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30.11.2015 - Land
Wissenschaftsminister Boris Rhein: Mittel für LOEWE-Forschungsprojekte sind eine Investition in die Zukunft von Hessen

Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass die Landesregierung ab 1. Januar 2016 bestehende LOEWE-Forschungsprojekte mit  rund 14 Millionen Euro unterstützt sowie weitere rund zehn Millionen Euro in Aussicht stellt. Das hatte die LOEWE Verwaltungskommission auf Basis externer Gutachtervoten und der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats entschieden.

Bundesweit einmaliges LOEWE-Programm

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die Mittel sind eine Investition in die Zukunft von Hessen, auf die die Landesregierung großen Wert legt. Aufgrund des Exzellenzanspruchs des bundesweit einmaligen LOEWE-Programms überführen wir die laufenden LOEWE-Projekte in eine nachhaltige Entwicklung.“

Für das Marburger LOEWE-Zentrum SYNMIKRO - Synthetische Mikrobiologie der 2. Förderstaffel stellt die Landesregierung eine Auslauffinanzierung in Höhe von rund sechs Millionen Euro für den Zeitraum von 2016 bis 2018 bereit.

Für das Frankfurter LOEWE-Zentrum SAVE - Sustainable Architecture for Finance in Europe der 5. Förderstaffel stellt die Landesregierung eine Weiterfinanzierung für 2016 in Höhe von rund fünf Millionen Euro bereit; weitere rund zehn Millionen Euro für die Jahre von 2017 bis 2018 stellt die Landesregierung in Aussicht.

Das Lungenforschungszentrum UGMLC in Gießen, konnte seine Verstetigungsziele mit der Einwerbung des von Bund finanzierten Deutschen Zentrum für Lungenforschung nach bereits sechs Jahren LOEWE-Förderung erfolgreich erreichen und benötigt aufgrund dieses Erfolgs ab 2016 keine Finanzierung mehr aus dem LOEWE-Programm.

Für vier LOEWE-Schwerpunkte der 5. Förderstaffel stellt die Landesregierung Auslauffinanzierungen für maximal ein Jahr in Höhe von rund drei Millionen Euro bereit.

"Erfolgsgeschichte des Wissenschaftslandes Hessen weiterschreiben"

„Nach Auslaufen unserer LOEWE-Finanzierungen, planen alle sieben LOEWE-Projekte weiter in Hessen zu forschen. Dies zeigt einmal mehr, dass die investierten Millionen des Landes hier sehr gut angelegt sind. Die Zukunft Hessens entscheidet sich ganz maßgeblich an der Entwicklung von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Mit der  Innovationsfähigkeit unseres Landes ist nachhaltiges Wachstum auch für die kommenden Generationen möglich. Das Forschungsförderungs-programm LOEWE trägt entscheidend dazu bei, dass wir die Erfolgsgeschichte des Wissenschaftslandes Hessen weiterschreiben können“, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Das LOEWE-Programm hat seit 2008 elf LOEWE-Zentren und 38 LOEWE-Schwerpunkte gefördert. Im Zeitraum von 2008 bis 2014 hat die Landesregierung insgesamt 520 Millionen Euro für die bundesweit einzigartige Forschungsförderungsinitiative LOEWE bereitgestellt; im laufenden Jahr beträgt die Förderung 85 Millionen Euro. 

 

Hintergrundinformationen:


LOEWE-Zentren der 2. Förderstaffel

(Zeitraum der Auslauffinanzierungen: 1.1.2016 bis max. 31.12.2018)

SYNMIKRO –Synthetische Mikrobiologie

Federführung: Philipps-Universität Marburg
Partner: Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, Marburg
Auslauffinanzierung: 1.1.2016 - 31.12.2018 rd. 6,1 Millionen Euro

Wie können mikrobielle Zellen mit maßgeschneiderten Eigenschaften gezielt hergestellt werden?

Mikroorganismen spielen in der Natur und Industrie eine wichtige Rolle: Sie sind Energielieferanten, kommen in Nahrungsmitteln vor und werden in großem Maßstab zur Herstellung von Arzneimitteln eingesetzt. Fortschritte in der mikrobiellen Biochemie, Molekularbiologie, Genanalyse und Bioinformatik haben die Voraussetzungen für das aufstrebende Gebiet der Synthetischen Mikrobiologie geschaffen. Im LOEWE-Forschungszentrum SYNMIKRO arbeiten Biologen, Biochemiker, Physiker, Mathematiker, Bioinformatiker und Bioethiker zusammen. Diese für Deutschland einzigartige Forschungskooperation bietet völlig neue Möglichkeiten, das Verständnis der molekularen Grundlagen und des Nutzungspotentials von Mikroorganismen zu erweitern und neue Einsatzmöglichkeiten zu eröffnen. Die Marburger Forscher streben das gezielte Design synthetischer Zellen mit maßgeschneiderten Eigenschaften aus standardisierten Bausteinen an. Diese Zellen könnten genutzt werden, um z.B. neue Medikamente, Chemikalien, Biokraftstoffe und Nahrungsmittelzusätze effizient, kostengünstig und umweltverträglich zu produzieren.  

