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11.03.2016 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Ehrenamtliche Helfer stärken demokratische Haltung im Land

Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, hat heute gemeinsam mit dem Bürgermeister von Büdingen, Erich Spamer, die Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen besucht, um sich über das ehrenamtliche Engagement der dort arbeitenden Helferinnen und Helfer zu informieren. „Die Hessische Landesregierung ist diesen engagierten Bürgerinnen und Bürgern sehr dankbar und zollt ihnen großen Respekt. Nicht nur, weil sie den einzelnen Flüchtlingen und Flüchtlingsfamilien ganz konkret helfen, sondern weil sie damit auch die demokratische Haltung in unserem Land stärken und Toleranz und Vielfalt als Grundhaltungen eines demokratischen Gemeinwesens leben“, betonte Grüttner. „Ohne den unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wäre die Unterstützung für die Flüchtlinge weder in den ersten Monaten vor Entscheid über den Asylantrag, noch die Integration vor Ort nach positivem Entscheid denkbar.“

Erich Spamer, Bürgermeister von Büdingen ergänzt: „Ich bin stolz, dass Büdingen weltoffen ist und die ganz große Mehrheit der Bewohner freundlich und sehr tolerant gegenüber Flüchtlingen ist, was auch durch die ehrenamtliche Arbeit der Büdinger Bürgerinnen und Bürger deutlich wird.“

Initiative „Netzwerk Neue Nachbarn – Hilfe für Flüchtlinge“ 

Nach einem Rundgang ließ sich der Minister von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern deren Projekte und konkrete Arbeit vorstellen. Schon 2014 hat sich zum Beispiel die Initiative „Netzwerk Neue Nachbarn – Hilfe für Flüchtlinge“ gegründet, um den nach Büdingen zugewiesenen Flüchtlingen eine erste Hilfestellung für ihr neues Leben in Deutschland anzubieten. Deren Hilfsangebote und die zahlreicher anderer ehrenamtlicher Organisationen oder auch einzelner Personen werden von der Koordinierungsstelle Ehrenamtsagentur Büdingen e.V. zusammengetragen und gebündelt. Neben dem ehrenamtlich geleisteten Deutschunterricht für Flüchtlinge werden ehrenamtlich tätige Dolmetscher vermittelt. Ein Fahrradverleih wird organisiert und ein virtueller Marktplatz für Möbel und Küchenartikel wurde auf Facebook eingerichtet. Angeboten werden sportliche Aktivitäten wie Fußball und ein Yoga-Kurs nur für Frauen. Um die nähere Umgebung zu erkunden, werden von den ehrenamtlichen Helfern geführte Stadtrundgänge durch Büdingen angeboten. Eine Gruppe zum gemeinsamen Musizieren hat sich auch schon gegründet. In Kürze unterstützen Ehrenamtliche auch bei der Kinderbetreuung. Damit die Hilfe gut gelingen kann, werden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer durch Schulungen auf ihre Aufgaben vorbereitet.

Mit dem Hessischen Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen und Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts unterstützt die Hessische Landesregierung auch die ehrenamtlichen Helfer. Wesentliche Hilfestellung sollen hier Maßnahmen zur Koordination der Freiwilligenarbeit sowohl in den vorhandenen Strukturen der Ehrenamtsförderung und hauptamtlichen Kräfte in den Kreisverwaltungen sein, aber auch die weitere Qualifizierung sowie die Unterstützung lokaler Bündnisse im Bereich der Flüchtlingshilfe. Für diese Maßnahmen wird das Land allen Landkreisen und kreisfreien Städten 2016 je 20.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung stellen. Zusätzlich sind im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration weitere Maßnahmen geplant wie beispielsweise die Freiwilligenagenturen im Land gezielt für Koordinierungs- und Vernetzungsaufgaben zu fördern oder die Aufstockung des Qualifizierungsprogramms für bürgerschaftliches Engagement, damit Qualifizierungen für ein Engagement in der Flüchtlingshilfe ausgeweitet werden können.

Gegen Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft

Der Hessische Minister für Soziales und Integration dankte auch den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Malteser Hilfsdienstes für das herausragende Engagement. „Ich bin den engagierten Bürgerinnen und Bürgern für ihre Arbeit sehr dankbar und zolle ihnen den größten Respekt. Sie helfen nicht nur den einzelnen Flüchtlingen, sondern leben Toleranz und Vielfalt in unserem demokratischen Gemeinwesen und wenden sich damit entschieden gegen jede Form der Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft“, so der Minister abschließend.

Themengebiet: Ehrenamt, Flüchtlinge