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16.11.2015 - Land
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Hanau und Main-Kinzig-Kreis werden Modellregionen für Inklusive Bildung

Als Modellregionen Inklusive Bildung gehen die Stadt Hanau und der Main-Kinzig-Kreis in eine neue Ära der Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen über. Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat dazu heute mit den verantwortlichen Dezernenten der Stadt und des Kreises, Stadtrat Axel Weiss-Thiel und Kreisbeigeordnetem Matthias Zach, den Startschuss gegeben. Gemeinsam mit zahlreichen Bildungsexperten und Beteiligten hoben sie die Bedeutung dieser Modellregionen für eine noch bessere Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen hervor. „Zwei Kooperationsvereinbarungen, zwei Modellregionen, zwei Schulträgerbereiche, ein Schulamtsbereich – eine enge Abstimmung ist zwingend erforderlich“, erklärte Kultusminister Lorz. „Die Verträge sind unterschrieben. Jetzt geht es darum, die für die Laufzeit von fünf Jahren getroffenen Vereinbarungen mit Leben zu füllen.“ Das gehe nur gemeinsam mit allen Beteiligten, so Lorz, denn Inklusion sei ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Er dankte daher insbesondere den Lehrkräften vor Ort, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern, die das Ziel der gemeinsamen Unterrichtung an allgemeinen Schulen umsetzen werden.

Inklusive Bildung erzielte bereits bedeutende Fortschritte

Zu den bereits vier existierenden Modellregionen sind im laufenden Schuljahr mit der der Stadt Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis, der Stadt Frankfurt, dem Landkreis Groß-Gerau zusammen mit den Städten Rüsselsheim und Kelsterbach und der Stadt Kassel fünf weitere Modellregionen mit sieben beteiligten Schulträgern hinzugekommen. Insgesamt werden in den neun Modellregionen mit elf Schulträgern rund 44 % aller hessischen Schülerinnen und Schüler unterrichtet. „Die Umsetzung inklusiven Unterrichts durch Modellregionen erreicht damit fast die Hälfte der Schülerschaft – ein bedeutender Fortschritt!“, so Kultusminister Lorz. In der Vergangenheit waren bereits Abkommen mit der Stadt Wiesbaden sowie den Landkreisen Hochtaunus, Wetterau und Offenbach geschlossen worden, in der Zukunft werden weitere Modellregionen Inklusive Bildung folgen.

Im Rahmen der Modellregion werden Lehrerstellen von Förderschulen an Regelschulen verlagert, um dort die inklusive Beschulung möglich zu machen. Konkret bedeutet dies in Hanau, dass an der Elisabeth-Schmitz-Schule die Grundstufe auslaufen und auch in der Mittelstufe mittelfristig keine neuen Schülerinnen und Schüler mehr aufgenommen werden sollen. Im Main-Kinzig-Kreis sollen zwei Förderschulen für Kinder mit Lernschwierigkeiten – die Adolph-Diesterweg-Schule in Maintal und die Fröbel-Schule in Langenselbold – sukzessive aufgelöst werden.

Gemeinsam Vielfalt leben

Hanaus Stadtrat Axel Weiss-Thiel erklärte: „Inklusion ist für uns in Hanau zunächst einmal eine Grundhaltung. Wir wollen allen Menschen in Hanau die Teilhabe an unserer Stadtgesellschaft ermöglichen. Vielfalt gemeinsam zu leben und zu erleben ist eine Stärke unserer Stadt an der auch Menschen mit Beeinträchtigungen teilhaben sollen. Schule ist dabei ein zentraler Ort, wo Kinder mit und ohne Beeintr‎ächtigungen erleben können, das Vielfalt eine Stärke sein kann. Wir betrachten die beiden Vereinbarungen als gemeinsames Versprechen von Land, Kreis und Stadt an die Schulen, Schritt für Schritt die Bedingungen zu verbessern, diese Haltung im praktischen Schulalltag umsetzen zu können.“

Der Schuldezernent des Main-Kinzig-Kreises, Matthias Zach, lobte die Einigung als großen Gewinn für Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. „Grundsätzlich muss auch ein Angebot an Förderschulen aufrechterhalten werden, um den Eltern Wahlfreiheit zu ermöglichen. Die Eltern haben mit der Modellregion die Gewissheit, dass ihrem Kind eine gute Schulbildung und soziale Teilhabe ermöglicht werden“, so Zach. Er betonte aber zugleich, dass die Lehrerversorgung verbessert werden müsse. „Wir sind für das Ziel der Inklusion gerne bereit, sozialpädagogisches Personal zur Verfügung zu stellen. Aber auch das Land muss für mehr Lehrpersonal sorgen, damit wir das gemeinsame Ziel erreichen.“

Inklusive Strukturen flächendeckend im allgemeinen Schulsystem

Die Hessische Landesregierung hat sich mit ihrem Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen u.a. das Ziel gesetzt, den Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung oder Behinderung an Grundschulen und weiterführenden Schulen zu erhöhen und im Gegenzug die Förderschulbesuchsquote in den nächsten Jahren zu senken. Mit den Modellregionen werden nun inklusive Strukturen im allgemeinen Schulsystem flächendeckend in den beiden Städten sowie im Kreis eingerichtet.

Kultusminister Lorz erklärte abschließend: „Die Eltern erhalten mit den ‚Modellregionen Inklusive Bildung‘ die Gewissheit, dass ein inklusives Schulangebot für ihr Kind in allen Förderschwerpunkten Schritt für Schritt entwickelt und nach Möglichkeit wohnortnah angeboten wird. Unser Ziel bleibt es, das Angebot sukzessive auf ganz Hessen ausweiten. Wichtig ist uns dabei, dass mit Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler, Schulleiterinnen und Schulleitern, Schulträger und außerschulische Partner alle Beteiligten eingebunden sind. Wir als Land gewährleisten die Anzahl der Stellen für sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt Lernen und in der Sprachheilförderung in der Modellregion und passen sie an steigende Schülerzahlen in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis an. So verbleiben die durch den Schülerrückgang an Förderschulen freiwerdenden Lehrerstellen in der Region und werden schrittweise zur Stärkung und zum Ausbau des Inklusiven Unterrichts in die allgemeine Schule überführt und weiter ausgebaut. Aber und das ist mir auch sehr wichtig: In allen Förderschwerpunkten wird ein passendes Förderschulangebot erhalten bleiben.“

Themengebiet: Schule, Inklusion