Herzlich Willkommen
bei der CDU Hessen

Aktuelles

30.03.2016 - Land
Gesundheitsminister Stefan Grüttner: Zukunftsfeste Strukturen in der medizinischen Versorgung

„Die sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen steht im Zeichen der weiteren Verbesserung der Behandlungsqualität für die hessischen Patientinnen und Patienten. Und sie steht im Zeichen zukunftsfester Strukturen für die medizinische Versorgung. Die Hessische Landesregierung konnte im Rahmen der Förderung von regionalen Gesundheitsnetzen und ganz aktuell über den Gesundheitspakt 2.0 auf diesem Weg vieles anstoßen und verbessern. Hierzu zählen die Förderung von Allgemeinmedizinern, Gesundheitsnetze, Maßnahmen zur Fachkräftesicherung wie auch der Ausbau der digitalen Kommunikation im Gesundheitsbereich“, bilanzierte der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner nach einem Jahr Hessischem Gesundheitspakt 2.0.

Zahlreiche Fördermaßnahmen werden umgesetzt

Zur Stärkung der Allgemeinmedizin kann mittlerweile über 28 Weiterbildungsverbünde flächendeckend eine attraktive Weiterbildung im Verbund angeboten werden. 73 Medizin-Studenten im Praktischen Jahr, rund 240 Vollzeitstellen und 11 Niederlassungen in ländlichen Regionen wurden finanziell gefördert. Gleichzeitig unterstützt das Land die Schaffung von lokalen Gesundheitszentren in fünf Landkreisen, die jungen Medizinern attraktive Anstellungsverhältnisse – auch in Teilzeit – bieten können. Der Auf- und Ausbau von sektorenübergreifenden Case- und Care-Managementstrukturen werden im Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Stadt Wiesbaden in vom Land mit rund 370.000 Euro geförderten Modellprojekten erprobt.

„Bis Ende 2018 wird schnelles Internet von mindestens 50 Mbit in Hessen flächendeckend verfügbar sein. Gesundheitseinrichtungen werden von der Landesregierung mit Vorrang ans Hochgeschwindigkeits-Internet angeschlossen werden, um die technischen Voraussetzungen für innovative E-Health-Lösungen zu schaffen“, erklärte Grüttner. „Ziel muss sein, die neuen Technologien für eine Verbesserung der Patientensicherheit, der Qualitätssicherung und zur Effizienzsteigerung zu nutzen. Gesundheits- und Wirtschaftsministerium werden daher eine gemeinsame E-Health-Initiative starten, um sowohl eine bundesrechtliche Standardisierung und Finanzierung digitaler Versorgungsprozesse vorzubereiten als auch auf Landesebene das Potenzial der Telemedizin insbesondere im ländlichen Raum zu nutzen“, so der Hessische Gesundheitsminister abschließend.

Erfolgsbilanz des Gesundheitspaktes 2.0

Zur Fachkräftesicherung förderte die Kassenärztliche Vereinigung Hessen in 2015 rund 240 Vollzeitstellen mit bis zu 1.750 Euro monatlich. Gleichzeitig unterstützt das Land die erfolgreiche Arbeit der Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin an den Universitäten Frankfurt und Marburg mit insgesamt 250.000 Euro jährlich. Dank der guten Zusammenarbeit der Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin mit den Kompetenzzentren kann über mittlerweile 28 Weiterbildungsverbünde eine landesweit lückenlose Weiterbildung angeboten werden. Die Koordinierungsstelle ist bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen angesiedelt. Über den Weiterbildungskolleg konnten 86 junge Ärztinnen und Ärzte während ihrer allgemeinmedizinischen Weiterbildung fachlich, organisatorisch und persönlich unterstützt werden.