UGMLC – Universities of Giessen and Marburg Lung Center: Entzündliche und hyperproliferative Erkrankungen der Lunge und der Atemwege

Federführung:Justus Liebig-Universität Gießen
Partner: Philipps-Universität Marburg, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungen-forschung, Bad Nauheim
Auslauffinanzierung: keine, Nicht beantragt, da Überführung in DZL – Deutsches Zentrum für Lungenforschung (BMBF)

Wie können Lungenerkrankungen besser diagnostiziert und therapiert werden?

Im LOEWE-Zentrum UGMLC werden die Erkenntnisse der drei Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der experimentellen und der klinischen Lungenforschung gebündelt. Durch diese Bündelung und die Einrichtung neuer Arbeitsgruppen im LOEWE-Zentrum wird die Entwicklung verbesserter diagnostische und therapeutischer Konzepte bei Lungenerkrankungen beschleunigt. Die Themenwahl des Zentrums hat höchste Relevanz im Hinblick auf die Grundlagenforschung als auch der klinischen Forschung. Forschungs- und Behandlungszentren auf dem gewählten Themengebiet sind in Deutschland unterrepräsentiert.

LOEWE-Zentrum der 5. Förderstaffel

(Zeitraum der Weiterfinanzierung: 1.1.2016 bis max. 31.12.2018)

SAFE - Sustainable Architecture for Finance in Europe

Federführung: Center for Financial Studies, Frankfurt am Main
Partner: Goethe-Universität Frankfurt am Main
Weiterfinanzierung: 1.1.2016 - 31.1.2016
1.1.2017 - 31.12.2018 rd. 5 Millionen Euro, in Aussicht: rd. 10 Millionen Euro

Wie kann man die Herausforderung moderner globaler Finanzmärkte meistern?

Moderne Finanzsysteme sind untrennbar mit großen Chancen für Wachstum und Wohlfahrt aber auch mit hohen Risiken verbunden. Die Dimension der Risiken ist angesichts der aktuellen Finanzkrise augenfällig. Der Grad der Vernetzung zwischen Banken, Investoren, Unternehmen, Staatshaushalten und Zentralbanken lässt ein systemisches Risiko entstehen, das in der bisherigen Finanztheorie und -politik kaum beachtet worden ist. Weit verbreitete Überzeugungen zur Informationseffizienz der Märkte, zur Rationalität von Investoren und zur Disziplinierungskraft von Märkten werden zurzeit in Frage gestellt. Das LOEWE-Zentrum „SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe“ widmet sich diesen Fragen und verbindet in neuartiger Weise Grundlagenforschung mit einer unabhängigen Politikberatung. Ziel ist es, die Herausforderungen, denen sich moderne Finanzsysteme stellen müssen, zu analysieren und Antworten auf Fragen nach einer besseren Ausgestaltung der Finanzarchitektur zu geben. Das LOEWE-Zentrum stellt sich drei komplementären und innovativen Aufgaben: der Erforschung des systemischen Charakters der modernen Finanzarchitektur, der Analyse der dynamischen Interaktion zwischen Markt und Staat und der forschungsbasierten Politikberatung auf deutscher und europäischer Ebene.

Elektronendynamik chiraler Systeme (ELCH)

Federführung: Universität Kassel
Partner: Technische Universität Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Justus-Liebig-Universität Gießen, GSI – Helmholtz-zentrum für Schwerionen-forschung, Darmstadt
Auslauffinanzierung: 1.1.2016 – 31.12.2016 rd. 1,28 Millionen Euro

Systeme entgegengesetzter Chiralität (Händigkeit) lassen sich trotz gleicher Bestandteile nicht durch Drehung mit ihrem Spiegelbild zur Deckung bringen, genauso wenig wie linke und rechte Hand. Sie Wechselwirken auf Grund der unterschiedlichen Anordnung ihrer Bestandteile verschieden mit ihr er Umgebung. Atomare und molekulare Eigenschaften sind durch die Dynamik des Elektronensystems bestimmt. Dieser Aspekt konnte bisher für chirale Systeme kaum untersucht werden, weil die dazu erforderlichen aufwändigen experimentellen Techniken und theoretischen Methoden erst in den vergangenen Jahren unter maßgeblicher Beteiligung der Verbund-partner entwickelt wurden. Auf Grund der komplementären Expertisen der experimentell arbeitenden Verbundpartner können im LOEWE-Schwerpunkt ELCH (ELektronendynamik Chiraler Systeme) erstmals fast alle in der Natur verfügbaren chiralen Sonden genutzt werden, um im Vergleich mit theoretisch und numerisch anspruchsvollen Modellen der theoretisch orientierten Partner grundlegende Fragestellungen zur Chiralität in der Elektronendynamik zu beantworten.

