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21.01.2016 - Land
Innenminister Peter Beuth: Premiere des Aufklärungsfilms RADIKAL - Jugendliche auf Augenhöhe erreichen

Die Hessische Landesregierung hat ihrer Extremismuspräventionsarbeit einen weiteren Baustein hinzugefügt. Künftig klärt das Land über die drei Phänomenbereiche „Rechtsextremismus“, „Islamismus/Salafismus“ sowie „Linksextremismus“ mit einem 17-minütigen Film auf. „RADIKAL“ heißt das Werk, das das Hessische Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium (HKM) und der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) durch das Frankfurter Filmunternehmen Luna Park 64 realisieren ließ hat. Innenminister Peter Beuth hat den Film heute in Wiesbaden vorgestellt.

„Jugendliche auf Augenhöhe erreichen“

„Unser Ziel ist es, Jugendliche und Heranwachsende für das Thema Radikalisierung zu sensibilisieren. Dazu muss man zunächst ihr Interesse wecken und sie in einen Dialog bringen. Es nützt wenig, wenn wir mit einem ‚erhobenen Zeigefinger‘ kommen. Daher haben wir uns für einen Film entschieden, der die Jugendlichen auf Augenhöhe erreicht, weil er ihre Musik verwendet, ihre Sprache spricht und ihre Medien nutzt“, so Innenminister Peter Beuth.

Der Film „RADIKAL“ sei in dieser Form bundesweit einmalig. Er thematisiert die Radikalisierung über das Internet und greift dabei alle relevanten Phänomenbereiche auf. Zudem sind aktuelle Ereignisse wie z.B. die Flüchtlingsthematik oder Syrienausreisen zu finden. „Ich bin sicher, dass wir mit diesem Film einen ebenso notwendigen wie wichtigen Beitrag zur Präventionsarbeit leisten, um junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren und eine differenzierte Auseinandersetzung anzustoßen“, so Peter Beuth.

Film wird an hessischen Schulen gezeigt

Der Innenminister lobte die Zusammenarbeit mit dem HKM und der LPR Hessen, die das Projekt auch fachlich begleitet haben. RADIKAL richtet sich primär an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8-10 und wird künftig für den Unterricht an hessischen Schulen zur Verfügung stehen.

„Der Film ist hervorragend für den Schulunterricht geeignet, um eine Auseinandersetzung mit Ursachen von Radikalisierungsprozessen anzuregen und auf diese Weise u.a. die Manipulationen durch extremistische Internetpropaganda zu durchschauen“, erklärte dazu der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz.

Auch die Landesmedienanstalt, deren zentrale Aufgabe die Vermittlung von Medienkompetenz im Sinne eines präventiven Jugendmedienschutzes ist, wird den Film in ihre Medienarbeit einbinden.

Medienpädagogik gewinnt immer größere Bedeutung

„Radikale Gruppierungen nutzen zur Verbreitung ihrer Überzeugungen vermehrt die Vorzüge der Medien – insbesondere die des Internets. Die verstärkte Präsenz extremistischer Aktivitäten im Netz nötigt zu einer umfassenden Medienkompetenzvermittlung. Die Aufgabe der LPR Hessen, Kinder und Jugendliche durch medienpädagogische Angebote zu einer kritischen Auseinandersetzung mit radikalen Überzeugungen anzuregen, gewinnt dadurch immer größere Bedeutung. Die DVD leistet dazu einen hervorragenden Beitrag“, so Joachim Becker, Direktor der LPR Hessen.

Grundsätzlich kann der Film jedoch von allen Präventionsakteuren im Themenfeld der Extremismusprävention eingesetzt werden. Daher begrüßte der Innenminister besonders das Mitwirken eines prominent besetzten Expertengremiums aus den Bereichen Polizei, Verfassungsschutz, Islamwissenschaft, politische Bildung sowie Vertreter der zivilgesellschaftlichen und staatlichen Prävention, das an der Realisierung des Projekts mitgewirkt hat. Auch in diesen Bereichen wird der Film künftig zum Einsatz kommen.

Meinungsbildung und Argumentationsfähigkeit fördern

Der Film bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, die zu einem besseren Verständnis von Radikalisierungsprozessen beitragen sowie die eigenständige Meinungsbildung und Argumentationsfähigkeit fördern.

Minister Beuth betonte, dass vor dem Hintergrund der Entwicklungen in den Bereichen „Rechtsextremismus“, „Linke Militanz“ und „Salafismus“ die Entscheidung ganz bewusst getroffen wurde, alle drei Phänomenbereiche anzusprechen, obwohl diese in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung naturgemäß sehr unterschiedlich sind.

Umfangreiches Begleitmaterial zur DVD

Insbesondere zu Beginn der Radikalisierung kann es jedoch Parallelen geben, wie sie auch der Film nachzeichnet: Ein junger Mensch, der sich in einer schwierigen Lebensphase befindet und auf der Suche nach Identität und seinem Platz in der Gesellschaft ist, findet über das soziale Umfeld, zufällige Alltagsbegegnungen oder das Internet Anschluss an die eine oder andere extreme Gruppe. Im weiteren Verlauf der Kontakte kommen dann ideologische Sichtweisen zum Tragen und festigen ebenso wie gemeinsame Gewaltaktionen die Bindung an die Gruppe.

Zur Unterstützung der Arbeit mit dem Film befindet sich umfangreiches Begleitmaterial auf der DVD. Dieses richtet sich sowohl an die Zielgruppe wie auch an die Multiplikatoren und hält Unterlagen bereit, wie z.B. Arbeits- und Aufgabenblätter, Informationen zu den Themen Extremismus und (virtuelle) Radikalisierung sowie Hinweise auf einschlägige Beratungsstellen.

Themengebiet: Extremismus, Prävention