugleich die Schutzsuchenden über ihre Rechte aber auch Pflichten in der Bundesrepublik aufklären. Außerdem nehmen Mitarbeiter des Violence Prevention Networks (VPN) sowie Migrationsbeauftragte der Polizei und Partner aus dem Bereich der politischen Bildung an den jeweils rund einstündigen Veranstaltungen teil. Koordiniert werden die Beratungen vom im Innenministerium ansässigen Hessischen Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE).

Polizisten sprechen Flüchtlinge in ihrer Muttersprache an

„Mehr als 4.000 Menschen konnten wir mit diesem bundesweit einzigartigen Konzept bisher erreichen. Wenn Polizisten Flüchtlinge in ihrer Muttersprache direkt ansprechen, finden sie einen direkten Zugang zu den Schutzsuchenden. Die Polizeibeamten stehen mit ihrer Arbeit zugleich beispielhaft für gelingende Integration und können besonders gut unser Konzept des ‚Freund und Helfers‘ vermitteln, denn: Viele Flüchtlinge kennen die Polizei aus Ihren Herkunftsstaaten nur als Teil eines autokratischen Systems“, betonte der Innenminister. In der HEAE Neu-Isenburg sind zurzeit etwa 460 Flüchtlinge untergebracht, die größtenteils aus Afghanistan, Syrien, Irak und Iran stammen.

Hessen verfolgt beim Thema Extremismusprävention einen ganzheitlichen Ansatz. Für das Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ sind im Haushaltsjahr 2016 Mittel von insgesamt 3,8 Millionen Euro hinterlegt. Es hat das Ziel, verstärkt Präventionsmaßnahmen in allen Phänomenbereichen (Links- und Rechtsextremismus sowie Islamistischer Extremismus) durchzuführen, um zu verhindern, dass Menschen in den Extremismus abdriften. „Im Falle einer Radikalisierung muss frühzeitig interveniert werden und auch das persönliche Umfeld beim Umgang mit dieser schwierigen Situationen unterstützt werden“, unterstrich der Minister.

1,2 Millionen Euro für Maßnahmen im Kontext Islamismus

Innerhalb des Präventionsprogramms stehen für den Bereich Maßnahmen im Kontext Islamismus Mittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld wird die „Beratungsstelle Hessen – Religiöse Toleranz statt Extremismus“ gefördert, die sich in Trägerschaft des Violence Prevention Network befindet. VPN ist ein Verbund erfahrener Fachkräfte, die seit Jahren in der Extremismusprävention sowie der Deradikalisierung extremistisch motivierter Gewalttäter tätig sind. Im Rahmen des Hessischen Präventionsnetzwerks gegen Salafismus arbeiten die Experten landesweit mit jungen Menschen und ihren Angehörigen zusammen, um eine islamistische Radikalisierung zu verhindern. Bisher wurden 85 Radikalisierte bzw. Gefährdete und über 100 Angehörige beraten. Zudem führte VPN bereits 85 Workshops an hessischen Schulen durch.

Themengebiet: Flüchtlinge