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Dr. Christean Wagner und Peter Stephan: „Geothermie ist eine spannende Zukunftstechnik für eine saubere und sichere Energieversorgung“

Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion im hessischen Landtag, Dr. Christean Wagner, und der Arbeitskreis Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz besuchten in einer zweitägigen Reise verschiedene Geothermie-Projekte in Südwestdeutschland, im Elsass und in der Schweiz. „Die Reise hat einen guten Überblick über die Chancen, aber auch über die Risiken der Geothermie verschafft. Die Geothermie ist eine spannende Technik, die in mittelfristiger Perspektive ein wichtiger Bestandteil unseres Energiemixes sein kann. Es ist aber auch klar geworden, dass noch Forschungsbedarf besteht, um vorhandene Risiken zu minimieren“, so Wagner.

Der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Peter Stephan, stellt fest: „Wir haben auf der Reise erfahren, welches Potential mittel- und langfristig in der Energie aus Erdwärme steckt. Das Konzept der Landesregierung sieht bis 2020 eine Terawattstunde Energie aus Erdwärme vor – uns wurde bestätigt, dass dies ehrgeizig, aber erreichbar ist. In längeren Zeiträumen wird dieser Wert deutlich zu steigern sein. Geothermie ist schließlich grundlastfähig, immer verfügbar, sicher, CO2-frei und damit klimaschonend. Es muss uns aber noch gelingen, die Risiken zu minimieren und die Menschen vor Ort mitzunehmen. Wir als CDU wollen Energiepolitik mit den Menschen machen. Dafür brauchen wir Überzeugung und Freiwilligkeit. Mittelfristig kann die Geothermie einen Beitrag zur sicheren, sauberen und bezahlbaren Energieversorgung darstellen.“

Die Reise, die vom renommierten Geothermie-Professor Ingo Sass von der TU Darmstadt begleitet wurde, führte zunächst zur Flugsicherung nach Langen, die mit oberflächennaher Geothermie einen Großteil der Heizung und Kühlung eines Verwaltungsgebäudes für ca. 1200 Mitarbeiter bestreitet. Wagner erklärte dazu: „Es ist schön, ein solches Vorzeigeprojekt bei uns in Hessen zu haben. Nah an der Oberfläche liegen große Potentiale für private und gewerbliche Verbraucher von Wärme und Kälte.“

Im Anschluss besuchte die Gruppe den Frankfurter Flughafen. Hier plant die Fraport AG ein neuartiges Hybrid-Verfahren, in dem tiefe Geothermie und Biogas zur Wärmegewinnung kombiniert werden sollen. Dazu sind Bohrungen in der Nähe von Waldorf geplant. „Fraport betreibt hier ein Leuchtturm-Projekt. Neben der unmittelbaren Energiegewinnung wäre auch die damit verbundene geologische Erkundung des hessischen Oberrheingrabens von großer Bedeutung für die Zukunft, weil hier unsere größten Potentiale liegen. Es wäre deshalb besonders wichtig, dieses Projekt weiter voran zu treiben“, stellte Peter Stephan fest.

In Weinheim besuchte die Gruppe ein geothermisch beheiztes Thermalbad. In einem geschlossenen Kreislauf wird aus ca.1000 m Tiefe etwa 65 Grad heißes Wasser gefördert, welches zur Beheizung genutzt und anschließend zurück gepresst wird. „Der Besuch in Weinheim war uns wichtig, weil hier gezeigt wird, dass auch kleinere Anlagen von mittleren Wärmeverbrauchern sinnvoll und wirtschaftlich sein können“, erläuterte Stephan.

In Landau/Pfalz wird vorhandenes Thermalwasser aus ca. 3000 m Tiefe zur Gewinnung von Strom und bald auch von Wärme genutzt. Probleme durch leichte seismische Aktivitäten konnten durch Druckverringerung inzwischen behoben werden.

Am heutigen Dienstag wurde zunächst das weltweit anerkannte Forschungsprojekt in Soultz (Elsass) besichtigt. Hier wird seit 1987 intensiv im Bereich der Tiefengeothermie geforscht. Inzwischen können im „Hot-Dry-Rock-Kraftwerk“ über vier 5000 m tiefe Bohrungen die nötigen Temperaturen zur Verstromung gewonnen werden. Eine installierte elektrische Leistung von 1,5 MW wird rund um die Uhr erreicht. Der Fraktionsvorsitzende sagte dazu: „In Soultz wird Pionierarbeit geleistet. Auf der Basis der hier getätigten Grundlagenforschung kann man aufbauen und zukünftig viele solcher Kraftwerke errichten. Die Technik ist standortunabhängig, da sie nicht auf unterirdische Wasservorkommen angewiesen ist. Stromgewinnung ohne jede CO2-Emmission, ohne die Abhängigkeit von Energieimporten und unter großer Akzeptanz in der Bevölkerung ist hier beispielhaft verwirklicht.“

In Staufen im Breisgau und in Basel in der Schweiz informierten sich die Politiker und Journalisten über Probleme, die in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Geothermie aufgetreten sind. In Staufen führten Bohrungen dazu, dass sich der Untergrund hebt und Schäden an Gebäuden entstehen. In Basel wurden bei der Verpressung von Wasser kleinere Erdbeben ausgelöst. „Es gehört zum vollständigen Bild, dass man sich nicht nur Erfolge, sondern auch Probleme und Risiken anschaut. Hier ist deutlich geworden, dass Geothermie auch Risiken birgt, die Vorsicht, vor allem aber noch bessere Forschung nötig machen, bis die Technik wirklich in großem Umfang genutzt werden kann. Dazu wird es noch einige Zeit brauchen“, stellte Wagner fest und Stephan ergänzte. „Hier gilt es für die Stellen vor Ort, praktikable Lösungen zu finden und Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen. Wir müssen bei all unseren Energieunternehmungen die Menschen mitnehmen. Das ist das zentrale energiepolitische Credo der CDU.“

Themengebiet: Energie