Herzlich Willkommen
bei der CDU Hessen

Aktuelles

01.03.2016 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Barrierefreier Zugang zur Gesundheitsversorgung

Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, hat gemeinsam mit Stadträtin Barbara Akdeniz und Herrn Marcus Fleischhauer, Kaufmännischer Geschäftsführer Alice-Hospital, sowie Herrn PD Dr. med. Bernhard Lettgen, Geschäftsführer und Chefarzt der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret, am Beispiel des Alice-Hospitals die Modellregion Darmstadt vorgestellt. Anlässlich der Unterzeichnung der Zielvereinbarung für die Stadt nannte Grüttner die Modellregionen in Hessen „eine Erfolgsgeschichte“, die nunmehr auch in Darmstadt fortgeschrieben werde. „Indem Sie heute hier für Darmstadt die Zielvereinbarung mit dem Land Hessen unterzeichnen, machen Sie sich stark für eine barrierefreie Stadt, und vor allen Dingen für einen barrierefreien Zugang zur Gesundheitsversorgung. Das ist ein herausragender und guter Ansatz. Die Hessische Landesregierung unterstützt jede der hessischen Modellregionen mit kalenderjährlich mindestens jeweils 50.000 Euro. Das bedeutet für Darmstadt insgesamt 100.000 Euro“, so der Sozial- und Integrationsminister im Alice-Hospital.

Die Stadt Darmstadt beschäftigt sich zentral mit der Frage des barrierefreien Zugangs zu Arztpraxen, Kliniken, Apotheken und Einrichtungen der Gesundheitsversorgung.

Stadträtin und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz zeigte sich sehr erfreut über die Neubegründung der Modellregion: „Ich freue mich sehr, dass Darmstadt vom Land Hessen als Modellregion zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aufgenommen wurde.

Wichtiger Schritt zu einer inklusiven Stadt

Mit dem Projekt zur Weiterentwicklung von Barrierefreier Gesundheitsversorgung mit und für Menschen mit Behinderung können wir einen weiteren wichtigen Schritt zu einer inklusiven Stadt gestalten. Durch die Förderung des Ministeriums für Soziales und Integration sind wir bestens unterstützt, um gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen und Akteurinnen und Akteuren der Gesundheitsversorgung – mit dem Fokus auf das Martinsviertel – die Angebote weiterzuentwickeln, Barrierefreiheit im universellen Sinne zu verbessern und Sensibilisierung für das Thema zu schaffen.“

Der Ort der Unterzeichnung ist bewusst gewählt. Das Alice-Hospital ist mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und insbesondere dem Martinsviertel seit vielen Jahren sehr verbunden.

„Wichtiger Anbieter im Bereich der Gesundheitsversorgung"

„Ein großer Teil unserer Patienten stammt aus diesem lebendigen Viertel und wir verstehen uns als wichtigen Anbieter im Bereich der Gesundheitsversorgung für die Menschen in dieser Stadt. Als solcher stehen wir Modellprojekten offen gegenüber und freuen uns am Forschungs- und Entwicklungsprojekt einer Modellregion mitwirken zu können. Und sind schon heute gespannt auf die anstehenden Themen“, so Marcus Fleischhauer, Kaufmännischer Geschäftsführer des Alice-Hospitals.

Der Geschäftsführer und Chefarzt der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret, PD Dr. med. Bernhardt Lettgen ergänzt: „Die Darmstädter Kinderkliniken versorgen jährlich eine Vielzahl von Menschen mit Behinderungen, sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich. Als Kooperationspartner stehen wir sowohl mit niedergelassenen Kinderärzten, anderen Gesundheitseinrichtungen wie „Bärenstark“, als auch Einrichtungen der Stadt Darmstadt in enger Verbindung.  Außerdem beabsichtigen wir in naher Zukunft ein Autismus-Zentrum an den Kinderkliniken aufzubauen, um unsere Angebote für Menschen mit Behinderungen zu erweitern. Im Rahmen von Neubauten wurden bereits in der Vergangenheit die Bedürfnisse z.B. von gehbehinderten Menschen berücksichtigt, so wurde in Kooperation mit der Stadt Darmstadt und dem Alice-Hospital eine barrierefreie Bushaltestelle mit angeschlossenem Aufzug eingerichtet, um ebenerdig in die beiden Kliniken gelangen zu können. Insofern ist es für uns eine Selbstverständlichkeit sich am Modellprojekt im Martinsviertel aktiv zu beteiligen, im Sinne der uns anvertrauten Menschen.“

Hessische Kommunen erproben bereits seit 2013 konkrete Maßnahmen 

Bereits seit dem Jahre 2013 erproben ausgewählte Kommunen in Hessen konkrete Maßnahmen zum Abbau noch vorhandener Barrieren von Menschen mit Behinderungen in Hessen. Seit dieser Zeit haben bislang insgesamt zwölf Landkreise, Städte und Gemeinden in Hessen wertvolle Erkenntnisse beim Abbau noch vorhandener Barrieren gesammelt, drei weitere kommen aktuell hinzu – nach Frankfurt und Darmstadt wird auch der Rheingau-Taunus Kreis die Zielvereinbarung unterzeichnen.

Grüttner betonte im Zuge der Unterzeichnung in Darmstadt: „Die Modellregionen Inklusion sind beispielgebend dafür, wie Land und Kommunen gemeinsam an der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention arbeiten und sie sind dabei bundesweit einmalig. Dabei zeigen die inhaltlichen Schwerpunkte der neuen Modellregionen wieder die gesamte Bandbreite des Themas auf. Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beschränkt sich nicht auf physische Barrieren, sondern muss für alle Lebensbereiche Schritt für Schritt umgesetzt werden“, führte der Minister weiter aus.

Die Zielvereinbarungen laufen zunächst über zwei Jahre. Sie können jedoch um ein Jahr verlängert werden, um die gewonnenen Ergebnisse in nachhaltige Strukturen zu überführen. „Damit schafft das Land einen mehrjährigen verlässlichen Rahmen, konkrete Strukturen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu schaffen und dies gemeinsam mit den Kommunen in Hessen“, so Grüttner. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Modellregionen werden wie in der Vergangenheit fortlaufend allen Akteuren in Hessen zur Verfügung gestellt.

„Engagement überall in Hessen spürbar"

„Überall in Hessen ist das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Organisationen, von Menschen mit und ohne Behinderungen spürbar, noch vorhandene Barrieren abzubauen. Ich möchte den beteiligten Kommunen ausdrücklich für ihr großes Engagement danken. Nicht alleine aufgrund der demografischen Entwicklung in unserer Gesellschaft und einem damit einhergehenden immer höheren Anteil von älteren Menschen, gewinnt das Thema Barrierefreiheit zusehends an Bedeutung. Das Konzept der Modellregionen zeigt, wie es gelingen kann, das Zusammenlaben von Menschen mit und ohne Behinderungen konkret und nachhaltig zu verbessern“, so der Sozialminister abschließend.

Themengebiet: Gesundheit, Soziales, Inklusion