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23.03.2016 - Land
Kulturminister Boris Rhein: Soziokulturelle Zentren unverzichtbarer Bestandteil der kulturellen Infrastruktur

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute gemeinsam mit den Vertreten der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen e.V. (LAKS) das deutschlandweit einmalige Modellprojekt für die Förderung der Soziokultur im Land gestartet.

Zukunftsweisendes Pilotprojekt

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Ich freue mich sehr, dass wir die LAKS als Partner für unser Modellprojekt gewinnen konnten. Gemeinsam haben wir ein zeitgemäßes und zukunftsweisendes Pilotprojekt mit bundesweiter Vorbildfunktion entwickelt. Unser Ziel ist es, die Landesförderung effektiv und mit größerer Nähe zu den Kulturakteuren vor Ort einzusetzen. Hierfür setzen wir auf unseren Partner, die LAKS und ermöglichen so ein transparentes Förderverfahren, das erstmals eine größtmögliche Selbstverantwortung der Kulturschaffenden ermöglicht.“

Kernpunkt des Modellprojekts ist, dass die LAKS künftig die erste Anlaufstation für die Antragsteller sein wird. Hier gibt es kompetente Beratung, Informationen und die Prüfung auf Förderfähigkeit. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) stellt der LAKS die Fördergelder zur Verfügung, die diese dann an die soziokulturellen Zentren und Initiativen weiterleitet.

Modell vereinfacht die Verwaltung

„Das Modellprojekt Soziokultur ist ein Meilenstein für die Förderung der Soziokultur in Hessen. Es ist die größte Errungenschaft auf Landesebene seit der Einrichtung eines entsprechenden Landesetats in 1993“, sagte Bernd Hesse, Geschäftsführer LAKS.

Für beide Seiten, Verwaltung und Kulturakteure erreicht die Landesregierung mit dem Modellprojekt zudem eine nennenswerte Verwaltungsvereinfachung. Die Vereinbarung über den Modellversuch hat eine Laufzeit von vier Jahren, bis 2020. Jährliche Auswertungen über das Verfahren und den Erfolg fließen in die Weiterentwicklung des Projektes ein.

Florian Haupt, Vorsitzender LAKS: „Gerade für die kleineren und mittelgroßen Kulturzentren und –initiativen stellt das Modellprojekt eine große Unterstützung und Erleichterung dar: deutlich weniger Verwaltungsaufwand und viel bessere Möglichkeiten der Verwendung. “

Erstmals Strukturförderung möglich

Ein wesentliches Element des Modellprojekts ist die so genannte Strukturförderung. Damit ermöglicht das HMWK erstmals, den Zuschuss vor Ort nicht mehr streng projektbezogen einzusetzen.  Künftig können die Kulturakteure die Gelder so nutzen, dass sie die größtmögliche Wirkung im Sinne gelingender Soziokulturarbeit erreichen. Die Einrichtungen sind also weitgehend frei bei der Verwendung der Mittel und können sie ganzjährig sowohl für Programme und Projekte, aber auch für Betriebskosten, Personalkosten oder Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzen.

„Wir ermöglichen die Strukturförderung durch ein neues, speziell entwickeltes Budgetierungsmodell. Diese Budgetierung sorgt für eine möglichst solidarische und gerechte Verteilung der Fördermittel, indem es verschiedene Aspekte einer heterogenen Kulturszene berücksichtigt“, sagte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Fördersumme verdoppelt

Diese Aspekte sind beispielsweise: die Anzahl der öffentlichen Veranstaltungen, die Ausgaben des Vorjahres, der Deckungsbeitrag durch eigene Einnahmen und ein jährlich durch einen Förderrat vereinbarter Soziokulturfaktor.

„Die Landesregierung verdoppelt zudem die Fördersumme für die Soziokultur im Vergleich zum Jahr 2014, auf insgesamt 700.000 Euro. Damit setzen wir ein weiteres Versprechen aus dem Koalitionsvertrag um“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Kulturinstitutionen vor Ort profitieren

Mit der Verdopplung der Förderung auf 700.000 Euro in Kombination mit dem neuen Modellprojekt leistet das Kunstministerium einen erheblichen Beitrag zu Erhaltung und Weiterentwicklung der kulturellen Vielfalt in Hessen. Kulturinstitutionen vor Ort, auch abseits der Ballungsräume, können erheblich profitieren.

„Soziokulturelle Zentren sind als Einrichtungen der Zivilgesellschaft ein unverzichtbarer Bestandteil der kulturellen Infrastruktur des Landes. Mit ihren vielfältigen Angebots- und Aktionsformen sind sie wichtige Träger und Impulsgeber auch für die kulturelle Bildung, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Ich bin mir sicher, dass wir mit unserem neuen Modellprojekt in Kombination mit der Verdoppelung der Gelder auf 700.000 Euro Maßstäbe gesetzt haben“, erläuterte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Was ist Soziokultur?

Mehr als 700.000 Menschen besuchen jährlich in Hessen die rund 4.000 Veranstaltungen in den freien Kultureinrichtungen. Hierzu zählen beispielsweise die Kulturzentren Schlachthof in Kassel und Wiesbaden, das Kulturzentrum Kreuz in Fulda oder die Bessunger Knabenschule in Darmstadt. Die soziokulturellen Zentren verstehen sich nicht als reine Anbieter von Kultur, sondern sehen sich als Orte für den Dialog, für Partizipation, Mitmachen und Mitgestalten. Sie stehen nicht vorrangig für große und teure Events, sondern für eine offene und genreübergreifende ganzjährige Kulturarbeit.

Die Landesregierung fördert seit dem Jahr 1993 soziokulturelle Zentren und Initiativen.

Themengebiet: Kunst und Kultur, Förderung