IPF - Integrative Pilzforschung

Federführung: Goethe-Universität Frankfurt am Main
Partner: Philipps-Universität Marburg, Universität Kassel, Justus-Liebig-Universität Gießen, Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung (SGN), Frankfurt am Main
Auslauffinanzierung: 1.1.2016 – 31.12.2016 rd. 0,7 Millionen Euro

Die Vielfalt der Pilze zu verstehen und nutzbringend anzuwenden, ist das Ziel des LOEWE-Schwerpunkts. Pilze gehören zu den größtenteils unbekannten Lebewesen unseres Planeten. Schätzungen zufolge sind 90 Prozent ihrer Arten noch unentdeckt. Bedenkt man die große wirtschaftliche Bedeutung einiger Pilzarten, etwa bei der Herstellung von Brot, Käse und Wein, aber auch von Antibiotika, erscheint eine gründliche Erforschung der Pilze überaus lohnend. Da in Hessen fast zwei Drittel der deutschen Pilzforscher arbeiten, sind die Bedingungen für eine fachübergreifende Forschung gut. Erstmals werden Spezialisten für die Klassifizierung der Pilze (Biodiversitäts-Forscher) mit Biochemikern, Biotechnologen und Molekulargenetikern zusammenarbeiten. Damit erweitert sich das Wissen über die Pilzvielfalt in Hessen und ausgewählten tropischen Regionen. Zugleich kann die Entdeckung neuer, nutzbarer Substanzen schneller in biotechnologische Prozesse umgesetzt werden.

STT - Sensors Towards Terahertz

Federführung: Technische Universität Darmstadt
Partner: Goethe-Universität Frankfurt am Main
Auslauffinanzierung: 1.1.2016 – 31.12.2016 rd. 0,6 Millionen Euro

Wie könnten Vorgänge in lebenden Zellen sichtbar gemacht werden, ohne diese zu beeinflussen und die Zellen zu schädigen?

Vorrangiges Ziel des Vorhabens ist die Etablierung eines inter-disziplinären Forschungsschwerpunkts für neuartige Sensortechnologie auf Grundlage der elektromagnetischen Wechselwirkung von Sensorstrukturen mit den zu untersuchenden Materialien und Stoffen oder mit biologischem Gewebe. Mit der Entwicklung der „Terahertz-Technologie“ wird es möglich sein, beispielsweise Zellvorgänge an lebenden Organismen in höchster Auflösung zu beobachten, ohne diese zu schädigen. Neben der grundsätzlichen Erforschung neuartiger Prinzipien und Konzepte steht die Entwicklung innovativer, kostengünstiger und leistungsstarker Basistechnologien für Terahertz-Sensoren und deren Systemintegration im Vordergrund.

STORE-E Stoffspeicherung in Grenzschichten

Federführung: Justus-Liebig-Universität Gießen
Partner: Philipps-Universität Marburg, Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen
Auslauffinanzierung: 1.1.2016 – 31.12.2016 rd. 0,84 Millionen Euro

Wie können die Speicherkapazitäten moderner Energiesysteme deutlich erhöhen und Entladungsprozesse besser verstanden werden?

Speichereffekte stellen eine der vielfältigsten Forschungsaufgaben auf den Gebieten von Physik, Chemie und Materialwissenschaft dar. Ihre Themen reichen von der Informationsspeicherung, der Energie- und Wärmespeicherung bis zur Stoffspeicherung, und sie bilden heute die Basis für unverzichtbare Technologien. Ziel des LOEWE-Schwerpunkts ist es, die Grundlagen von stofflichen Speichereffekten in strukturell und chemisch komplexen Systemen als Funktionsprinzip elektrischer und elektrochemischer Systeme zu untersuchen und zu verstehen. Dabei soll die Rolle von inneren Grenzflächen bei atomaren Transportvorgängen von Speicherprozessen im Vordergrund stehen. Die wissenschaftliche Leitidee orientiert sich auch an dem sich deutlich abzeichnenden enormen technologischen Bedarf an neuen und verbesserten Energiespeichersystemen für die Elektromobilität.

Themengebiet: Forschung und Innovation, Wissenschaft