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18.01.2016 - Land
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Hohe Zufriedenheit mit Ganztagsbetreuung

Rund fünf Monate nach Start des Projekts ist Zeit für eine erste Zwischenbilanz. „Wir konnten uns heute davon überzeugen, dass das Konzept der integrierten Kooperation von Land, Kommune und freien Trägern ein guter Weg ist, dem gestiegenen Bedarf nach ganztägiger Betreuung im Grundschulbereich nachzukommen", erklärte Lorz. Nicht nur von den Grundschulen an der Bergstraße, auch in den anderen Pilotregionen werde das Konzept, das den individuellen Verhältnissen vor Ort ausreichend Spielraum lässt, sehr gut angenommen. „Gemeinsam mit unseren kommunalen Partnern gewährleisten wir ein verlässliches und freiwilliges Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 - 17.00 Uhr. Das entspricht den Wünschen vieler berufstätiger Eltern und baut auf den bestehenden Strukturen in den Regionen auf", so Lorz. 

Das Programm der Hessischen Landesregierung zum Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen war zu Beginn des laufenden Schuljahrs an hessenweit 57 Grundschulen in sechs Regionen gestartet (Stadt Kassel, Landkreis Gießen, Stadt Frankfurt am Main, Stadt Darmstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg und Kreis Bergstraße).

Arbeitsstrukturen werden als gut bewertet

Auch aus Sicht des Landkreises Bergstraße ist der „Pakt für den Nachmittag“ in der Region gut angelaufen. Insbesondere die Arbeitsstrukturen werden als gut bewertet. Landrat und Schuldezernent Christian Engelhardt betonte: „Vor zwei Jahren war ich als Geschäftsführer des Hessischen Landkreistages damit befasst, die Koalitionsverhandlungen von Schwarz und Grün in Hessen zu begleiten und habe bereits damals den „Pakt für den Nachmittag“ als sehr gute Idee gesehen und dann auch mit ausgestaltet. Daher ist es mein Ziel, dass der „Pakt für den Nachmittag“ im Landkreis Bergstraße flächendeckend umgesetzt wird. Eltern sollen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder nicht nur im Kindergarten, sondern auch an den Grundschulen flächendeckend mit guter Qualität zuverlässig betreut werden. Ich möchte daher den heutigen Termin auch nutzen, um dafür zu werben, dass sich mehr und mehr Grundschulen hieran beteiligen.“

Die Teilnehmerquote an den sechs am „Pakt für den Nachmittag“ teilnehmenden Schulen im Landkreis Bergstraße beläuft sich derzeit auf durchschnittlich 34,4 % (bei Teilnehmerzahlen von 395 Schülerinnen und Schülern und einer Gesamtschülerzahl von 1149). Bei der Schillerschule Viernheim liegt die Teilnehmerquote bei 41,5% (88 von 212 Schülerinnen und Schülern). Landesweit liegt die Teilnehmerquote an allen Paktschulen bei durchschnittlich 62,3 %. „Dieses Ergebnis entspricht unseren Erwartungen, dass die Ganztagsangebote im städtischen Raum deutlich stärker genutzt werden, als im ländlichen Raum. Deshalb haben wir das Programm von Anfang an auf Freiwilligkeit ausgelegt, da nicht überall im Land die Eltern in gleich hohem Maß eine ganztägige Betreuung an Schulen für ihre Kinder wünschen", erläuterte der Kultusminister. „Für uns war entscheidend, dass wir denjenigen, die mehr Bildungs- und Betreuungsangebote wünschen, ein entsprechendes Angebot unterbreiten können. Und das gelingt an den teilnehmenden Paktschulen in vorbildlicher Weise."

„Lernzeit" als Kern des Ganztagskonzepts in Viernheim

So ist aus Sicht der örtlichen Schulgemeinde auch die Schillerschule gut in den „Pakt für den Nachmittag“ gestartet. Kern des Ganztagskonzepts hier ist neben dem Mittagstisch die sogenannte „Lernzeit", in der die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen und den Unterrichtsstoff vertiefen können. Die Lernzeit (bislang täglich 30 Minuten) wird an der Schillerschule Viernheim gemeinsam durch Lehrkräfte und Pädagogische Fachkräfte begleitet und zum Teil noch ergänzt durch weiteres pädagogisch tätiges Personal. Leitbild ist das ganzheitliche Bildungsverständnis. Einbezogen sind Horte und außerschulische Bildungseinrichtungen. Eine Umfrage unter den Eltern vor den Weihnachtsferien hatte ergeben, dass die weit überwiegende Mehrheit mit dem Lernzeit-Konzept zufrieden ist. Eine Anregung, die Lernzeiten von 30 auf 45 Minuten auszudehnen, wird aufgegriffen und ab dem zweiten Halbjahr umgesetzt.

„Wir sind in engem Austausch mit Kreis, Stadt und Land und arbeiten eng verzahnt zusammen", erklärte Schulleiterin Stefanie Brand. Innerhalb Viernheims ist ein gemeinsamer Studientag zum Thema Lernzeit aller Grundschulen mit ihren Betreuungseinrichtungen geplant, der zeitnah umgesetzt werden soll. Dadurch solle eine gemeinsame Wissensgrundlage geschaffen und die schulinterne Umsetzung weiter begleitet werden, so Brand. In Zusammenarbeit mit dem TSV Amiticia Viernheim bietet die Schule am Nachmittag zwei Sport AGs an. An den AG-Angeboten, die schulisch organisiert werden, können alle Kinder der Schule kostenfrei teilnehmen.

Viernheimer Modell

Viernheims Bürgermeister Matthias Baaß erläuterte die Entwicklung der Ganztagsbetreuung anhand des „Viernheimer Modells". Die Kooperation des Kreises Bergstraße mit der Stadt Viernheim wird nun auch im „Pakt für den Nachmittag“ fortgesetzt. Die Stadt Viernheim hatte sich gemeinsam mit dem Träger Lernmobil e.V., an den sie die Aufgaben im Ganztagsbereich einschließlich der Umsetzung des „Pakts für den Nachmittag” delegiert hatte, an dem Ausschreibungsverfahren des Kreises beteiligt. Im Anschluss daran erhielt die Stadt Viernheim die Trägerschaft für alle ganztägigen Angebote an den Viernheimer Schulen.

Aus Sicht aller Beteiligten hat sich die Einbettung des „Pakts für den Nachmittag“ in das Viernheimer Modell uneingeschränkt bewährt. Neben einer deutlichen Ausweitung der Betreuungszeiten kann nun auch an Brückentagen, beweglichen Ferientagen, Studien- und Pädagogischen Tagen eine Betreuung gewährleistet werden. Durch die finanzielle Beteiligung des Landes konnten die Elternbeiträge reduziert und die Bildungsqualität und der pädagogische Mehrwert gesteigert werden. „Was wir heute in Viernheim erfahren haben, ermutigt uns, auf dem eingeschlagenen Weg fortzufahren", sagte Kultusminister Lorz abschließend. „Schon heute können wir mit großer Zuversicht sagen, dass das Ganztagsprogramm ‚Pakt für den Nachmittag' außerordentlich gut angenommen und folgerichtig zum kommenden Schuljahr auch deutlich ausgeweitet werden wird." 

Themengebiet: Schule