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16.11.2015 - Land
Gesundheitsminister Stefan Grüttner: Wenn eine Demenz frühzeitig erkannt wird, gibt es Präventionsmaßnahmen

Der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner eröffnete heute die Fachveranstaltung des Demenz-Projekts für den Frankfurter Westen mit einem Appell an die Gesellschaft, das Schweigen und die Tabus um eine Demenz zu brechen, damit den Betroffenen so früh als möglich geholfen werden kann. „In Deutschland leben mehr als 1,5 Millionen Menschen mit Alzheimer. Weltweit leben mehr als 44 Millionen Menschen mit Demenz. Obwohl bereits so viele Menschen betroffen sind, zählt dieses Thema immer noch zu den großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Viele wissen nicht, dass es Präventionsmaßnahmen gibt, wenn eine Demenz frühzeitig erkannt wird“, so der Staatsminister.

Lebensqualität von Demenzkranken verbessern

„Es gibt zwar derzeit keine Behandlung, die durch Alzheimer verursachte Gehirnschäden verlangsamt oder stoppt“, erläuterte Grüttner. „Aber es gibt Medikamente, die Demenz-Symptome bei einigen Menschen zeitlich begrenzt verbessern. Durch diese Medikamente wird die Zahl der Neurotransmitter im Gehirn erhöht. Außerdem verbessern vorhandene Hilfsangebote und die Anwendung nicht-pharmakologischer verhaltenstherapeutischer Maßnahmen die Lebensqualität von Menschen mit Demenz sowie deren Betreuern und Familienmitgliedern.“

„Voraussetzung für eine Behandlung von Krankheitssymptomen ist die möglichst frühzeitige Diagnose der Erkrankung. Leider werden Demenzerkrankungen oft erst im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf diagnostiziert. Eine fachärztliche Behandlung erfolgt spät. Nur 45 Prozent der Demenzkranken werden mit Antidementiva behandelt“, erklärte ergänzend Frau Dr. Carola Koch vom Gesundheitsnetz Frankfurt. „Einige Symptom-Ursachen, wie Nebenwirkungen von Medikamenten und Vitaminmangel, sind umkehrbar. Eine genaue Diagnose in der Frühphase des Krankheitsverlaufs ist daher wichtig, um die Lebensqualität zu verbessern, Krankenhauseinweisungen zu vermeiden und ein etwaiger Umzug in ein Pflegeheim hinauszuzögern.“

Intersektorales Versorgungskonzept für eine bessere Versorgung und Betreuung

Von Demenz betroffene Menschen sind auf die Hilfe ihrer Familie und Freunde angewiesen, aber auch auf ein soziales Umfeld, das sie auffängt. Aus diesem Grund fördert die Hessische Landesregierung im Rahmen des Hessischen Gesundheitspaktes 2.0 das Gesundheitsnetz Frankfurt, das für den Frankfurter Westen ein intersektorales Versorgungskonzept für eine bessere Versorgung und Betreuung von Demenzkranken erstellt und sich mit allen relevanten Akteuren zusammengeschlossen hat. Zudem beschäftigt das Gesundheitsnetz eine Versorgungsassistentin, die an der Nahtstelle zwischen Ärzten, Pflegediensten und Angehörigen vermittelt, die notwendigen Schritte einleitet und die Patienten sowie ihre Angehörige durch den Dschungel des Gesundheitswesens begleitet. Das Projekt ist daher ein Wegweiser, wie die gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung des demografischen Wandels beispielhaft angenommen und umgesetzt werden kann.

Themengebiet: Gesundheit, Pflege