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13.11.2015 - Bund
Innenminister Peter Beuth: DFB als größter nationaler Sportverband trägt eine große gesellschaftliche Verantwortung

Die Sportministerkonferenz (SMK) der Länder hat die Etablierung von Strategien zur Vermeidung von Manipulation, Betrug und Korruption im Sport gefordert. Im Rahmen der 39. SMK in Köln beschloss das Gremium die Initiative Hessens, das sich gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen für stärkere Anstrengungen der nationalen und internationalen Sportorganisationen gegen derzeitige Missstände und für die Prinzipien von Good Governance eingesetzt hat. Die Länder reagierten damit auf die aktuellen Doping-Skandale in der Leichtathletik, bei denen unter anderem ein umfangreiches Dopingsystem mit offenbar staatlicher Unterstützung im russischen Leichtathletikverband aufgedeckt worden sind.

„Dieser Vorfall zeigt, dass wir weit entfernt davon sind, von einem weltweit wirkungsvollen und funktionierenden Kontrollsystem sprechen zu können. Auf ganz bittere Weise wird zugleich deutlich, dass ein weiterer internationaler Sportverband tief durchdrungen ist von Manipulation, Betrug und Korruption. Das schadet zutiefst den sportlichen Grundwerten, offenbart erhebliche Lücken bei der Chancengerechtigkeit und stellt die Integrität des sportlichen Wettbewerbs grundlegend in Frage“, unterstrich der Hessische Innenminister Peter Beuth.

„Lückenlose Aufklärung betreiben“

Gleichzeitig forderte der Hessische Innenminister den Deutschen Fußball-Bund auf, über die strafrechtlichen Belange hinaus lückenlose Aufklärung über die Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu betreiben.

„Der DFB als größter nationaler Sportverband trägt eine große gesellschaftliche Verantwortung und genießt durch die sportlichen Erfolge seiner Nationalmannschaft auch großes internationales Ansehen. Zu dieser Verantwortung und zur Vorbildfunktion, die der Verband zweifellos auch über die Grenzen Deutschlands hinaus innehat, gehört auch die Pflicht, Fehler einzugestehen und alles zu einer lückenlosen Aufklärung, die über die rein strafrechtliche Betrachtung hinaus geht, beizutragen. Der DFB muss reinen Tisch machen. Im Sinne der Integrität des Sports dürfen strafrechtliche Verjährungsfristen bei der Aufklärung keine Rolle spielen“, so Innenminister Peter Beuth.

Der SMK-Beschluss im Wortlaut:

  1. Die SMK begrüßt die Stellungnahme der DOSB-Athletenkommission zum Bericht der unabhängigen Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vom 9. November 2015. Sie fordert eine vollständige Aufklärung der Manipulations-, Betrugs- und Korruptionsvorwürfe im Internationalen Leichtathletikverband (IAAF).
  2. Die SMK fordert das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bei Verdachtsfällen auf Manipulation, Betrug und Korruption gegen internationale Sportverbände, diese nachhaltig und konsequent zu verfolgen.
  3. Die SMK erwartet von IOC und IPC, nachgewiesene Verstöße zu sanktionieren und nicht davor zurückzuschrecken, partielle Ausschlüsse von den Olympischen und Paralympischen Spielen auszusprechen, unabhängig von der Größe und Bedeutung des Sportverbandes.
  4. Die internationalen Sportorganisationen werden aufgefordert, wirksame Strategien zur Verhinderung von Manipulation, Betrug und Korruption, die den Prinzipien von Good Governance folgen,  in ihren Verbandsstrukturen einzuführen und umzusetzen.
Themengebiet: Sport