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Christean Wagner: „Präimplantationsdiagnostik ist ein Dammbruch“

Mit großer Besorgnis reagierte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Christean Wagner, auf das gestern vom Bundesgerichtshof veröffentlichte Urteil zur Präimplantationsdiagnostik (PID). Der BGH hatte entschieden, dass die PID nach dem seit 1990 geltenden Embryonenschutzgesetz nicht strafbar sei.

„Die PID ist ein Dammbruch. Wer behauptet, durch die PID würden Abtreibungen verhindert, verkennt Ursache und Wirkung. Das Aussortieren befruchteter Eizellen mit einem Gendefekt ist nichts anderes als eine vorgezogene Abtreibung. Auch eine Abtreibung ist nur zulässig, wenn die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustands der Schwangeren besteht“, sagte Wagner.

Wenn Befürworter der PID jetzt betonten, dass man sie nur für besonders schwere Fälle von unheilbaren Erbkrankheiten zulassen wolle, stelle dies ein Einfallstor für die Zulässigkeit heute noch unbekannter Selektionsmöglichkeiten dar. „Irgendwann ist es nicht mehr auszuschließen, dass Kinder nach Schönheit, Intelligenz oder positiven Eigenschaften ausgewählt werden. Wir wollen keine Kinder von der Stange!“, sagte Wagner.

Gleichzeitig betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende, dass nunmehr die Politik aufgerufen sei, einen breiten öffentlichen Diskurs anzustrengen. „Die Zulässigkeit der PID ist eine Frage von Ethik und Menschenwürde und darf nicht nach formal-juristischen, vermeintlich überlegenen Rationalitäten entschieden werden. Erforderlich jetzt eine öffentliche Diskussion, in der alle Argumente sorgsam abgewogen werden und eine anschließende Entscheidung durch den Gesetzgeber. Dies ist man vor allem denjenigen unter uns schuldig, die mit einer Entscheidung leben müssen, die ihren eigenen moralischen Grundüberzeugungen widerspricht“, so Wagner.