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16.03.2016 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Kinderschutz geht alle an

Um Kindern Schutz vor Gewalt und Vernachlässigung zu geben, wurde die  Kinderschutzambulanz im November 2010 gegründet. Dort können Kinder, bei denen ein Verdacht auf Misshandlung oder Vernachlässigung besteht, an sieben Tagen rund um die Uhr einem entsprechend geschulten Arzt vorgestellt werden. In den letzten fünf Jahren seien dies über 700 Kinder gewesen, leider eine viel zu hohe Anzahl, bedauerte der Minister. Andererseits werde durch diese Zahl aber  sehr deutlich, wie hoch der Bedarf an einer medizinischen Expertise in diesem Bereich ist. Durch die interdisziplinäre  Zusammenarbeit und dem Austausch von Kinderschutz und Medizin könne den Betroffenen effektiv geholfen werden. Besonders schutzbedürftig seien Säuglinge und Kleinkinder. Diese hatte die Hessische Landesregierung mit dem bereits im Jahr 2008 verabschiedeten Hessischen Kindergesundheitsschutzgesetz im Auge, als sie eine verpflichtende Teilnahme an den Kindervorsorgeuntersuchungen beschlossen hatte. Als organisatorische Einheit wurde an dem Klinikum in Frankfurt das Hessische Kindervorsorgezentrum (HKVZ) geschaffen, an das sich auch Sorgeberechtigte, Ärzte und Jugendämter wenden können An den  Vorsorgeuntersuchungen nahmen im Jahr 2014 durchschnittlich 97 Prozent aller in Hessen gemeldeter Kinder teil.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Landesregierung mit der Unterstützung der Projekte der frühen Hilfen und Familienhebammen. Netzwerkstrukturen helfen, um den Informationsaustausch von Jugendhilfe und Gesundheitswesen zu verbessern. In allen 33 hessischen Jugendämtern gibt es Frühe Hilfen sowie eine Netzwerkkoordinatorin. Die Kinderschutzambulanz ist auch im Fort- und Weiterbildungsbereich sehr aktiv. Neben Weiterbildungsmaßnahmen bei der Hessischen Polizeiakademie organisiert sie mit dem Fachbereich Soziale Arbeit der Fachhochschule in Frankfurt und den Fachbereichen Jura, Medizin und  Erziehungswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe Universität eine interdisziplinäre Vorlesungsreihe. Dieses Pilotprojekt bietet die Chance, den Studenten und Auszubildenden  die Vorteile von fachübergreifenden und interdisziplinären Aspekten im Bereich Kinderschutz zu vermitteln und den Kinderschutz in den einschlägigen Studiengängen zu verankern.

Kompetenzen und Strukturen bündeln

Der Minister dankte den Ärzten, Dozenten an den Hochschulen, den Referenten und allen weiteren Beteiligten ausdrücklich für ihr großes ehrenamtliches und privates Engagement. „Es ist mir ein Anliegen, weitere Kinderschutzgruppen zu etablieren und Kompetenzen und Strukturen im Hinblick auf interprofessionelles Arbeiten zu bündeln. Das Lernen voneinander, übereinander und miteinander dient letztendlich dazu, den gesellschaftlichen Herausforderungen im Kinderschutz adäquat begegnen zu können“, erläuterte der Minister und dankte der Kinderschutzambulanz abschließend für die hervorragende Arbeit.

Themengebiet: Kinder und Jugend, Prävention