Weiterhin wurde die Niederlassungsförderung von Ärzten reformiert. 34 Förderanträge seit Juli 2015 belegen deutlich, dass die Umstellung der gemeinsamen Niederlassungsförderung von Kassenärztlicher Vereinigung Hessen, den Verbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen schnell Akzeptanz gefunden hat. Die neue Förderrichtlinie bietet interessierten Ärzten mehr Planungssicherheit. Sie steuert gezielter dorthin, wo Nachfolger bzw. zusätzliche Versorgungsangebote benötigt werden. Jeder dritte Antrag konnte bislang positiv beschieden werden, sechs Hausärzten und fünf Fachärzten erleichtern bis zu 55.000 Euro Fördergeld den Start in die vertragsärztliche Tätigkeit. Regional haben insbesondere die Landkreise im Norden und Süden Hessens profitiert. Als besonderen Erfolg hebt Frank Dastych, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen hervor, dass es gelungen sei, insgesamt drei Fachärztinnen für Kinder- und Jugendpsychiatrie für eine Niederlassung zu gewinnen. Das Land prüft derzeit eine ergänzende Förderung von Famulatur-Abschnitten. Einzelheiten werden in Kürze mit dem Hessischen Rechnungshof geklärt.

Nachwuchskampagne „Sei Arzt. In Praxis. Leb‘ Hessen.“

Die mit der Nachwuchskampagne „Sei Arzt. In Praxis. Leb‘ Hessen.“ von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen gestartete Werbung um ärztlichen Nachwuchs kommt an, das zeigt die sehr positive Resonanz der Studenten auf die Aktionen an den Medizinischen Fakultäten der hessischen Universitäten. Auch dass sich Studenten im Praktischen Jahr fördern lassen können, hat sich herumgesprochen. Seit dem Start des Programms konnten 73 Förderverhältnisse für ein Wahl-Tertial in der Allgemeinmedizin abgeschlossen werden, sieben weitere Anträge werden zurzeit geprüft.

Die sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen wurde bereits in den Jahren 2014 und 2015 über das Landesprogramm „Bildung regionaler Gesundheitsnetze“ mit insgesamt rund 1 Mio. Euro gefördert. Ab 2016 erhält dieses Landesprogramm einen neuen Förderschwerpunkt, über den gezielt die Schaffung von lokalen Gesundheitszentren, wie es der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen empfiehlt, voraussichtlich in fünf Landkreisen (Landkreis Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner-Kreis, Vogelsbergkreis, Lahn-Dill-Kreis und Odenwaldkreis) mit rund 700.000 Euro bis 2018 unterstützt wird. Diese sektorenübergreifenden Gesundheitszentren bieten den Patienten eine gesundheitliche Versorgung aus einer Hand und jungen Medizinern attraktive Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum.

Leitlinien für eine ganzheitliche Versorgung

Ergänzend wird in zwei Regionen eine intensivere und reibungslosere sektorenübergreifende Zusammenarbeit erprobt. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf erarbeiteten die Akteure des Gesundheitswesens und der Pflege Leitlinien, die eine ganzheitliche Versorgung aus den Sektoren Gesundheit, Pflege und soziale Hilfen organisieren helfen, um Krisensituationen insbesondere bei älteren Menschen vorzubeugen. Um Zugangsbarrieren zu reduzieren, wurden zwei Außenstellen des Pflegestützpunktes gegründet, an denen Netzwerkkonferenzen stattfinden. In der Stadt Wiesbaden wird im Rahmen des bestehenden GeReNet.Wi ein Nachsorgezirkel eingerichtet, der verbindliche Vereinbarungen für reibungslosere Übergänge bei Krankenhaus-Aufnahme und -Entlassung abschließen soll.

Mit der im März 2016 verabschiedeten Strategie Digitales Hessen erschließt die Landesregierung die Potenziale der Digitalisierung für das Gesundheitssystem. Auf Basis der künftigen Telematik-Infrastruktur wird bundesweit eine sichere sektorenübergreifende digitale Kommunikation zwischen den Akteuren des Gesundheitssystems entstehen. Dies möchte die Landesregierung nutzen, um sowohl eine bundesrechtliche Standardisierung und Finanzierung digitaler Versorgungsprozesse vorzubereiten als auch auf Landesebene Innovationsprojekte zu initiieren und zu fördern. Hierfür wird das Land ein Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health aufbauen.

Themengebiet: Gesundheit