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20.11.2015 - Land
Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz: Ausweitung der Sprachförderung und Schulangebote für junge Erwachsene

Nach der Vorstellung des Aktionsplans zur Integration von Flüchtlingen durch den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und seinen Stellvertreter Tarek Al-Wazir am Dienstag hat Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz Einzelmaßnahmen für den Schulbereich erläutert: „Regierung und Koalitionsfraktionen haben sich darauf verständigt, dass im Schulbereich rund 800 Stellen zusätzlich geschaffen werden. Sie stehen für die Unterrichtsversorgung an Grundschulen, weiterführenden Schulen, beruflichen Schulen und Schulen für Erwachsen zur Verfügung“, sagte Lorz heute bei der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren der Beruflichen Schulen in Hofgeismar. „Bildung erhöht die Chancen für eine erfolgreiche Zukunft. Sie ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Wohlstand unseres Landes.“ Deshalb werde die Landesregierung allein 40 Millionen Euro für den Bereich der Sprachförderung an hessischen Schulen zusätzlich aufwenden. Davon stehen rund 30 Millionen Euro für die Intensivsprachförderung von Flüchtlingen und Zuwanderern im Schulbesuchsalter bis 18 Jahren und 10 Mio. Euro für ergänzende Angebote für junge Erwachsene bis 21 Jahre zur Verfügung.

Im laufenden Schuljahr gibt es schon jetzt 465 Intensivklassen für die Sprachförderung an allgemeinbildenden Schulen und 160 Lerngruppen an beruflichen Schulen im Rahmen des Programms „Integration und Abschluss“ (InteA). Die Zahl der Klassen werde ebenso wie die dafür notwendige Unterrichtsversorgung kontinuierlich an die durch Flüchtlinge weiter steigenden Schülerzahlen angepasst, so Lorz. Im kommenden Jahr würden mindestens 2000 Stellen in der Sprachförderung zur Verfügung stehen. Zum 1. November hatte Hessen in diesem Bereich 1374 Stellen bereitgestellt. Allein seit Schuljahresbeginn Anfang September waren noch einmal knapp 100 Stellen hinzugekommen.

Ergänzende Angebote für junge Erwachsene

Für junge Erwachsene bis 21 Jahre wird an beruflichen Schulen und Schulen für Erwachsene ein ergänzendes Angebot der Beschulung geschaffen. Das Hessische Kultusministerium finanziert damit 3000 zusätzliche Plätze im Rahmen von InteA für junge Erwachsene bis 20 Jahre. Wie bereits in der bestehenden Flexibilisierungsregelung wird die Klassengröße bei max. 20 Schülerinnen und Schülern liegen. Darüber hinaus werden bis zu 1.500 Plätze zur Sprachförderung von Erwachsenen im Alter von 20 Jahren an den Schulen für Erwachsene geschaffen. Die Klassengröße soll bei max. 24 Schülerinnen und Schülern liegen. „Wir kommen damit der gestiegenen Nachfrage durch die wachsende Zahl junger Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse nach und stellen dafür das Know-how an unseren beruflichen Schulen zur Verfügung“, erklärte Lorz gegenüber den Berufsschul-Direktoren. „Dieses Angebot ergänzt bestehende und neu aufzulegende Programme seitens des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), seitens der Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie von Volkshochschulen und weiteren Anbietern, die Angebote für den Spracherwerb von Erwachsenen unterbreiten.“

Ausbau der Fort- und Weiterbildung und mehr Schulpsychologen

Im zweiten Schritt gehe es dann um die Akquirierung und Qualifizierung von Lehrkräften. „Dafür werden wir den Bereich der Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte intensivieren und dafür 2,4 Mio. Euro zusätzlich bereitstellen“, erklärte Lorz. Zur Gewinnung des notwendigen Personals werde sein Ressort kurzfristig eine Kampagne zur Rekrutierung von Lehrkräften starten. Details dazu würden in Kürze vorgestellt. Für den Bereich der Sachmittel zur Sprachförderung wird das Hessische Kultusministerium im kommenden Jahr insgesamt 500.000 Euro zusätzlich bereitstellen.

Mehr Personal werde es darüber hinaus auch in den Aufnahme- und Beratungszentren, die für die Integration von Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache zuständig sind, geben. Drei Stellen werden im Verwaltungsbereich der Staatlichen Schulämter neu geschaffen. Und nicht zuletzt solle auch der Bereich der Schulpsychologie verstärkt werden: „Für die psychologische Betreuung an den hessischen Schulen werden noch einmal elf neue Stellen geschaffen“, erläuterte Lorz. „Damit stärken wir für Schüler und Lehrkräfte die fachliche Unterstützung durch ausgebildete Psychologen.“

Kultusminister Lorz zeigte sich sehr zufrieden mit den Vereinbarung im Hessischen Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen: „Von den zusätzlich zur Verfügung stehenden Ressourcen wird auch der Schulbereich enorm profitieren. Damit können wir unser bewährtes Gesamtsprachförderkonzept an hessischen Schulen dem gestiegenen Bedarf sukzessive anpassen.“ 2016 können dadurch insgesamt mindestens 12.000 Plätze mehr an hessischen Schulen bereitgestellt werden. 

Themengebiet: Bildung