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04.04.2016 - Land
Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz: Vorlaufkurse sind eine Erfolgsgeschichte

Seit ihrer Einführung im Jahr 1999 haben bis April 2016 mehr als 100.000 Kinder Vorlaufkurse im Jahr vor der Einschulung besucht. Diese Zahl gab der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz in Wiesbaden bekannt. „Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist die Grundvoraussetzung für den schulischen Erfolg und damit einer gelingenden Integration. Deshalb ist es umso wichtiger, alle Schülerinnen und Schüler von Anfang an bei diesem Spracherwerb zu unterstützen“, erklärte der Kultusminister. „Die Zahl von mehr als 100.000 geförderten Kindern aus mehr als 100 verschiedenen Nationalitäten ist ein eindrucksvoller Beleg für die schulischen und sprachlichen Integrationsmaßnahmen in Hessen.“

Schulische und sprachliche Integration von Anfang an

Vorlaufkurse sind Bestandteil des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts in Hessen mit seinen unterschiedlichen Bausteinen zur Deutschförderung von Kindern und Jugendlichen und haben das Ziel, alle Kinder, die bei der Anmeldung zur Einschulung noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, so zu fördern, dass sie sich von Beginn an in der 1. Klasse mit Lehrkräften und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern verständigen und dem Unterrichtsgeschehen folgen können. Nach einer Probephase vor allem im Rhein-Main-Gebiet wurden die Kurse im Schuljahr 2002/2003 dann flächendeckend in ganz Hessen zunächst für neun Monate angeboten. Zum Schuljahr 2009/2010 wurden dann aufgrund des Erfolgs und der damit verbundenen positiven Erfahrungen die Vorlaufkurse auf zwölf Monate verlängert.

Im Rahmen der Vorlaufkurse werden auch die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der Kinder genutzt, um über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu sprechen und somit ein besseres Verständnis untereinander zu erreichen. Nicht zuletzt werden die Kinder, je nachdem ob der Kurs an einer Grundschule oder Kindertagesstätte stattfindet, bereits zwölf Monate früher in das Schulleben mit einbezogen und haben damit die Möglichkeit, sich frühzeitig an die Regeln und Gewohnheiten des Schulalltags zu gewöhnen. Rückmeldungen der Schulen sagen übereinstimmend, dass bei den Kindern, die einen Vorlaufkurs besucht haben, insgesamt eine verbesserte Schulfähigkeit festzustellen ist.

95 Prozent Teilnahme nach entsprechender Empfehlung

Für eine effektive Verzahnung und bestmögliche Sprachförderung arbeiten die Kindertagesstätten und Grundschulen eng zusammen, wobei die Vorlaufkurse auch Kinder erreichen, die keine Kindertagesstätte besuchen. Vorlaufkurse sind freiwillig und sie beginnen jeweils zwölf Monate – also ein Schuljahr – vor der Einschulung. Bereits im März/April des Jahres vor der Einschulung melden Eltern ihre Kinder zur Einschulung an. Im Rahmen des Schulaufnahmeverfahrens wird dann frühzeitig festgestellt, ob die Kinder über altersgemäße und ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen oder ob sie Hilfe benötigen. Bei der Schulanmeldung erhalten alle Eltern eine ausführliche Beratung zur Förderung ihrer Kinder sowie eine Empfehlung, ob die Teilnahme sinnvoll ist. Aufgrund dieser Empfehlung liegt die Teilnahmequote an den Vorlaufkursen seit der Einführung 1999 bei annähernd 95 Prozent. Um Lehrkräfte in Vorlaufkursen zu qualifizieren, erfolgen seit Einführung des Angebots regionale und überregionale Fortbildungsveranstaltungen im Bereich der frühen Sprachförderung.

„Betrachtet man die Entwicklung in den vergangenen Jahren, so war die hessenweite Einführung der Vorlaufkurse vor 14 Jahren goldrichtig und vorausschauend. Man kann mit Fug und Recht davon sprechen, dass die Vorlaufkurse eine Erfolgsgeschichte sind und dafür sorgen, dass alle Kinder bei ihrer Einschulung von Anfang an mitreden können“, so der Kultusminister abschließend.

Themengebiet: Integration, Kinder und Jugend