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28.12.2015 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Gefahren eines Feuerwerks sind nicht zu unterschätzen

„Sie sind der Höhepunkt der Silvesternacht: bunte Raketen, mit denen wir das neue Jahr begrüßen“, so Hessens Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner. „Doch sollte man die Gefahren eines Feuerwerks nicht unterschätzen und vorsichtig mit den Feuerwerksartikeln umgehen“, appellierte der Staatsminister. Abgesehen von vielen Sachschäden kommt es in der Silvesternacht leider immer wieder zu Verletzungen von Personen, häufig auch mit bleibenden Gesundheitsschäden.

Die meisten Unfälle und Schäden entstünden hauptsächlich durch Unwissenheit, Unachtsamkeit, Übermut und Leichtsinn, was durch Alkoholkonsum noch verstärkt werde. „Diese Unfälle und Verletzungen müssen nicht sein. Beim Feuerwerk kommt es zu keinen Schäden, wenn man sich vorschriftsmäßig beim Abbrennen der Feuerwerkskörper verhält“, appelliert Grüttner an alle Menschen, die das neue Jahr mit dem traditionellen Feuerwerk begrüßen möchten.

Die Endverbraucher (Mindestalter 18 Jahre) können in diesem Jahr Feuerwerkskörper in der Zeit vom 29.12. bis 31.12.2015 erwerben. In dieser Zeit werden - wie in jedem Jahr - die hessischen Aufsichtsbehörden für Arbeitsschutz und Produktsicherheit verstärkt den Verkauf im Einzelhandel überwachen und stichprobenartige Kontrollen durchführen. Mit ihren Überprüfungen sorgen die Arbeitsschutzbehörden dafür, dass die Bestimmungen für den Verkauf und die Aufbewahrung von Feuerwerksartikeln eingehalten werden. In der vergangenen Silvestersaison seien in Hessen etwa 650 Verkaufsstellen kontrolliert worden.

Feuerwerkskörper werden in zwei Kategorien eingeteilt. Knallkörper mit dem Kürzel F2 (oder der alten, noch bis 2017 gültigen Bezeichnung PII) dürfen nur von Personen ab 18 Jahren gezündet bzw. an diese abgegeben werden. Feuerwerkskörper der Kategorie F1 können ganzjährig erworben und dürfen von Personen ab 12 Jahre abgebrannt werden.

„Der Schutz der Verbraucher genießt die oberste Priorität. Aus diesem Grund überprüfen die hessischen Arbeitsschutzbehörden schwerpunktmäßig, dass nur zugelassene und mit einem Prüfzeichen versehene pyrotechnische Gegenstände im Handel erhältlich sind“, erklärte Grüttner. „Geprüftes Feuerwerk erkennen Sie an der Registriernummer und dem CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle.“ Die BAM-Identifikationsnummer muss inzwischen nicht mehr verpflichtend in der Gebrauchsanweisung angegeben werden. Die Hersteller entscheiden, ob sie die BAM-Identifikationsnummer aufdrucken oder nicht.

Feuerwerkskörper, die alle Prüfkriterien erfüllen, erhalten eine Registriernummer. In Europa wird Feuerwerk durch neutrale, unabhängige und kompetente Organisationen, die von der EU-Kommission benannt werden, geprüft. So dürfen benannte Stellen aus Polen, Spanien oder Ungarn auch Prüfungen für den deutschen Markt durchführen. Das Abbrennen von illegalen Feuerwerkskörpern ist nicht nur gefährlich, sondern stellt auch eine Straftat nach § 40 Sprengstoffgesetz dar und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet werden. Händler, die wissentlich nicht zugelassene Feuerwerkskörper verkaufen, können mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren belangt werden.

Aber auch wenn die Gegenstände die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung hätten, bedeute dies nicht, dass sie ungefährlich seien, sondern nur, dass sie bei ordnungsgemäßer Verwendung handhabungssicher seien. Es sei unbedingt die Gebrauchsanleitung zu beachten. Vorsicht sei auch bei illegal erworbenem Feuerwerk geboten, so Grüttner. „Der Kauf und das Verwenden sind nicht nur verboten, sondern derartige Gegenstände sind zudem erheblich unsicherer im Vergleich zu zugelassenem Feuerwerk.“

Die Behörde führe stichpunktartig Kontrollen durch. Aber auch dem Verbraucher komme eine besondere Verantwortung zu. Welche Vorschriften die Einzelhändler im Einzelnen einhalten müssen, sind in dem jährlich vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration herausgegebenen Informationsfaltblatt zusammengefasst. Dieses kann unter: http://www.sozialnetz.de/ca/b/cso/ abgerufen werden.

Weitere wichtige Hinweise sind:

  • Pyrotechnik darf nicht in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern abgebrannt werden.
  • Pyrotechnik darf nur am 31. Dezember und 1. Januar abgebrannt werden. Die Nichtbe­achtung dieser Befristung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.
  • Vor dem Abbrennen soll immer erst die Gebrauchsanweisung genau durchgelesen werden.
  • Beim Abbrennen sollte immer der erforderliche Sicherheitsabstand eingehalten werden. Teilweise gibt es inzwischen Feuerwerkskörper bei denen ein Sicherheitsabstand von bis zu 20 m erforderlich ist. Dabei muss beachtet werden, dass Feuerwerkskörper mit einem derartig hohen Sicherheitsabstand nicht für jeden Abbrennort geeignet sind!
  • Niemals Böller, Knaller, Kanonenschläge, Vulkane, Fontänen, Römische Lichter u. ä. in der Hand zünden oder unkontrolliert von sich werfen. Feuerwerkskörper bitte auch nicht in die Hosentasche stecken.
  • Raketen dürfen nie auf Menschen, Tiere, Gebäude oder Fahrzeuge gerichtet werden.
  • Verantwortungsbewusste Eltern und Erwachsene geben Feuerwerksartikel der Kategorie 2 (alte Bezeichnung: Klasse II) nicht an Kinder und Jugendliche weiter. Bei Feuerwerksartikel der Kategorie 1 (alte Bezeichnung: Klasse I) legt die aktuelle Rechtslage als Altersgrenze 12 Jahre fest.
  • Basteln Sie niemals Feuerwerkskörper selbst.
  • Blindgänger keinesfalls erneut anzünden, sondern mit Wasser überschütten und entsorgen.
  • Kein „Böllern“ unter Alkoholeinfluss.
  • Haustiere sollten zum Schutz vor unberechenbaren Schreckreaktionen in der Silvesternacht am besten in der Wohnung oder im Haus bleiben.
Themengebiet: Sicherheit