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Ismail Tipi und Alexander Bauer: „Sozialräumliche Trennung wirkt sich negativ auf die Integration aus“
„Sozialräumliche Trennung wirkt sich negativ auf die Integration aus. Wer in Wohngegenden mit sehr hohem Ausländeranteil lebt und aufwächst, der hat es von Anfang an schwerer bei der Integration“, erklärten integrationspolitische Sprecher, Ismail Tipi, und der Obmann der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag für die Enquete-Kommission Migration und Integration, Alexander Bauer, heute nach einer Anhörung des Gremiums in Wiesbaden.

Bei der Anhörung wurden insbesondere die Instrumente der Stadt- und Quartiersentwicklung für eine positive Zukunftsperspektive und eine verbesserte Integration sowie die Vermeidung von soziokultureller Segregation betrachtet. Die Anzuhörenden wiesen darauf hin, dass mit sozialräumlicher Trennung häufig auch schlechtere infrastrukturelle Bedingungen und durch höhere Kriminalitätsraten sowie Arbeitslosenzahlen eine Gettoisierung von Stadtvierteln verbunden seien. Notwendig sei die Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der ethnischen bzw. sozialen Mischung in den Stadtquartieren. Als hilfreich erweisen sich häufig bauliche Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls der Bewohner und durch Präsenz von Ansprechpartnern im öffentlichen Raum. Wesentlich für den Erfolg sei zudem das Zusammenwirken und die Vernetzung aller Akteure im Quartier sowie die Einbeziehung und Beteiligung der betroffenen Migrantengruppen bei der Entwicklung der Angebote und Maßnahmen.

Erst kürzlich sei in einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) festgestellt worden, dass bei Schülern ein enger Zusammenhang zwischen dem Niveau der Schulbildung und der Sozialstruktur der Wohnquartiere, aus denen sie kommen, bestehe (1). Demnach wirke sich unabhängig von der sozialen Lage der Eltern insbesondere auch die Wohnumgebung auf die schulischen Leistungen von Kindern aus.

Der Quartiersplanung komme bei der sozialen Integration eine besonders wichtige Bedeutung zu, denn außerethnische Kontakte, also der Umgang mit Einheimischen, seien für gelingende Integration notwendig. Kinder mit Migrationshintergrund sollten beispielsweise von Anfang an in Kinderbetreuungseinrichtungen und in ihrer Wohnumgebung mit deutschen Kindern in Kontakt kommen und spielen. „Wer die deutsche Sprache schon in der Kita und im Sandkasten auf spielerische Weise erlernt, der wird auch später keine Sprachprobleme haben. Das ist sehr wichtig, denn Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, führte Bauer aus.

„Die Multikulti-Ideologie von Rot-Grün hat die Auswirkungen ethnischer und sozialer Konzentrationen in den Städten verharmlost und die Bildung von Subkulturen befördert. Um die Integration zu fördern müssen wir der sozialräumlichen Trennung von Deutschen und Migranten im Rahmen der Quartiersplanung gezielt entgegenwirken“, hielt Tipi abschließend fest.

(1) Helbig, Marcus (2010): „Neighborhood does matter!“, in; Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 62. Jg., Heft 4, Dezember 2010.
Themengebiet: Integration