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11.11.2015 - Land
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Mehr Ressourcen für Sprachförderung

Steigende Flüchtlingszahlen erfordern mehr Investitionen in Sprachförderung: Kultusministerium hat bereits seit Schuljahresbeginn stetig nachgesteuert.

Die anhaltend steigende Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern stellt auch die Schulen in Hessen vor große Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht dabei der quantitative Ausbau der Intensivmaßnahmen, wofür entsprechende Ressourcen bereitgestellt werden müssen: „Seit Schuljahresbeginn haben wir noch einmal über 100 Stellen mehr für die Sprachförderung zur Verfügung gestellt und hessenweit fast 100 neue Klassen gebildet“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz dazu heute in Wiesbaden. An den allgemeinbildenden Schulen ist die Zahl der Intensivklassen von 399 auf 465 Klassen (+66) angestiegen, an den beruflichen Schulen ist die Zahl der Lerngruppen im Rahmen des Programms InteA („Integration und Abschluss“) von 129 auf jetzt 160 angewachsen (+31). Dafür sind vom Hessischen Kultusministerium insgesamt 94 Stellen neu zugewiesen worden. Dazu kommen 30 Stellen, die zu Beginn des Schuljahres bereits als Puffer eingeplant waren und den Schulen zwischenzeitlich zur Einrichtung von Intensivkursen zugewiesen worden sind. Und auch die für die Integration von Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache zuständigen Aufnahme- und Beratungszentren (ABZ) an den Staatlichen Schulämtern sind bereits Anfang Oktober um weitere 10 Stellen aufgestockt worden.

„Diese Zahlen belegen den immensen Aufwand, den Schulverwaltung und Schulen vor Ort für die Integration von Schülerinnen und Schülern schon jetzt leisten“, betonte Lorz. Und dabei sei der Großteil der minderjährigen Flüchtlinge noch gar nicht an den Schulen angekommen. Bis zum heutigen Tag sei alles aus vorhandenen Ressourcen gestemmt worden. „Doch mit den bislang zur Verfügung stehenden Mitteln würden wir schon sehr bald an unsere Grenzen stoßen“, erläuterte der Kultusminister und verwies in diesem Zusammenhang auf die Ankündigung von Ministerpräsident Bouffier in seiner Regierungserklärung Ende September, dass über weitere Mittel für die Versorgung, Unterbringung und Beschulung von Flüchtlingen der Landtag im Rahmen der Beratungen über den Landeshaushalt 2016 entscheiden werde. „Auch Finanzminister Schäfer hat bereits angekündigt, dass im kommenden Haushalt wohl eine beträchtliche Zahl von Stellen nachgesteuert würde.“ So werde Hessen in erheblichem Umfang weitere Lehrerstellen neu schaffen und parallel dazu eine Kampagne zur Mobilisierung qualifizierter Lehrkräfte starten, denn: „Angesichts des deutschlandweit gestiegenen Bedarfs wird die Rekrutierung der qualifizierten Personen die nächste Herausforderung sein“, so Lorz.

Stellenressourcen für Sprachförderung

  ABZ Sprachförderung gesamt
(inkl. Deutschförderung, Vorlauf- und Intensivkurse)
davon für
Intensiv-
klassen (allg.)
InteA
7. Sept. (Schuljahresbeginn) 25 1250 (+30 Puffer) 307 150
6. November 35 1374 359 181
Mehr im Vgl. zu Sj-Beginn 10 94    

Mit Gesamtsprachförderkonzept hervorragend aufgestellt

Konzeptionell können die Schulen auf das bestehende Gesamtsprachförderkonzept des Landes zurückgreifen, das von Vorlaufkursen bis InteA an den beruflichen Schulen Förder- und Intensivmaßnahmen für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren – und teilweise darüber hinaus – vorsieht. „Konzeptionell ist Hessen hervorragend aufgestellt“, hob Kultusminister Lorz hervor. „Das belegen sowohl die erfolgreich absolvierten Vorlaufkurse und Intensivmaßnahmen als auch die sehr gute Annahme des Konzepts durch Schulen und Lehrkräfte im ganzen Land.“

Der Kultusminister dankte in dem Zusammenhang den Schulleiterinnen und Schulleitern und ihren engagierten Kollegien „für die in der Öffentlichkeit deutlich wahrnehmbare  Willkommenskultur und Integrationsbereitschaft an den Schulen in Hessen“. Ab dem 1. November 2015 werde nun monatlich nachgesteuert, d.h. es werde monatlich eine angepasste Stundenzuweisung aufgrund der bestehenden und der notwendigen neu einzurichtenden Intensivklassen geben. Und das Kultusministerium stellt als sofortige Unterstützung für die Sachausstattung von Intensivmaßnahmen und Vorlaufkursen zusätzlich zu den bereits zugewiesenen Mitteln einschließlich der beruflichen Schulen (InteA) weitere 300.000 Euro zur Verfügung. Diese Haushaltsmittel werden den Schulen durch die Staatlichen Schulämter zugewiesen und können bis zu 20% für Fortbildungsmaßnahmen im Bereich von Deutsch als Zweitsprache und bis zu 5% für unbedingt erforderliche Dolmetscherkosten verwendet werden.

Weitere Maßnahmen:

  • Im Hessischen Kultusministerium wurde eine Stabsstelle zur Koordinierung der für die Flüchtlingsbeschulung zuständigen Teilbereiche eingerichtet.
  • Die Lehrkräfteakademie wird ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm in allen Phasen der Lehrerausbildung für „Deutsch als Zweitsprache“ auflegen.
  • Im Bereich der Lehrkräfterekrutierung sind Unterstützungssysteme und Unterstützungsmaßnahmen in Planung.
  • Durchführung eines landesweiten DaZ-Fachtages in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen für knapp 600 Lehrkräfte und Sozialpädagogen im Oktober 2015

Die Umsetzung der genannten Maßnahmen wird die Koordinierung der Flüchtlingsbeschulung erleichtern, allerdings kann es aufgrund der bislang ungeahnten Dimension des Zustroms an der einen oder anderen Stelle sicherlich auch zu Schwierigkeiten kommen. „Aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen bei der Umsetzung des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts, gehe ich davon aus, dass wir durch den herausragenden Einsatz aller in den Schulen und Staatlichen Schulämtern Zuständigen für die große Aufgabe der schulischen Integration der Flüchtlinge grundsätzlich gut gewappnet sind, wenn auch deren Anzahl uns vor große Herausforderungen stellt“, so Lorz abschließend.

Themengebiet: Förderung