Herzlich Willkommen
bei der CDU Hessen
Ismail Tipi und Alexander Bauer: „Migrantinnen und Migranten muss der Zugang zum Gesundheitssystem erleichtert werden“
„Migrantinnen und Migranten haben höhere Zugangsbarrieren zum Gesundheitssystem. Dies liegt häufig an mangelnder Sprachkompetenz, aber auch an kulturellen und religiösen Unterschieden“, sagte der Obmann der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag für die Enquete-Kommission Migration und Integration in Hessen, Alexander Bauer, nach einer Anhörung zum Thema Gesundheit und Pflege in Wiesbaden. Die Befragung der Sachverständigen ergab ein sehr differenziertes Bild zu Krankheitshäufigkeiten bei Migranten und etwaigen Versorgungsproblemen. „Eine alleinige Assoziation von Erkrankungsrisiken mit Kategorien wie ‚Migrationshintergrund‘ oder ‚Abstammung‘ bleibt stets oberflächlich“, so Ismail Tipi, integrationspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Schließlich spiele bei dem Thema Gesundheit auch das individuelle Ernährungs-, Bewegungs- und Konsumverhalten (etwa Nikotin- und Alkoholkonsum) und die praktizierte Vorsorge eine erhebliche Rolle.

Mangelnde Sprachkenntnisse und allgemeine Kommunikationsprobleme stellen immer wieder Schwierigkeiten zwischen Arzt und Patient dar, die zu falscher Versorgung führen können. Die unzureichende Kenntnis der deutschen Sprache führe teilweise auch dazu, dass bei gesundheitlichen Problemen kein Arzt aufgesucht werde. Auch durch sprachliche Unterstützung von Verwandten sei dieses Problem nicht zu beheben, da hier meist die fachliche Kompetenz fehle, um ärztliche Leistungen zu übersetzen. Hilfreich sei eine kommunikative Kompetenz und Empathie auf Seiten des medizinischen Personals und im Zweifelsfall auch die Unterstützung durch qualifizierte Dolmetscher. Einen wertvollen Beitrag liefere auch die Ausbildung von kulturell und sprachlich kompetentem Pflegepersonals, wie sie etwa die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung in Gießen leiste.

Migrantinnen und Migranten nehmen deutlich seltener Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch, als inländische Patienten. „Vor allem Vorsorgemaßnahmen sind wichtig, werden jedoch von Migrantinnen und Migranten nur selten in Anspruch genommen. Hier können die Krankenkassen dazu beitragen, durch präventive Maßnahmen die Folgekosten im Gesundheitssystem zu verringern“, so Tipi.

Auch im Pflegebereich werde in Zukunft ein größerer Bedarf bei Migrantinnen und Migranten entstehen. Durch eine verstärkte berufliche Mobilität der 2. und 3. Generation müsse auch hier für ausreichend Pflegepersonal gesorgt werden. Wichtig sei besonders auch das sprachliche, wie kulturelle und religiöse Verständnis der Pflegekräfte. Sowohl im Gesundheits-, wie auch im Pflegebereich sei es wichtig, auf kulturelle Bedürfnisse einzugehen. Hier sei besonders auch die Achtung der Intimsphäre zu beachten. „Frauen in manchen Kulturkreisen ist der Arztbesuch nur in Begleitung der Männer gestattet. Auch hier besteht Aufklärungsbedarf“, stellte Bauer fest. Es sei zu begrüßen, dass im Sinne einer humaneren medizinischen Betreuung seit einigen Jahren von verschiedenen Institutionen muslimische Seelsorger/innen für Klinik- und Hospizbereiche ausgebildet werden.

„Besonders das Informationsangebot für Migrantinnen und Migranten muss verbessert werden. Hier können Informationsblätter helfen, die in die häufigsten Sprachen übersetzt werden. Aber auch der Abbau von Kommunikationsbarrieren ist wichtig und muss in die Gesundheitsversorgung mit einbezogen werden“, so Bauer abschließend.
Themengebiet: Gesundheit, Integration