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23.11.2015 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Einweihung eines Gedenksteins für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation

„Die Einweihung eines Gedenksteins „Flucht, Vertreibung und Deportation“ stellt eine weitere Wertschätzung für die deutschen Opfer der Vertreibung und die deutschen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg dar. 70 Jahre nach Ende des Krieges und der damit einhergehenden Vertreibungen ist es gelungen, den Weg der Versöhnung und des Friedens einzuschlagen“, erklärte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner. „Dieses Gedenken gewinnt seinen Sinn deshalb nicht als bloße Rückschau, sondern als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft und zu unseren Nachbarn in Europa und der Welt. Deshalb darf die Erinnerung an die Vertreibungen auch nicht aus dem kollektiven Gedächtnis der Deutschen ausgeklammert werden“, betonte Grüttner. Diese Erinnerung stehe im Kontext mit dem Gedenken an alle Opfer von Krieg und NS-Diktatur. Nach zwei Weltkriegen ist es gelungen, den Weg der Versöhnung und des Friedens einzuschlagen. Und dieses hohe Gut müssen wir für unsere nachfolgenden Generationen bewahren. Auch deshalb gedenken wir der Vertreibungen.

Die Erinnerung an Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung soll ein Ansporn an die junge Generation sein, sich für Gerechtigkeit, Vergebung und Versöhnung einzusetzen. Das Ausmaß an Leid, Trauer und Verbitterung ist für junge Menschen, die die Kriegsereignisse vielleicht nur aus Erzählungen der Großeltern kennen, kaum nachvollziehbar. Einen nicht unerheblichen Teil dieses Leids trugen 14 Millionen Deutsche, die im Krieg und danach vertrieben oder deportiert worden waren. „Rund ein Viertel der in Hessen lebenden Bürgerinnen und Bürger haben Flucht oder Vertreibung selbst erlebt oder sind durch das Schicksal der nächsten Angehörigen davon betroffen. Deshalb müsse die Erinnerung an diese Ereignisse lebendig gehalten werden“, so Grüttner.

Thema Vertreibung nach wie vor aktuell

Mit dem Gedenkstein wird neben der Erinnerung auch die gelungene Integration und die Aufbauleistung der Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler gewürdigt. Ohne die Versöhnungsleistungen der Vertriebenen wäre der Aufbau der Bundesrepublik Deutschland und sogar Europas nicht denkbar. Dass das Thema Vertreibung gerade in der heutigen Zeit nach wie vor aktuell ist, belegen die hohen Flüchtlingszahlen. Ungefähr 60.000 Menschen, die aus Furcht vor Krieg, Diktaturen und Menschenrechtsverletzungen in diesem Jahr nach Hessen kommen werden, sind die heutigen Vertriebenen, die unseren Schutz und unsere Hilfe dringend benötigen.

Der Staatsminister beendete seine Rede mit einem Zitat Erich Kästners, der die Opfer und die Verantwortung der Nachgeborenen vor der Geschichte so zusammengebracht hat: „Die Vergangenheit muss reden, und wir müssen zuhören. Vorher werden wir und sie keine Ruhe finden.“ Im Sinne des zutreffenden Kästner-Zitats gehöre auch die Anteilnahme am Schicksal der heutigen Flüchtlinge zu einem würdigen Gedenken, so Grüttner.

Themengebiet: Soziales