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18.04.2016 - Land
Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: Zertifizierungsmöglichkeit für alle Vergleichsportale schaffen

„Viele Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen Vergleichsportale im Internet, um sich über Flugreisen, Gaspreise, Handytarife, Bankkonten oder Versicherungen zu informieren. Doch ist hier Vorsicht geboten: Teilweise fließen sachfremde Kriterien in die Suchfilter ein oder es wird nur unzureichend über die Vermittlung auf Provisionsbasis informiert. Darum fordern wir die Portalbetreiber auf, sich freiwillig der Transparenz gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu verpflichten“, sagten Verbraucherschutzministerin Priska Hinz und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute im Vorfeld der am Freitag tagenden Verbraucherschutzministerkonferenz in Düsseldorf.

„Verbraucherinnen und Verbraucher sollen der Wirtschaft auf Augenhöhe begegnen und umfassend informierte Entscheidungen treffen. Das geht nur, wenn die Methoden der Portalbetreiber und die Kriterien beim Vergleich der Angebote offengelegt werden“, so Ministerin Hinz. Finanzminister Schäfer betonte: „Die Bundesregierung hat mit dem Zahlungskontengesetz bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung getan: Im Bereich von Vergleichsportalen für Bank- und Girokonten gibt es nun die Möglichkeit einer Zertifizierung für die Betreiber dieser Internetseiten – auf freiwilliger Basis.“

Zertifizierungsmöglichkeit für alle Vergleichsportale schaffen

Das Zertifikat berechtigt die Betreiber der Vergleichsportale dazu, die Bezeichnung „Vergleichswebsite nach dem Zahlungskontengesetz“ zu führen. Voraussetzung für die Erteilung des Zertifikats ist allerdings, dass die gesetzlichen Vorgaben an die Vergleichskriterien und die Vergleichswebsites eingehalten werden. Hinz und Schäfer drängen nun darauf, auch beim Vergleich von Versicherungen, Strom-, Gas- oder Handytarifen oder bei Flug- und Hotelpreisen mit diesen Zertifikaten für die nötige Transparenz zu sorgen. „Diese Portale arbeiten ganz ähnlich wie Vergleichsportale für Zahlungskonten. Sie bergen daher vergleichbare Risiken, denen man auf ähnliche Weise, nämlich durch Einführung eines Zertifikats, Rechnung tragen sollte“, so Hinz.

Die hessische Landesregierung macht sich daher in einer Beschlussvorlage für die Verbraucherschutzministerkonferenz dafür stark, dass diese Möglichkeit der Zertifizierung auch für alle anderen Vergleichsportale im Internet gesetzlich verankert wird. „Vergleichsportale können ein wirkungsvolles Instrument zur Stärkung des Wettbewerbs auf den Märkten sein, wenn sie einfach nutzbar, zuverlässig und unabhängig sind. Nur in diesem Fall haben die Verbraucherinnen und Verbraucher einen nachhaltigen Nutzen dieser Portale. Dazu sind aber die Nachprüfbarkeit der Methoden und Kriterien beim Vergleich von Angeboten wichtig“, sagte Verbraucherschutzministerin Hinz.

„Die Portalbetreiber haben etwas zu gewinnen, wenn sie sich freiwillig nach klaren verbraucherfreundlichen Standards messen lassen. Sie sollten sich allerdings nicht allzu lange dafür Zeit lassen. Wenn sich die Vergleichsportale nicht innerhalb eines Jahres freiwillig zu mehr Transparenz und höheren Qualitätsstandards bewegen lassen, werden wir uns dafür einsetzen, dass die Zertifizierung und die damit verbundenen Standards für alle Branchen im Gesetz verankert werden“, sagte Finanzminister Dr. Schäfer.

Themengebiet: Verbraucherschutz, Wirtschaft