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Alexander Bauer und Ismail Tipi: „Religionsfreiheit ist schon im Grundgesetz geregelt“
„Religion kann eine Hilfe zur Eingliederung in ein Land sein – und sie kann sogleich zur Abschottung führen“ – lautet eine These zum ambivalenten Stellenwert von Religion und Kultur im Integrationsprozess. „Wenn Integration gelingen soll, müssen wir auch andere Religionen und Kulturen akzeptieren. Hierbei ist es besonders wichtig, Ängste vor dem Fremden abzubauen und offen auf andere zuzugehen“, fasste der Obmann der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag für die Enquete-Kommission Migration und Integration in Hessen, Alexander Bauer, nach der Anhörung der Enquete-Kommission zusammen. In einer öffentlichen Sitzung in Wiesbaden über die Bedeutung von Kultur und Religion im Zusammenhang mit Integration wurde heute im Rahmen eine Anhörung mit verschiedenen Sachverständigen diskutiert. Integration finde auf dem Boden der freiheitlichen-demokratischen Grundordnung unseres Staates statt, was von allen akzeptiert werden müsse. „Ebenso fordern wir eine Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Scharia steht nicht über dem Grundgesetz. Religionsfreiheit hört bei uns da auf, wo unsere Demokratie und Rechtsordnung gefährdet wird“, so Ismail Tipi, integrationspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. 

Nach dem Christentum ist der Islam die zweitgrößte Religion in unserem Land. Viele Zuwanderer stammen aus Ländern mit islamischer Tradition und Prägung. Ängste und Vorurteile gegenüber dieser Religion müssen durch ein verstärktes kommunales Miteinander und durch einen intensiveren interreligiösen und interkulturellen Dialog abgebaut werden. „Durch einen offene Dialog mit den Beteiligten, ihren Verbänden und Vereinen sowie Kirchen und Religionsgemeinschaften kann hier viel bewegt werden“, so Bauer. Religion ist grundsätzlich ein wichtiger Identitätsanker. In extremistischer Ausprägung und in Verbindung mit politischem Nationalismus kann hier aber auch eine explosive Verbindung entstehen, die ohne Zweifel den Integrationsprozess in die neue Heimat verhindern kann. „Gegenüber einer steigenden Radikalisierung und Fundamentalisierung bestimmter extremistischer Gruppierungen müssen die Zivilgesellschaft, wie auch unsere Sicherheitsorgane stets wachsam bleiben“, forderte Tipi. 

Breit diskutiert wurde auch die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts. „Der Islam gehört historisch gesehen nicht zur Geschichte unseres Landes. Allerdings ist er vielerorts zu einer Lebenswirklichkeit geworden. Ein islamischer Religionsunterricht kann bei der Integration eine Brückenfunktion ausüben. Aber hierfür brauchen wir legitimierte Ansprechpartner. Die Einführung muss verfassungsgemäß sein und gut vorbereitet werden, um erfolgreich zu sein“, so Tipi. Der Staat müsse hierzu Lehrstühle und Institute einrichten, um entsprechende Fachlehrer auszubilden. „Der islamische Religionsunterricht in deutscher Sprache nach den gegebenen religionspolitischen Standards, also inklusive einer historisch-kritischen Hermeneutik heiliger Schriften, einer weltoffenen Sozialethik sowie der Vermittlung religionskundlichen Wissens über andere Weltreligionen kann eine Bereicherung des Schulcurriculums insgesamt und eine konkrete Hilfe zur Beheimatung muslimischer Schüler sein“, so Bauer abschließend.
Themengebiet: Integration