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19.11.2015 - Land
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Individuelle Förderung als Herausforderung des Schulsystems

Sachsens Kultusministerin und KMK-Präsidentin Brunhild Kurth zu Besuch in Wiesbaden und Hochheim

Die Umsetzung der Inklusion in Hessen sowie die Sprachförderung für Flüchtlinge und Zuwanderer sind die Themen, über die sich Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth, die derzeit auch Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder ist, bei ihrem Besuch gestern in Wiesbaden informiert hat. Gemeinsam mit Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz besuchte sie am Morgen die Heinrich-von-Brentano-Schule in Hochheim. „Wie gehen wir mit der zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft um? – das ist die Leitfrage, unter der der Besuch und unser fachlicher Austausch stehen“, erklärten Lorz und Kurth. „Besonders beeindruckt hat mich die Geschlossenheit des Lehrerkollegiums“, berichtete die Ministerin von ihrem Einblick in die inklusive Beschulung an der Integrierten Gesamtschule. „Die Lehrer sind hier keine Einzelkämpfer.“ Ein besonderes Augenmerk lag auf den Erfahrungen mit lernziel-differenziertem Unterrichten und der Einbindung von Förderschullehrkräften an der allgemeinen Schule. In Sachsen steht bis zum Ende des kommenden Jahres eine Überarbeitung des Landesschulgesetzes auf der Agenda, bei dem das Thema der Inklusion eine zentrale Rolle spielen wird.

Das wichtigste Thema, das die Kultus- und Bildungsminister aller Länder derzeit beschäftigt, ist die Beschulung der Kinder und Jugendlichen, die als Flüchtlinge oder Zuwanderer und damit als Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse ins deutsche Schulsystem zu integrieren sind. „Hier stehen wir in allen Ländern derzeit vor großen Herausforderungen, die mittelfristig nur mit zusätzlichen Lehrerstellen zu bewältigen sind“, erklärten Kurth und Lorz. Beide Minister verwiesen in diesem Zusammenhang auf ihre bewährten Sprachförderkonzepte, die sowohl in Sachsen als auch in Hessen seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzt werden. „Die Herausforderung liegt in der quantitativen Bewältigung. Die Schaffung zusätzlicher Lehrerstellen ist der erste Schritt, der nächste ist die Rekrutierung qualifizierter Lehrkräfte.“

Begabtenförderung Leitthema der KMK-Präsidentschaft

Ein weiteres Thema, das ebenso zum Themenfeld „Individuelle Förderung“ gehört, liegt beiden Ministern darüber hinaus besonders am Herzen: die Begabtenförderung. „Klar ist, dass in unserem Schulsystem alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen haben und ihren individuellen Fähigkeiten und Begabungen entsprechend gefördert werden sollen“, erklärten Kurth und Lorz. Das gelte sowohl für die aus unterschiedlichen Gründen leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler, aber genauso für diejenigen im oberen Segment. „Wir dürfen auch die Jugendlichen nicht vergessen, die leistungsbereit und anstrengungswillig sind oder die über Begabungen in einem besonderen Bereich verfügen“, erklärte Ministerin Kurth. Die Begabungen könnten im sportlichen oder musischen Bereich liegen oder genauso in den Naturwissenschaften, Sprachen oder Gesellschaftswissenschaften. Hessen und Sachsen wollen im Bereich der Begabtenförderung künftig enger kooperieren. Unter dem Titel „Perspektiven der Begabtenförderung“ werde es Anfang Dezember eine gemeinsame Konferenz der Länder Bayern, Hessen und Sachsen in Berlin geben, kündigten Kurth und Lorz in diesem Zusammenhang an.

Themengebiet: Schule, Förderung